Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen in Faid – Schwarzwildbejagung im Gespräch
Franz-Josef Becker führt die Kreisjäger an
Faid. Die Jahreshauptversammlung der Kreisjägerschaft stand in diesem Jahr ganz im Zeichen der turnusmäßigen Neuwahlen. Vorsitzender Markus Thomas, der sich nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung stellte, begrüßte neben rund 150 Jägerinnen und Jägern im Gemeindehaus von Faid den Kreisbeigeordneten Hans-Jürgen Sehn sowie fünf Mitarbeiter der Kreisverwaltung, darunter die Veterinäre, Bianca Kutscheid von der Unteren Jagdbehörde sowie Referatsleiter Walter Theisen.
Nach dem Signal „Begrüßung“ unter der Leitung von Hornmeister Helmut Trippen, gedachte man der Toten. Hans-Jürgen Sehn wies in seinem Grußwort auf die große Verantwortung der Jäger für die ihnen anvertraute Natur. „Wir wissen ihr Engagement zu schätzen und zollen ihnen Respekt für die geleistete Arbeit“, sagte der 1. Kreisbeigeordnete, der in Vertretung für Landrat Manfred Schnur in das Faider Gemeindehaus gekommen war. Die drohende Afrikanische Schweinepest (ASP) war natürlich das große Thema in der Versammlung. Sehn appellierte an die Grünröcke in ihren Bemühungen die Schwarzwildbestände zu reduzieren nicht aufzuhören. „Sie haben im vergangenen Jagdjahr über 5300 Sauen im Kreisgebiet gestreckt, das zeugt von ihrem Engagement“, so der Kommunalpolitiker. „Dafür gebührt ihnen Dank und Anerkennung“, schloss Sehn seine Ausführungen. Der Kreisbeigeordnete erwähnte in dem Zusammenhang, dass die Kreisverwaltung zur Unterstützung der Bejagung die Gebühren für die Trichinenbeschau seit dem 1. April 2018 auf 6 Euro herabgesetzt hat.
Dr. Stefan Schwickert erwähnte in seinem Statement, dass sich die Jäger beim Monitoring bei verendet aufgefundenen Wildschweinen, sehr gut engagiert hätten. Waren es im Jagdjahr 2016/17 insgesamt 171 Schwarzkittel, die untersucht wurden, erhöhte sich die Zahl auf 840 Fälle, die im abgelaufenen Jagdjahr begutachtet werden konnten. Die ASP sei, so Dr. Schwickert, weiter auf dem Vormarsch. „Während in Tschechien im vergangenen Jahr 18 Fälle bekannt wurden, ist die Zahl der Fälle in Polen rasant gestiegen“, so der Kreisveterinär. „Hier wurden 979 Fälle von ASP aktenkundig“, sagte der Tierarzt in Faid. Er rief die Kreisjäger auf, weiterhin so kooperativ und umsichtig in Sachen Afrikanische Schweinepest zu agieren.
Der scheidende Kreisgruppen-Vorsitzende erläuterte in seinem letzten Jahresbericht, dass der Druck auf die Jägerschaft von allen Seiten wächst. Insbesondere von Seiten der Landwirtschaft würden diverse Forderungen an die Jägerschaft adressiert, teils sinnige und durchdachte, aber häufig auch rein polemische, wie die Forderung eines Abschusses von 70 Prozent der Schwarzwild-Population. „Wie will man denn bitte feststellen, was 70 Prozent sind, wenn noch nie jemand hat feststellen können, was überhaupt 100 Prozent sind“, fragte der Vorsitzende.
„Wir sind nicht Schuld an der Seuche. Wir sind nicht diejenigen, welche für eine sprunghafte Verbreitung der Seuche über Hunderte von Kilometern in unsere Richtung verursachen.“
Markus Thomas rechnete vor, welch enorme Zeitaufwendung die Schwarzwild-Bejagung bedeutet. „Der Aufwand ist riesig und kann im Fall von drohenden Wildschäden aus der Jagdpassion schon in eine nicht mehr so lustige Verpflichtung machen.“
Der scheidende Vorsitzende hat deshalb klare Forderungen an Land und Kreis: Schaffung von Jagdanreizen, z.B. Abschussprämien für Frischlinge. Abschaffung oder Ausgleich von Gebühren für Trichinen- und Fleischbeschau bei Wildtieren. Abschaffung der Hundesteuer für Jagdgebrauchshunde. Einsatzprämie für Hundeführer, die bereit sind, das wehrhafte Schwarzwild unter zunehmend schwierigen Bedingungen zu bejagen. Schaffung einer staatlichen Versicherung oder eines Ausgleichsfonds für alle bei Schwarzwildjagden verletzten oder getöteten Jagdhunde. Staatliche Unterstützung und Förderung der Jagdhundeausbildung, zum Beispiel durch die Errichtung und Bereitstellung von Schwarzwild-Übungsgattern. Kostenfreie und unbürokratische Hilfe der Behörden bei Bewegungsjagden, z. B. durch Übernahme von verkehrssichernden Maßnahmen, Abschaffung von Verwaltungsgebühren für entsprechende Bescheide wie zum Beispiel im Nachbarkreis Wittlich.
Mit einem Dank an alle Mitstreiter, vor allem im geschäftsführenden Vorstand verabschiedete sich Markus Thomas von den Mitgliedern der Kreisjagdgruppe Cochem-Zell.
Neuwahlen des Vorstandes
Die Neuwahlen innerhalb der Kreisgruppe Cochem-Zell, bei der auch die verschiedenen Obleute für jeweils vier Jahre neu gewählt wurden, brachte schließlich folgende Ergebnisse: Im geschäftsführenden Vorstand sind: Franz-Josef („Josi“) Becker als 1. Vorsitzender, Monika von Landenberg, Stefan Menten und Günter Erdmann als Stellvertreter, Kassierer Thomas Kaczmarek sowie Victoria Mades als Schriftführerin.
Kreisjagdmeister Heiko Mades vermeldete in seinem Jahresbericht die Abschusszahlen: Im JJ 2017/18 wurden demnach rund 5500 Schwarzkittel auf die Schwarte gelegt, 344 Stück Rotwild und 8 Stück Damwild kamen zur Strecke und 274 Muffel wurden erlegt. Beim Rehwild liegt die Jahresstrecke bei 4064 Stück, sodass insgesamt etwa 10 000 Stück Schalenwild kreisweit geschossen wurden. Außerdem haben - so Kreisjagdmeister Heiko Mades - 13 Jungjäger erfolgreich die Jägerprüfung abgelegt, darunter drei Jungjägerinnen. TT
Franz-Josef Becker (li.) verabschiedete Markus Thomas als Vorsitzenden der Kreisjagdgruppe Cochem-Zell. Foto: Picasa
