Allgemeine Berichte | 03.05.2021

Kreisimkerverband Neuwied

Frühling und Frühsommer sind Schwarmzeit für Honigbienen

Ein Bienenschwarm im Baum. Foto: Uwe Hüngsberg

Kreis Neuwied. Von Anfang Mai bis in den Juli hinein kommt es vor, dass es einem Bienenvolk zu eng in seiner Behausung wird. Dann macht sich ein Bienenschwarm auf den Flug und die Suche nach einer neuen Herberge. Die Imkerinnen und Imker versuchen durch verschiedene imkerliche Maßnahmen, es idealerweise gar nicht erst dazu kommen zu lassen. Aber es ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die Natur wirklich „im Griff“ zu behalten. Deshalb hängen ab und zu Bienenschwärme in Bäumen, Sträuchern oder auch an Gegenständen wie Zäunen, Dachvorsprüngen oder Fahrrädern und bilden eine große „Traube“ bestehend nur aus ihren Körpern.

Da können schnell bis zu 20.000 Bienen mit ihrer Königin zusammenkommen. Sie suchen ein neues Zuhause, denn ihr bisheriges Heim haben sie verlassen und es der zurückgelassenen Hälfte ihres vormals bis zu 40.000 Bienen starken Volkes überlassen. Dort entsteht eine neue Königin, denn ein Honigbienenvolk ohne Königin kann nicht überleben. Aber auch ein Schwarm, der eine geeignete neue Unterkunft findet – z.B. einen hohlen Baumstamm – ist auf Dauer dem Untergang geweiht, denn ohne imkerliche Hilfe können sich unsere Honigbienen nicht gegen die Varroamilbe schützen, die nach einiger Zeit zum Untergang des Bienenvolks führt.

Jede Imkerin und jeder Imker freut sich allerdings, wenn sie einen Schwarm fangen können, denn sie gewinnen damit ein neues Bienenvolk. Gemäß Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB §961 und §962) ist es erlaubt, einen gesichteten Bienenschwarm zu verfolgen und ihn einzufangen. Notfalls darf hierzu auch ein fremdes Grundstück betreten werden. Wer den Schwarm einfängt, wird sein neuer Eigentümer. Allerdings muss man die Schwarmtraube in der Hecke oder im Baum auch ohne Eigengefährdung erreichen können! Falls die Bienen zu hoch hängen, um sie bergen zu können, ist es für die Imker gesünder, sie ihrem Schicksal zu überlassen, als das eigene Leben oder die eigene körperliche Unversehrtheit durch einen möglichen Sturz zu gefährden.

Wer einen Schwarm gesichtet hat, informiert bitte einen bekannten Imker oder eine Imkerin. Notfalls kann auch die Feuerwehr oder die örtliche Polizei mit Telefonnummern von Imkern weiterhelfen. Auf der Internetseite www.kiv-neuwied.org finden sich die Vorsitzenden der jeweils örtlich zuständigen Imkervereine mit Telefonnummern aufgelistet.

Ein Bienenschwarm im Baum. Foto: Uwe Hüngsberg

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