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Rheinbacher Vorlesewettbewerb der Grundschüler

Frau Honig, Samsquatsch und kleine Gespensterempörung

Bei „Laut oder deutlich!“ gab es unterhaltsames Vorlesen auf hohem Niveau vor mehr als 100 Zuhörern

Frau Honig, Samsquatsch und kleine Gespensterempörung

Bei „Laut oder deutlich!“ gab es am Ende nur strahlende Kinder. Foto: privat

12.12.2018 - 15:48

Rheinbach. „Ihr habt uns wirklich begeistert und uns Lust auf Kinderbücher gemacht“, meinte das Moderatoren-Duo Melanie Kriegel und Gerd Engel von Rheinbach liest zu den neun Mädchen und drei Jungen, die an ihrer Grundschule für die Vorleseshow ausgewählt worden waren beim Schlussapplaus in der Aula der KGS Merzbach.

Die Aufregung war mit den Händen zu greifen, als der neunjährige David Thies (GGS) mit einer Passage aus Valija Zincks großartigem neuem Buch „Drachen erwachen“ den Reigen eröffnete. Immer zu dritt kamen die von einem neunköpfigen Coaching-Team des Vereins zur Leseförderung gut vorbereiteten Kinder auf die Bühne. Nach einem kurzen Aufwärmgespräch ging es jeweils mit Applaus an das Mikrophon.

Johanna Jaschob von der Wormersdorfer Grundschule sorgte für herzliche Lacher, weil sie eine Restaurant-Szene aus Paul Maars „Am Samstag kam das Sams zurück“ so gekonnt vorlas. Damit sollte sie später den 2. Platz belegen. Yayi Obliers von der gastgebenden Grundschule in Merzbach bekam sogar Szenenapplaus und genoss seinen Auftritt bei Jana Freys „Achtung, streng geheim!“ sichtlich. Nele Berger (KGS Flerzheim) hatte mit Band 1 von „Mr. Griswolds Bücherjagd“ von Jennifer Chambliss ein Kleinod für fortgeschrittene Bücherfans ausgesucht.

Vor der Pause setzte auch Fiona Müdder (GGS) mit Preußlers Kinderbuchklassiker „Das kleine Gespenst“ ein Ausrufezeichen. Das kleine Gespenst empört sich über den Bürgermeister, der nicht an den „Gespensterquatsch“ glaubt und jagt ihm einen gehörigen Schrecken ein. Fiona verstellte dabei so temperamentvoll die Stimme, dass der alte Text wieder ganz frisch wirkte.

Nach der Pause ließ das Niveau keinesfalls nach. So überzeugte Lelia Teichmann (KGS St. Martin) mit einer Stelle aus Sabine Bohlmanns „Und plötzlich war Frau Honig da“, in der das an Mary Poppins erinnernde neue Kindermädchen Frau Honig den kleinen Hugo mit Humor und Magie ins Bett bringt. Lelia las die Erzählerstimme bewundernswert artikuliert, mit der nötigen Zurückhaltung und fein dosierter Spannung, drehte beim Fantasiedialekt Frau Honigs aber komödiantisch auf.

Gekonnt erzeugte Lena Paetzhold (GGS) mit ihrer Stimme gruselige Spannung bei Cornelia Funkes „Gespensterjäger auf eisiger Spur“. Emma Henn (KGS Wormersdorf) arbeitete die etwas selbstbezogene Vornehmheit von Lililane Susewinds Katze „Frau von Schmidt“ perfekt heraus und wirkte dabei absolut gelöst und souverän. Ein starker Auftritt, ebenso wie der von Henrike Geers (KGS St. Martin) bei „Ella in der Schule“ von Timo Parvela, die dem lakonisch-naiven Erzählstil der Ich-Erzählerin Ella, die sich um ihren Lehrer sorgt, der „bestimmt erpresst wird“, perfekt aufnimmt. Auch Zoe Wingbermühle (GGS), Danilo Braun (KGS St. Martin) und Lara Frömbgen (KGS Merzbach) zeigten an dem kurzweiligen Nachmittag ihr großes Können und durften im Applaus baden.

Während sich die Jury zur Entscheidungsfindung zurückzog, bekamen das Publikum und die zwölf Teilnehmer noch eine Kostprobe der Vorlesekunst von Victoria Schaay zu hören. Die zwölfjährige Siegerin des Deutschlandfinales las aus „Despereaux“ (Cate diCamillo) , dem Buch, mit dem sie im vergangenen Mai über die Hürde des NRW-Entscheids gesprungen war. Auch jetzt gab es wieder tosenden Jubel der stolzen Rheinbacher. Victoria hatte übrigens 2015 das erste „Laut oder deutlich!“ gewonnen.

Daher waren alle besonders gespannt, wen die Jury aus Kindern und Erwachsenen diesmal hervorheben würde. Bewertet wurden von Buchhändler Christoph Ahrweiler und den ander Juroren Lesetechnik, Gestaltung und Textauswahl.

Ja, und dann waren es gleich zwei, die mit exakt gleicher Punktzahl als Siegerinnen durchs Ziel gingen: Fiona und Lelia! Sie bekamen mit Johanna (2. Platz) Buchgutscheine der mitveranstaltenden Buchhandlung Kayser. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer durften sich noch ein Buch von der durch Harvey Scherer (4events) professionell ausgeleuchteten Bühnendekoration aussuchen. Dr. Raffael Knauber, 1. Beigeordneter der Stadt Rheinbach, hatte mit Victoria Schaay die Siegerehrung übernommen und bekundete: „Ich bin froh, dass der Bürgermeister in Togo weilt und ich heute für ihn einspringen durfte. Eine tolle Veranstaltung!“ Auch Daniela Hahn von der mitveranstaltenden Öffentlichen Bücherei St. Martin fand „das Niveau extrem hoch.“ Den Erlös der Cafeteria spendete das Lehrerinnenteam um Merzbachs Schulleiterin Sandra Bures für den durch einen Brand geschädigten Waldkindergarten.

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Kommentare
Uwe Klasen:
Zitat Andreas Biebricher:"Die ... Grünen ... maßen sich an, alleine zu definieren, was richtig ist, was man sagen darf und was nicht, kurz: was politisch und moralisch korrekt ist. Andersdenkende werden in die Ecke gestellt und stigmatisiert. Das ist intolerant und undemokratisch." --- Wie Recht Herr Biebricher damit hat! Und meine Anerkennung, den Mut zu haben dies so klar zu formulieren!
juergen mueller:
Dieses Thema geht uns ALLE an und ich stelle einfach mal in den Raum, dass die überwiegende Mehrheit der Ratsmitglieder, u.damit meine ich in erster Linie diejenigen der CDU,Freie Wähler sowie natürlich die AfD, die sich in Sachen Integration ja bereits einen Negativ-Namen gemacht hat u.macht im Aufsuchen einer Badeanstalt eine Minderheit ausmacht.Deshalb wäre eine Bürgerbefragung das Ziel gewesen.Das was hier mal wieder "im kleinen Rahmen" beschlossen wurde nenne ich intolerant u.undemokratisch.Die Aufklärungsarbeit von CDU-Biebricher ist widersprüchlich u.spiegelt seine alleinige Auffassung/Meinung dar,die zumindest mich nicht im geringsten interessiert,da sie kein Maßstab für die der Bürgerschaft darstellt.Politisch wurde sich (auch) mal wieder selbst übertroffen,indem Bade- u.Schulordnung Gegensätze aufzeigen,die inakzeptabel sind.Das was Sie,Herr Biebricher, hier predigen hat mit Offenheit,Respekt,Toleranz u.Aufeinanderzugehen nicht das Geringste zu tun.Das ist pure Polemik.
Uwe Klasen:
Mit den Worten einer (berühmten) Zeitgenossin: "Nun sind sie halt da! - Wir schaffen das!"

„Verschwunden – Letzte Spur Lahnstein“

JAHN, SABIENE :
Danke der Redakteurin für diesen guten Beitrag, der detailverliebt die Stimmung des Abends wiedergibt. Eine schöne Sprache hat sie. Ein kleiner Fehler ist leider unterlaufen. Nicht in Lahnstein fließen Rhein und Mosel zusammen, sondern in Koblenz. Das aber schmälert nicht den ansonsten gut recherchierten Beitrag. Glückwunsch Lahnstein, es war ein schöner Anlass in dieser tollen Stadt zu gastieren. Feiert froh durch das neue Jahr, Euerm Jubiläumsjahr! Beste Grüsse, Sabiene Jahn
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