Frauentreff Meckenheim e. V.
Führung durch das Opernhaus in Bonn
Meckenheim.15 Frauen des Frauentreffs Meckenheim e. V. hatten eine 90 minütige Führung durch das Bonner Opernhaus bestellt und sich davor in einem Cafe mit Kaffee und Kuchen gestärkt.
Am Bühneneingang wurden sie von dem technischen Direktor an den städtischen Bühnen Bonn, zu denen auch die Werkstattbühnen in Beuel und das Schauspielhaus in Bad Godesberg gehören, empfangen.
Peter Keune erzählte zu Beginn im Foyer etwas zur Bau- und Theatergeschichte in Bonn. Das Opernhaus Bonn konnte im vergangenen Jahr seinen 50. Geburtstag feiern und bietet – nach einer Erweiterung – heute Platz für 1.039 Besucher. Das asymmetrische Stahlbetongebäude hat an den Außenwänden Metallplatten, die an Fischschuppen erinnern. Der Architekt Otto Piene hat sowohl die drei wunderbaren Lichtkugeln im oberen Foyer als auch zwei breitgefächerte Lichtstraßen an den Decken im Zuschauerraum entworfen und bauen lassen. Die beiden Lichtstraßen bestehen aus 1.400 Glühlampen, die auf beweglichen, absenkbaren Flächen montiert sind. Das Opernhaus Bonn ist kein Logentheater. Es hat dafür aber ein Hochparkett, das gelegentlich bei Inzenierungen mit einbezogen wird. Da heute mit Videoprojektionen gearbeitet wird, ist der große Projektor ganz wichtig, ebenso wie die drei Monitore, die für die Einsätze der Sänger und des Chores einfach unverzichtbar geworden sind. Dann gibt es noch das große Mischpult und die Orchestergrabenbrüstung. Sie ist der Übergang zu dem tiefer liegenden Orchestergraben. Mit 50 qm eher ein kleiner Orchestergraben, der in vier Podien unterteilt ist, die je nach Bedarf in der Höhe verstellbar sind.
Die Oper Bonn ist ein relativ großes Opernhaus, hat aber leider keine große Bühne. Die Bühne hat eine L-Form, ist in eine Vorder- und in eine Hinterbühne unterteilt und hat rechts noch eine weitere Seitenbühne. Teile der Bühnen lassen sich rauf- und runterfahren. Im hinteren Teil der Bühne befindet sich eine Drehscheibe. Auch gibt es eine Grube, um Menschen und Gegenstände verschwinden oder auftauchen zu lassen. Der Bühnenturm, mit einem Teil der Zugmaschinen, hat eine Zughöhe von 23 Meter. Auf dem Ballettflur mit den Ballettgarderoben und den Requisiten erfuhren die Damen, dass es Unglück bringt, die Requisiten anzufassen. Man kam auch an der „Aufbrezelstube“, der Maske vorbei und betrat die Unterbühne, wo sich das Orchester gerade im Orchestergraben einspielte. Außerdem gibt es noch fünf Probebühnen, drei für das Schauspiel und zwei für die Oper und einen Ballettsaal. Das Haus ist ein Repertoirtheater, das jeden Tag etwas anderes spielt. Die Dekorationen werden selbst entworfen und in Beuel in den Werkstätten hergestellt. Die Kostüme werden ebenfalls selbst entworfen und selbst geschneidert. Zehn Auszubildende werden zur Zeit in verschiedenen Berufen ausgebildet. Zum Schluss kam man noch in den Chorraum, der fast völlig mit akustischen Modulen ausgekleidet ist. Hier halten der Hauschor, der Extrachor und der Kinderchor seine Proben ab.
Das Opernhaus Bonn wird für Opern, Musicals, mindestens drei Konzerte im Jahr, internationale Tanz-Gastspiele und Theaterfeste genutzt. Außerdem kommen in der Reihe „Quatsch keine Oper“ auch Comedy, Kabarett und Kleinkunst zur Aufführung. Gespielt wird an drei Orten. 90 % der Kosten machen die Fixkosten aus. Voller neuer Eindrücke machten sich die Frauen auf den Heimweg und werden sich im nächsten Jahr, wenn möglich, auch die Theaterwerkstätten in Beuel ansehen.
