Allgemeine Berichte | 13.06.2025

Zwischen Feuerwehr, Pfadfindern und Seelsorge

Frank Hachemer aus Neuwied wird zum Diakon geweiht

Frank Hachemer aus Neuwied wird am 28. Juni zum Diakon geweiht.Foto: EsPRESSisVerbis

Neuwied. Für andere da zu sein, ob für die eigene Familie, innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr, als Pfadfinder oder ehrenamtlicher Fremdenführer oder in seinem Beruf im Bereich Brandschutz – Frank Hachemer aus dem Neuwieder Stadtteil Oberbieber hat sein Leben ganz der „Hilfe“ anderer verschrieben. Für den 56-Jährigen kommt nun noch eine weitere Dimension hinzu: Der Familienvater wird am Samstag, 28. Juni von Bischof Stephan Ackermann in Trier zum „Ständigen Diakon mit Zivilberuf“ geweiht, um dann im Pastoralen Raum Neuwied in diesem Ehrenamt Tauf-Sakramente und die Krankenkommunion zu spenden, Paaren bei der Trauung zu assistieren und Predigtdienste sowie Beerdigungen zu übernehmen.

Ein „Aktiv-Sein“ für andere Menschen kennt der Vater zweier erwachsener Söhne schon seit seinem zehnten Lebensjahr. Es sind die Pfadfinder, die sein Leben neben einem religiösen Elternhaus am frühesten geprägt haben: 1979 trat er der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg bei, baute einen Stamm in seiner Heimatpfarrei mit auf und war Gruppenleiter. „Pfadfinderei ist mehr als eine Kinderbetreuung; sie ist eine Lebensweise. Bei den Georgspfadfindern durfte ich zudem viele und offene Formen der Spiritualität kennenlernen und entwickeln.“ Das führte auch zum Studium der Theologie, das er mit dem Magistergrad abschloss. Er war im Anschluss neun Jahre geistlicher Begleiter (Kurat) des Stammes.

In Krisensituationen „da sein“

Eine weitere prägende Welt tat sich seit seinem 16. Lebensjahr auf. Denn damals trat der heutige Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Rheinland-Pfalz und Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes in die Freiwillige Feuerwehr ein. Ihn packten nicht allein die Technik und das Miteinander, sondern ihn bewegte auch immer das Schicksal von Menschen. „Mehr als einmal habe ich Eltern betreut, die übers Internet vom gerade passierten Verkehrsunfall ihres Kindes erfahren hatten und jetzt an der Einsatzstelle eintrafen, aufgeregt, bange und voller Sorgen“, erzählt er von schicksalhaften Begegnungen. „Mehrmals waren Söhne im zerstörten Auto sogar verstorben. Oft ist an der Unfallstelle noch kein Seelsorger. Da habe ich mich immer angetrieben gefühlt, für sie da zu sein, habe Hilfe und Kontakt zu vermitteln versucht.“

Eine weitere Leidenschaft hat die ehemalige Prämonstratenser-Abtei Rommersdorf im Neuwieder Stadtteil Heimbach-Weis in ihm geweckt. Bereits seit seiner Jugend zeigt er Interessierten als ehrenamtlicher Fremdenführer die bewegte Geschichte des Klosters. Sein spirituelles Zuhause, wie er sagt, hat er im Dritten Orden der Prämonstratenser gefunden. „Das ist eine Gemeinschaft, die aus Laien und Geistlichen besteht und den Prämonstratensern angeschlossen ist. Die haben mich mit offenen Armen empfangen.“ Der besondere Auftrag an die Ordensmitglieder, hinaus in die Seelsorge zu gehen, ist für Hachemer ein Grund für die Berufung zum Diakon. „Der Alt-Präses unserer Gemeinschaft hat mir das eröffnet mit der Aussage, ich sei doch sowieso schon längst diakonisch geprägt“, beschreibt er ein Schlüsselerlebnis für die Entscheidung, mit Anfang 50 noch in die Ausbildung zum Diakon zu starten.

„Ausgerüstet zu allen guten Taten“

Viele verschiedene Erfahrungswelten vereint Hachemer also in einer Person. „Ich habe nach entsprechender Ausbildung auch 30 Jahre als Journalist gearbeitet“, fügt er mit einem Lächeln hinzu. Vor rund zehn Jahren absolvierte er dann einen Technischen Studiengang und wechselte in den „Verbeugenden Brandschutz“. Diese vielfältigen Lebensbereiche werden ihm, so hofft er, neben dem geistlichen Rüstzeug helfen, als Diakon für die Menschen da sein zu können. Mögliche Anstrengung, Zeitaufwand, Begegnungen mit Leid und auch Komplexität im menschlichen Umgang können ihn, so sagt er, nicht abschrecken: „Das bin ich durch die Vergangenheit schon trainiert“, betont er beim Rückblick auf sein bisheriges Leben. Der von ihm gewählte Weihespruch spiegelt all diese Prägungen wider: „Ausgerüstet zu allen guten Taten“ (2. Brief Timotheus 4,13) das Motto des Prämonstratenser-Ordens – und passend mit „Allzeit bereit“ auch das Motto der Pfadfinder.

Die Weihe von Frank Hachemer zum Ständigen Diakon findet am Samstag, 28. Juni, um 10 Uhr im Trierer Dom statt.

Frank Hachemer aus Neuwied wird am 28. Juni zum Diakon geweiht. Foto: EsPRESSisVerbis

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