Exkursion des Vereins Zehnthaus nach Bonn
Frauenmuseum und August Macke Haus
Swisttal-Odendorf. Am 5. September nahm der Odendorf-Essiger Verein Zehnthaus seine Tradition wieder auf, historische Orte, Denkmäler oder Museen im Rahmen einer Exkursion zu besuchen. Diesmal war das Ziel die Stadt Bonn.
Auftakt war der Besuch des Bonner Frauenmuseums. Einleitend präsentierte dort der Bonner Künstler Curt Delander den in das Museum integrierten Gedenkraum für die im 2. Weltkrieg zerstörte Gertrudiskapelle. Die aus dem fränkischen Hochadel stammende heilige Gertrud hatte sich in ihrer Zeit neben vielen anderen Anliegen sehr für die umfassende Ausbildung von Mädchen aller Stände eingesetzt. Aus diesem Grunde hatten die Fundstücke aus der Kapelle dann hier mit gutem Recht auch eine Heimat gefunden.
Anschließend führte die Kunsthistorikerin Béatrice Roschanzamir durch die aktuelle Ausstellung „Beethoven und die Frage nach den Frauen“. Um einen Eindruck von der Stellung der Frau zur Zeit Beethovens zu bekommen, beschrieb sie das Leben der Bonnerinnen im 18. Jahrhundert und ging dabei sowohl auf die Frauen aus den bildungsbürgerlichen Schichten als auch auf die weniger privilegierten Frauen ein. Die Ausstellung lässt Beethovens Bonner Zeit anhand von Straßenrekonstruktionen und Alltagsgegenständen, wie z.B. Fundstücken aus der Rheingasse Nr. 7, einem seiner Wohnhäuser, lebendig werden.
Zeichnungen, Gemälde und Tafeln zeigen den jungen Beethoven und seine Mutter, die Frauen, die in seinem Leben eine Rolle spielten, sowie Künstlerinnen des 18. Jahrhunderts. Darüber hinaus sind Werke zeitgenössischer Künstlerinnen zu sehen, die sich mit dem Werk und Leben Beethovens auseinandersetzen. Es folgte der Besuch des Macke Hauses. August Macke, der 1887 im Sauerland geborene maßgebliche Vertreter des rheinischen Expressionismus, hatte seine entscheidenden Entwicklungsjahre in Bonn verbracht. Er gilt als einer der bedeutendsten Künstler seiner Zeit.
Die Familie seiner späteren Frau Elisabeth hatte dem Paar das Haus in Bonn als Wohnung und Atelier zur Verfügung gestellt. Es dient heute als biografisches Museum und macht Leben, Werk und Umfeld des Künstlers erlebbar.
Besucht wurde die aktuelle Sonderausstellung „Mit Stich und Farben“. Sie wendet sich den zahlreichen Stickarbeiten zu, die nach den Entwürfen von Macke ausgeführt wurden. In den gestickten Gebrauchsobjekten verbinden sich Kunst und Leben, gesprengt werden dabei die Grenzen zwischen freier und angewandter Kunst.
