Die Kandidaten um den Posten des Verbandsgemeindebürgermeisters stellen sich vor
Frischer Wind für die Verbandsgemeinde?
Stadtbürgermeister Berny Abt steigt in den Ring – Im Gespräch mit BLICK aktuell erklärt er, wohin es gehen soll
Bad Ems. Vor neun Jahren wurde er zum Stadtbürgermeister von Bad Ems gewählt. Diese Amtszeit nähert sich nun dem Ende. Berny Abt denkt aber nicht daran, sich zur Ruhe zu setzen. Ganz im Gegenteil. Kurz vor Ablauf der Bewerbungsfrist hat er noch seine Unterlagen für die Wahl des Verbandsbürgermeisters der beiden fusionierenden Städte Bad Ems und Nassau eingereicht.
Nicht nur politische Freunde wissen, dass Berny Abt in dieser Zeit viel für Bad Ems getan hat – auch, wenn manche Projekte nicht umgesetzt werden konnten. Bereits zum siebten Mal war Bad Ems Start und Ziel der ADAC-Mittelrhein-Classic, der Umbau der Kindertagesstätte Haus Maria Anna, Gesundheitstage in Bad Ems, 5. Harley Welterbe-Rundfahrt Mittelrheintal im Rahmen der 11. Magic Bike Rüdesheim, die mit etwa 500 Maschinen einen Stop im Kurort machten, „Great Spa of Europe“ Bad Ems auf dem Weg zum UNESCO-Weltkulturerbe? – und mehr.
Abt ist ein Mann der ehrlichen Worte für klare Ziele. Seit 26 Jahren lebt der 1957 in Koblenz geborene Kandidat in Bad Ems. Er ist mit Herzblut Unternehmer und Regisseur sowie ehrenamtlicher Bürgermeister.
Die Nähe und Gespräche zu den Bürgern, Bürgermeistern der VG ist ihm wichtig. Ebenso der Kontakt zu den Vereinen und Gewerbetreibenden, er ist ein guter Zuhörer und weiß, wo in der Region der Schuh drückt.
Als Parteiloser hat er klare Ziele und nimmt auch kein Blatt vor den Mund. Wenn er Verbandsbürgermeister werden würde, wäre er der Erste, der von seinem Gehalt etwas abgibt. Nämlich 120.000 Euro von seinen Bezügen für das „Ehrenamt und Vereine“. Er macht sich stark dafür, dass die Bürger informiert werden, sie auch die Wahrheit erfahren – auch, wenn es der ein oder andere nicht hören will. Er ist einer, der auch mal gegen den Strom schwimmt.
Die Mitbewerber um den Posten sollten realistischer werden
Ihn erschreckt es im Moment in dem ganzen Wahlkampf, dass kaum einer der Kandidaten über die Aufgaben eines Verbandsbürgermeisters spricht. Da wird versprochen mehr für Vereine zu tun, die Stadt zu beleben und die Kaufkraft zu fördern, sich um die Leerstände zu kümmern. Dies sind aber nicht die Aufgaben. Diese Kandidaten sollten einfach mal die GemO (Gemeindeordnung) in die Hand nehmen und lesen.
Eine Verbandsgemeinde und ein Verbandsbürgermeister ist eine „Schreibstube der Kommunen“ – mehr nicht. Keiner geht konkret darauf ein, wie man beispielsweise die Verbandsgemeinde verbessert. Das fällt auf!
„Jeder schreibt, er will Ehrenamt und Vereine unterstützen, das sind leere Versprechungen. Das können die gar nicht. Die Verbandsgemeinde kann keine müde Mark dazugeben. Was nützt eine Ehrenamtskarte? Die Ehrenamtler haben andere Sorgen. Förderung des Ehrenamtes bedeutet für mich mehr, als die sonst übliche politische Floskel. Als Verbandsbürgermeister werde ich für eine finanzielle Unterstützung von Vereinen und Ehrenamt sorgen, um die Anerkennung der gesellschaftlichen Höchstleistungen auch in die Tat umzusetzen. Dies werde ich mit meiner Spende auch tun.“, so Berny Abt. Er weiß: Es braucht mehr Investitionen in unsere ehrenamtlichen Feuerwehren.
Einheit von Politik, Gewerbe und Tourismus
Politik, Gewerbe und Tourismus müssen mit einer Stimme sprechen. Dies gilt insbesondere für die Entwicklung einer leistungsstarken, effizienten und an den heutigen digitalen Erfordernissen ausgerichteten modernen Tourismusorganisation.
Eingebettet in die Verbandsgemeinde Bad Ems Nassau gilt es, die UNESCO Weltkulturerbe-Auszeichnung „Great Spas of Europe‘‘ für die Stadt Bad Ems weiter zu entwickeln.
Abts ausdrückliches Ziel ist es, die neue Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau zu stärken und zu einem erfolgreichen Wirtschaftsmotor zu entwickeln. Dies gelingt nur in einem partnerschaftlichen ehrlichen Miteinander von VG, Städten und Ortsgemeinden. Politisches Geplänkel ist nicht zielführend.
Die Verbandsgemeinde komplett reformieren
Zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau ist er offen für neue Wege, um die Verwaltung zu einem kompetenten, modernen, schnellen und sparsamen Dienstleistungsbetrieb zu entwickeln. „Ich erzähl den Leuten kein Mist. Ich bekomme als Bürgermeister von der Verwaltung nicht immer die Wahrheit erzählt. Zum Beispiel gibt es keinen Sachstandsbericht zur Wasserversorgung in unserer Verbandsgemeinde. Warum wohl nicht? Die ganz großen Verlierer werden die beiden Städte Bad Ems und Nassau sein. Das kann man verhindern, indem man ganz schnell reagiert und die Verbandsgemeinde komplett reformiert.
Die Bürger werden schleichend zur Kasse gebeten, vieles wird gerne unter den Teppich gekehrt und unter meiner Leitung als Verbandsbürgermeister wird Mauschelei und Vetternwirtschaft nicht mehr stattfinden.
