„chocolART“ – handgemachte Schokoladen und Pralinen in Neuwied
Frühlingswochenende und süße Verführungen zogen an
Neuwied. Wieder einmal erwies sich die chocolART als Publikumsmagnet. Tausende Besucher machten sich am Wochenende, vor allem am Samstag, dem ersten richtig schönen Frühlingstag des Jahres, auf nach Neuwied, um sich Schokoladen in allen möglichen Formen schmecken zu lassen: in fester wie auch in flüssiger Form.
„Das Einzugsgebiet geht weit über die Grenzen Neuwieds hinaus“, stellte Petra Neuendorf am Samstagnachmittag zufrieden fest. Die Stadtmarketing Leiterin ist stolz, dass Neuwied neben Tübingen und Wernigerode nur eine von drei Städten ist, in denen chocolART gastiert. chocolART – das internationale Schokoladenfestival ist so bunt, wie es verspricht. An vielen der Stände sprach ausschließlich der Geschmack. Statt vieler Worte – dafür war aufgrund des Andrangs ohnehin wenig Zeit – gaben die Marktbeschicker Kostproben.
Die Chocolatiers, Konditoren und Schokoladenproduzenten kamen aus Deutschland, Italien, Belgien, Niederlanden und sogar Litauen. Wobei sich unter dem Begriff „Produzenten“ nicht etwa große Süßwarenfabriken, sondern vielmehr Handmanufakturen verbargen. „Selbst hergestellt, in Form gegossen und nur mit hochwertigen Zutaten“, sog sich wie ein roter Fader über das Festivalgelände. Verzichten musste keiner, denn viele der Aussteller hatten auch laktose- und glutenfreie Produkte im Angebot. „Natürlich vegan und frei von Allergenen“, versprach ein Chocolatier.
Francesco von der Ciocolatteria Venezia, tatsächlich zehn Stunden aus Pavia bei Mailand angereist, versicherte, seine Schokoladen seien sogar gesund. Sein Geheimnis: Statt mit Zucker wird bei ihm mit Stevio gesüßt. Gleich nebenan gab es die Schokolade in flüssiger Form. „Eigentlich sind wir ein Weingut an der Nahe. Irgendwann haben wir zusätzlich Liköre hergestellt und kamen so zur Schokolade“, schmunzelte Katharina Frick. Die Kakaobohnen verarbeitet die Winzerfamilie zu Yabago.
Vom Schokolikör bis zu Bier und Sekt mit Schokogeschmack
Die Interessierten konnten sich vom cremigen Schokolikör bis zur klaren und scharfen Variante durchprobieren und ihren Favoriten ausmachen. Neben Schokolikören gab es den Schokogeschmack auch im Bier und Sekt. „Aus Chardonnay Trauben, mit schwarzem Kakao und Nuss“, erklärte der französische Winzer. Auch Axel von Bruggen hatte etwas Besonderes in seiner Auslage. „Die Schokoladenbomben sind im Moment richtig trendy“, berichtete der Niederländer. Die Golfball großen Kugeln werden einfach in heiße Milch aufgelöst. Genau portioniert und ohne das Kakaopulver zu verschütten.
Einfach Kakao kann jeder und deshalb zählten Roter Pfeffer, Chai, Rum und Lakritz zu den Spezialitäten in seiner Auslage. Bei Giancarlo Maestrone gab es die Schokolade liebevoll und von Hand in bunten Papier eingepackt. Optisch wie der goldene Ferrero Rocher und das ist kein Zufall. „Die Firma Ferrero ist bei mir ganz in der Nähe und es handelt sich dabei um eine Spezialität aus dem Piemont“, berichtete Giancarlo Maestrone. Die über dreißig Varianten gab es in Vollmilch- oder Zartbitter. Bei den älteren Menschen stünden die alkoholischen Sorten, Rum und Orange-Cognac hoch im Kurs.
Neben Schokolade, Pralinen und Nougat gab es unter den 25 Ausstellern auch italienisches Gebäck, österreichische Sachertorte und französische Macarons in den typisch bunten Farben, zu entdecken. Den weiten Weg aus Vilnius (Litauen) hatten zwei Chocolatiers auf sich genommen. Während im Baltikum überwiegend die dunkle Schokolade gefragt ist, mögen die Deutschen mehrheitlich Vollmilch. An mehreren Ständen machte man dem Festivalnamen ChocolART alle Ehre. Eigentlich waren die fantasievollen Schokoladen Kreationen viel zu Schade zum Essen. „Vielleicht schaffen wir es ja, die hübschen Figuren drei Tage unberührt auf dem Tisch stehen zu lassen“, meinte Vera Horn, was ihr man vorausschauend mit Kopfschütteln quittierte.
17,5 Meter langer Hingucker
Am Samstag war eine 17,5 Meter lange Schokoladetafel, die sich zwischen den Eiscafés Theatro und Brustolon hinzog, der Hingucker. Und weil der italienische Chocolatier die Dekoration allein nie geschafft hätte, durften ihm die Kinderprinzenpaare mit ihren Gefolgen aus Irlich, Oberbieber, Engers und Heimbach-Weis helfen. Ruckzuck erstrahlte das Prachtstück in bunten Farben. Das Trocknen dauerte dann schon etwas länger, immerhin dürfte es sich um den wärmsten Tag des Jahres gehandelt haben. Gegen eine freiwillige Spende für die Erdbebenopfer in der Türkei und Syrien wurde die Rekord Schokoladentafel am späten Nachmittag verzehrt.
Das nahende Osterfest war mit hübschen Dekorationen auf dem Festivalgelände allgegenwärtig. Am Sonntag gehörten zwei Osterhasen mit süßen Überraschungen zum Rahmenprogramm. FF
Schokolade in flüssiger Form als Likör gab es beim Weingut Frick zu probieren.
Italienischer Charme und Lebensfreude auf dem internationalen Schokoladenfestival ChcolART.
17,5 Meter maß die Schokoladentafel, die von vier Kinderprinzenpaare bunt dekoriert wurde.
