Remagen feierte erneut den Tag der Demokratie unter dem Motto „Freiheit braucht Dich – Denken Reden Machen“
Frieden, Freiheit und die Achtung der demokratischen Grundwerte
Remagen. Erneut hatte das Bündnis für Frieden und Demokratie Remagen zum „Tag der Demokratie“ in der Rheinhalle eingeladen. Aufmärsche der Rechten und Linken Szene gab es auch glücklicherweise, wie im vergangenen Jahr, nicht in Remagen. Gefeiert wurde das Fest, das durch das Förderprogramm „Demokratie leben“ über den lokalen Aktionsplan (LAP) finanziert wird, unter dem Motto „Freiheit braucht Dich - Denken Reden Machen“. Zu den Hauptorganisatoren zählten Lothar Knothe, Bernd Loschig, Udo Klein und Jörg Loosen. Und wieviel Zuspruch der Tag der Demokratie am Samstag in Remagen fand, war schon zu Beginn in der Rheinhalle zu sehen und zu spüren. Fast doppelt so viele Infostände von Gruppierungen, Parteien, Vereinen, Schulen und Institutionen hatten sich im Foyer und in der komplett geöffneten Rheinhalle eingefunden, um für Frieden, Freiheit, Toleranz und die demokratischen Grundwerte zu werben. Auch der aktive Aufstand gegen Rechts und demokratiefeindliches Gedankengut kennzeichneten die große Anzahl der Akteure, egal ob auf der Bühne, in Gesprächsrunden, bei den musikalischen Aufführungen, Lesungen und dargebrachter Kunst.
Waren es im vergangenen Jahr noch 30 Infostände, so gab es in diesem Jahr alleine 50 Infostände aus allen Gruppierungen der Gesellschaft. Ob Alt oder Jung, gemeinsam forderten alle die Anerkennung der demokratischen Grundwerte, Freiheit, Frieden und Toleranz. Die Begrüßung oblag den Hauptorganisatoren um Bernd Loschnig, die gemeinsam dafür warben an einer besseren Zukunft zu arbeiten. „Die Demokratie lebt“, riefen sie den vielen Menschen in der Rheinhalle zu. Diese quittierten den Aufruf mit großem Applaus. Die weitere Moderation übernahm die junge Luca, die die erste Beigeordnete der Stadt Remagen, Andrea Georgi, in Vertretung für Bürgermeister Björn Ingendahl, ans Redenerpult bat. „Eine demokratische Zukunft gibt es nicht für lau. Deshalb ist es sehr schön zu sehen, dass sich allein über 50 Kinder, Religionsgemeinschaften, Vereine und Gruppierungen an Ständen Informieren und zum Mitwirken und Nachdenken einladen. Es lohnt sich, sich für unsere freiheitlichen und demokratischen Grundsätze einzusetzen“, betonte Andrea Georgi. Auch Kreisbeigeordnete Sabine Glaser, die die Grüße der Landrätin Cornelia Weigand überbrachte, forderte, sich aktiv für Freiheit und Demokratie, für Solidarität und Vielfalt zu engagieren. Gott sei Dank würden die Aufmärsche der Rechtsradikalen und ewig Gestrigen in Remagen der Vergangenheit angehören. In diesem Jahr sei das 75-jährige Jubiläum des Grundgesetzes gefeiert worden, „ein Grundgesetz, das als beste Staatsform auf deutschem Boden zählt“, so Sabine Glaser. Ihr Dank galt dem Bündnis für Frieden und Demokratie Remagen für das bunte und vielfältige Fest, mit dem Frieden, Freiheit und Toleranz gefeiert würden.
Inzwischen hatte sich die Rheinhalle gut gefüllt und entlang der vielen Stände herrschte reger Betrieb und großes Interesse an den vielfältigen Informationen. Auf der Bühne ging es weiter mit einer Modenschau des Eine-Welt-Ladens. Die Models im Alter von 4 bis 81 Jahr, präsentierten Mode, die bei einem Upcycling-Workshop entstanden waren. Nicht wegwerfen, sondern neu kreieren und zusammenstellen war da wohl der Grundgedanke. Und der fand durchaus den Beifall der Gäste.
Im Foyer der Rheinhalle war durch Vereine und Gruppierungen für die kulinarischen Genüsse der vielen Gäste alles bestens vorbereitet. Viel Freude hatte die SPD 60+ des Kreises Ahrweiler, als der nominierte SPD-Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises 197, Ferdi Akaltin, den Genossen aus dem Kreis Ahrweiler seine Aufwartung machte. Und lange dauerte es nicht mehr, bis der rheinland-pfälzische Ministerpräsident, Alexander Schweitzer, unter großem Beifall Einzug in die Rheinhalle nahm. Und er war nicht zu übersehen. Angenehm kurz, aber sehr prägnant war seine Rede. „Wir müssen den Wert der Demokratie sehr viel stärker uns selbst und anderen bewusst machen. Es gibt zu viele Menschen, die autoritäre und antisemitische Gedanken in den Mittelpunkt setzen. Es braucht den Aufstand der Mehrheit. Die „Rechten“ können nicht erwarten, dass wir nicht widersprechen. Remagen war darin ein Vorbild. Dennoch geht das rechte Gedankengut nicht von alleine weg. Wir müssen dran bleiben. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, die Demokratie weiter zu schützen und zu unterstützen, damit wir unseren Kindern und Enkelkindern die Demokratie übergeben können. Schön, dass wir uns haben und unterstützen und für die Demokratie in Zukunft antreten, und dies im schönsten Bundesland, Rheinland-Pfalz“, betonte der Ministerpräsident und erntete tosenden Applaus in der Rheinhalle, bevor er sich viel Zeit nahm und von Stand zu Stand ging, um sich zu informieren.
Und während im Untergeschoss dem Nachwuchs ein interaktives Puppenspiel von Guido Asmuth und Lars Schmidt gezeigt wurde, sowie in weiteren Workshops, Gespräche, Lesungen und auch die Kunst des Kürbisteilens geboten wurden, gab es auf der Bühne Musik von Younes und Maria Daoud, eine bildnerische und musikalische Performance mit Stefanie Manhillen und Stephan Maria Glöckner, sowie den Chor Frauen.Leben.Freiheit. Den ebenso begeisternden Abschluss auf der Bühne lieferte Pernilla Kannapinn mit Musik.
Bis in den Abend herrschte Hochbetrieb in der Rheinhalle und das Bündnis durfte sicher viel Lob für den rundum gelungenen Tag der Demokratie entgegennehmen.
AB
Ministerpräsident Alexander Schweitzer wurde herzlich in Remagen empfangen und erhielt nach seiner Rede tosenden Applaus.
Die Teilnehmer der Modenschau des Eine-Welt-Ladens mit ihren upgecycleten Modekleidungsteilen.
Musiker Younes begeisterte.
Einer der rund 50 Stände war das HOT Sinzig.
Voller Interesse wurde die Rede von Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer verfolgt.
