Allgemeine Berichte | 23.09.2014

125-jähriges Jubiläum des Eifel- und Heimatvereins, Ortsgruppe Rheinbach

„Frisch auf zu neuen Taten“

Karl-Heinz Kolvenbach erhält für 40 Jahre Mitgliedschaft im Eifel- und Heimatverein die „Goldene Anstecknadel“ (v.l.): Karl-Heinz Kolvenbach, Heinz Kessel und Heinz-Peter Thiel.STEIN

Rheinbach. Nach einer Jubiläums-Wanderwoche im Mai und einem Jubiläums-Wandertag im Juni, trafen sich letzten Sonntag Vereinsmitglieder, Freunde und Förderer des Eifelvereins im Waldhotel zum 125. Geburtstag. Der Veranstaltungsort war mit Bedacht ausgesucht, denn bereits 1908 fand im Vorläuferbau des heutigen Waldhotels eine Feier des Eifel- und Heimatvereins statt. Der langjährige 1. Vorsitzende des Vereins, Heinz Kessel, freute sich sichtlich über das zahlreiche Erscheinen der Gäste. Er begrüßte die Anwesenden auf das Herzlichste. Unter den Gästen waren u.a. die Landtagsabgeordnete Ilka von Boeselager, Norbert Röttgen, (M.d.B), die Ehrenbürger der Stadt, Heinrich Kalenberg, Dr. Hans Schellenberger und Heinz Büttgenbach. Unter die Schar der Gäste hatten sich auch Damen und Herren des öffentlichen Lebens gemischt. Mitglieder der Rheinbacher Fraktionen gaben sich ein Stelldichein. Besonders hervorgehoben bei der Begrüßung wurde auch der ehemalige Schulleiter des Städtischen Gymnasiums, Wilhelm Müller. Daneben war Werner Gerhards ein gern gesehener Gast. Heinz Kessel bedankte sich bei ihm für die gute Zusammenarbeit, denn die Jugendlichen von den Neuen Pfaden haben die Namensschilder der historischen Wege im Rheinbacher Stadtwald angefertigt. Wie Kessel ausführte, ist das Jubiläum des Vereins eine Gelegenheit, Rückschau zu halten, über das Gewesene nachzudenken und auf künftige Ziele hinzuarbeiten. Aus dem Protokollbuch des Verschönerungsvereins von 1881, geht hervor, dass der Eifel- und Heimatverein 1889 ins Leben gerufen wurde, ein Jahr nach der Gründung des Hauptvereins. Der Verschönerungsverein schloss alsbald dem Eifelverein an. Nach dem 1. Weltkrieg und in der Nazi-Zeit ruhte das Vereinsleben, um 1946 bis 1952 rasch wieder aufzuleben. Jean (Schäng) Schmitz organisierte von 1946 bis 1952 die Ortsgruppe neu. Dr. Karl Möhrer, nach dem auch ein Wanderweg benannt ist, prägte 1952 bis 1978 mit großen Engagement den Verein. Eine rührige Jugendgruppe wurde von ihm ins Leben gerufen. Für die Kinder und Jugendlichen ist heute die Familien- und Kinderwartin Elsbeth Bois verantwortlich. Mit äußerst liebevoller Hingabe organisiert sie zusammen mit ihrem Team z.B. Ausflüge, Workshops und die beliebte „Schatzsuche“ an Christi Himmelfahrt. auf dem Beuelskopf Der Hans Wischeler Turm, ebenfalls auf dem Beuelskopf, wurde 2002 durch Brandstiftung zerstört, eine Rheinbacher Initiative setzt sich heute für den Wiederaufbau ein. Unter dem Vorsitzenden Wilhelm Müller (1978 bis 1986) wurden Erhaltungsmaßnahmen an der Burganlage Rheinbach (Hexenturm) durchgeführt. „Nicht stehen bleiben, Stillstand ist Rückschritt“, betonte Heinz Kessel, der zusammen mit seinen Vorstandsmitgliedern Programme entwickelt, die besonders familienfreundlich sind. Zum Schluss hatte er die erfreuliche Nachricht mitzuteilen, dass der Rheinbacher Eifelverein zur Zeit 1.196 Mitglieder hat und somit die mitgliederstärkste Ortsgruppe im Gesamtverein ist. „Während 1927 nur 14 Wanderungen angeboten wurden, sind es heute ca. 130 Aktivitäten, darunter neben Wanderungen auch Radtouren, Autotouren oder Schiffstouren, alle begleitet von erfahrenen Wanderführern“, stellte Kessel fest. Die Stellv. Landrätin des Rhein-Sieg-Kreises, Silke Josten-Schneider, überbrachte die besten Wünsche, lobte die Aktivitäten des Eifelvereins und freute sich darüber, dass in Rheinbach und besonders beim Eifel- und Heimatverein Natur und Umweltschutz großgeschrieben werden. Landrat Heinz-Peter Thiel, der gleichzeitig stv. Hauptvorsitzender des übergeordneten Eifelvereins ist, bedankte sich für die Einladung und versprach der Ortsgruppe Rheinbach Hilfe bei neuen Unternehmungen. Er trug einen guten Gedanken vor, der sich aber wahrscheinlich nicht in die Tat umsetzen lässt: „Lasst uns für eine smartphone- und computerfreie Woche plädieren“. Heinz-Peter Thiel hatte außerdem noch die ehrenvolle Aufgabe, Heinz Kolvenbach für 40 Jahre Vereinszugehörigkeit zu ehren. Er erhielt die Goldene Anstecknadel und seine Frau Brigitte freute sich über einen Blumenstrauß, da sie in der letzten Woche einen runden Geburtstag feierte. Vor dem Festvortrag von Dr. Ernst-Alfred Kirfel, lockerte das Trio um Bernd Schumacher die Stimmung auf mit Leedcher und Verzällcher wie z.B. „Mit der Kaasch (Zweizack) dörch de Fuur“. Dr. Ernst-Alfred Kirfel, ein echter Eifeler Jong, wusste dann Anekdötchen aus der Eifel zu berichten, die das Publikum mit Freude und Humor aufnahm. In die geschichtliche Realität bettete Dr Kirfel den Beginn des Eifelvereins bis in die heutige Zeit ein. Großes Erstaunen gab es bei den Gästen als Kirfel folgende Aussage machte: „Der Eifeler ist nicht so arm, wie er angibt, nicht so fromm wie er tut und nicht so dumm, wie er aussieht“ und um eine Empörungswelle zu vermeiden, sagte Dr. Kirfel: „Ich darf das sagen, ich bin ein Eifeler Jong.“ Ein weiteres Bonmot schob Kirfel Kaiser Wilhelm II. in die Schuhe: Der Kaiser lobte die Eifel als vorzügliches Jagdgebiet und fügte hinzu: „Nur schade, dass dort Menschen wohnen.“

Aber auch dieser Jubiläumstag ging wie so viele andere viel zu schnell vorbei. Brigitte Schledorn (stv. Vorsitzende des Eifelvereins, Ortsgruppe Rheinbach), bedankte sich in einem Schlusswort bei allen Gästen und hofft, dass der Verein weiter wachsen wird und zu neuen Taten aufbricht. Bereits jetzt laufen die Vorbereitungen zum 20. Geburtstag des Vereinsheims „Eifelhaus“ am 11. Oktober 2014.

Karl-Heinz Kolvenbach erhält für 40 Jahre Mitgliedschaft im Eifel- und Heimatverein die „Goldene Anstecknadel“ (v.l.): Karl-Heinz Kolvenbach, Heinz Kessel und Heinz-Peter Thiel.Foto: STEIN

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