Allgemeine Berichte | 12.04.2022

Lahnsteiner Altertumsverein

Führung auf dem Judenfriedhof weckte großes Interesse

Viele Lahnsteiner interessierten sich für die Geschichte des Friedhofs.  Foto: Bernd Geil

Lahnstein. Über 50 Lahnsteinerinnen und Lahnsteiner nahmen an der vom LAV angebotenen Führung über den jüdischen Friedhof Oberlahnstein teil. Die beiden Vorstandsmitglieder Stadtarchivar Bernd Geil und Anwohner Toni Schmitt stellten das Gelände am Ahler Weg nahe der Hochbrücke vor.

Hier wurden seit dem 18. Jhd. die Juden aus Oberlahnstein, ab 1918 auch aus Niederlahnstein, bestattet. Der Friedhof besteht aus einem älteren, heute bewaldeten Teil, und aus dem jüngeren, begehbaren Feld, das von 1887 bis 1941 belegt wurde. Darauf sind insgesamt 37 Grabstellen mit den erst im 20. Jhd. üblichen Grabumfassungen erhalten geblieben, weitere 11 teils fragmentarische Grabsteine stehen entlang der südlichen Friedhofsmauer. Acht von ihnen wurden vor ca. zehn Jahren von Vorstandsmitgliedern im älteren Friedhofsteil geborgen und hier aufgestellt. In der NS-Zeit wurde der Friedhof geschändet, die Grabsteine umgeworfen und mitsamt der Umfassungen zerstört. Nach dem Krieg wurden Mitglieder der ehemaligen NS-Organisationen vom Ortsbeirat Oberlahnstein zu Aufräumungsarbeiten gezwungen. Dabei wurden die Grabsteine – soweit sie noch auffindbar waren – repariert und wiederaufgerichtet. Nachfahren der Verstorbenen hatten einige wenige Grabsteine durch neue ersetzen lassen. Nach jüdischem Ritualrecht ist der Friedhof ein heiliger Ort, der durch keinen äußeren Eingriff gestört werden darf, weder Umbettung noch Grabpflege. Der Friedhof soll für die Ewigkeit bestehen bleiben, weshalb eine Entwidmung und anschließende Bebauung, wie in Niederlahnstein im Unteren Lagweg in den Jahren 1957 bzw. 1970 geschehen, unzulässig ist.

Die Jüdische Kultusgemeinde Koblenz als Rechtsnachfolgerin der Kultusgemeinde Oberlahnstein betreut heute 99 Friedhöfe. Sie sorgt für Grabsteinsicherung und -aufstellung, während die Friedhofsunterhaltung wie Einfriedung, Tor, Zugangs- und Hauptwege freihalten, Gras schneiden und Unkraut beseitigen, Baumbeschneidung und -fällung Aufgabe der öffentlichen Hand ist. Seit 1988 steht der jüdische Friedhof in Lahnstein unter Denkmalschutz. Über den Friedhof und insgesamt das jüdische Leben in Lahnstein hat der Lahnsteiner Altertumsverein durch Hans G. Kuhn und Hubertus Seibert 2015 das Buch „Was geblieben ist. Spuren jüdischen Lebens in Lahnstein“ veröffentlicht. Es ist im Buchhandel oder direkt beim Verein käuflich zu erwerben.

Terminankündigungen:

Freitag, 20. Mai, 19 Uhr, Hospitalkapelle Lahnstein: Vortrag Dr. Elmar Rettinger über den Mainzer Dom

Freitag, 24. Juni, 18 Uhr, Pfarrzentrum am Europaplatz: JHV und 19.30 Uhr Dr. Otto Volk über

den Oberlahnsteiner Zoll

Samstag, 9. Juli, Bus-Exkursion nach Mainz mit exklusiver Domführung. Anmeldung bei Ruth Blecher, Tel. 0 26 28 98 70 39, oder bei Bernd Geil, Stadtarchiv Lahnstein, archiv@lahnstein.de

Viele Lahnsteiner interessierten sich für die Geschichte des Friedhofs. Foto: Bernd Geil

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