Frauenchor Rheinbach feierte Jubiläum
Frauenchor bereichert das kulturelle Leben
Chorleiterin Kimiko Bernhöft führt das Ensemble zu immer neuen musikalischen Sphären
Rheinbach. „Ganbatte ne!“ Das ist japanisch und bedeutet so viel wie: „Also gehen wir es mit voller Kraft an!“ Seit der Frauenchor Rheinbach vor zehn Jahren aus der Taufe gehoben wurde, führt die in Japan geborene Chorleiterin Kimiko Bernhöft das Ensemble unter diesem Motto zu immer neuen musikalischen Sphären. Davon konnten sich Musikliebhaber beim Jubiläumskonzert anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Frauenchores Rheinbach im Rheinbacher Stadttheater eindrucksvoll überzeugen.
Erfolg des Abends
Zum Erfolg des Abends trug auch der MGV 1872 Sechtem mit einigen Liedern bei, vor allem aber die glänzend aufgelegte Pianistin Yoshiko Hashimoto als musikalisches Rückgrat der gesamten Darbietung. Unvergessliche Glanzpunkte jedoch setzte die bescheidene Sopranistin Yuriko Bernhöft mit ihren zu Herzen gehenden Interpretationen bekannter Lieder wie der „Hymne an die Jungfrau“ oder dem Lied „Moon River“ aus dem Kinoerfolg „Frühstück bei Tiffany“ mit einer Stimme so stark und glänzend, wie aus japanischer Seide gewoben. Chorleiterin Kimiko Bernhöft, die insgesamt fünf Frauenchöre in der Region dirigiert, konnte sich vor zehn Jahren überhaupt nicht vorstellen, dass es in Rheinbach keinen reinen Frauenchor gab. Diesem „Missstand“ musste abgeholfen werden, deshalb suchte sie per Zeitungsannonce Mitstreiterinnen für dieses ehrgeizige Projekt. Nicht zuletzt dank der Unterstützung durch Bürgermeister Stefan Raetz und der damaligen Vorsitzenden des Chorverbandes Bonn-Rhein-Sieg, Helga Eckhardt, kamen schon zur ersten Kennenlern-Chorprobe nicht weniger als 50 Damen in die Aula der katholischen Grundschule St. Martin in der Bachstraße. Seitdem geht es musikalisch stetig aufwärts mit dem Ensemble unter der zielgerichteten Leitung des zierlichen Energiebündels.
Dienstags wird geprobt
Heute hat der Frauenchor 47 weibliche Mitglieder, von denen 22 schon von Anfang an dabei sind. Sie treffen sich nicht nur jeden Dienstag zur Chorprobe, sondern besuchen auch gemeinsam Konzerte, machen Chorausflüge und organisieren Vereinsfeiern. „Gerne kommen wir zusammen, denn singen macht Freude, es entspannt – auch oder gerade, wenn man einen anstrengenden Tag hinter sich hat“, erläutert die Vorsitzende Irmgard Zeh. Für das Jubiläumskonzert hatte Chorleiterin Bernhöft die Programmfolge so zusammengestellt, dass die Entwicklung des Frauenchores musikalisch nachvollzogen werden konnte. Wie aus einem Guss präsentierte sich der erste Teil des Konzertes mit getragenen und melancholischen Werken der großen Komponisten der Romantik von Mendelssohn-Bartholdy über Schubert und Bizet bis Rossini und Brahms.
Vor Lebensfreude sprühend
Wie ausgewechselt wirkte der Chor nach der Pause mit seinen vor Lebensfreude sprühenden Interpretationen von Musical-Hits aus „My Fair Lady“, der „West Side Story“ oder „Bel Ami“, bevor es zum Schluss noch einmal richtig anspruchsvoll wurde mit Opernchören aus Verdis „La Traviata“, Wagners „Fliegendem Holländer“ oder Verdis „Nabucco“.
Das Publikum musste neidlos anerkennen, dass dieses Ensembles sämtliche Musikstile perfekt beherrscht. So war es auch kein Wunder, dass Bürgermeister Stefan Raetz, der bisher noch jedes Konzert des Frauenchores besucht hatte, versprach: „Ich werde auch in Zukunft kein Konzert des Frauenchores Rheinbach verpassen!“
