Allgemeine Berichte | 17.02.2025

Erste Stadtratssitzung des Jahres im Schnelldurchlauf

Für die Anschaffung einer mobilen Veranstaltungshalle war Eile geboten

1,1 Mio. Euro möchte die Stadt Neuwied für eine mobile Veranstaltungshalle als Provisorium ausgeben, weil das Heimathaus zum 31. Dezember geschlossen wird.  Fotos: FF

Neuwied. Im Schnelldurchlauf ging die erste Stadtratssitzung des Jahres über die Bühne. Und das gleich zweifach und im wahrsten Sinne des Wortes. Zum einen war das Heimathaus zu einer bunten Narhalla umfunktioniert. Immerhin befindet Neuwied sich auf dem Höhepunkt des Sitzungskarnevals. Zum anderen war der öffentliche Teil der Ratssitzung deshalb so kurz, weil er hätte eigentlich gar nicht stattfinden sollen. „Aus Neutralitätsgründen vor der in Kürze, am 23. Februar, stattfindenden Oberbürgermeisterwahl“, wie Oberbürgermeister Jan Einig erklärte. Aus diesem Grund fiel auch die beliebte Einwohnerfragestunde nach §16a der Gemeindeordnung aus. Weil aber zwei dringende Beschlüsse gefasst werden mussten, nämlich dem Zuschuss für die Wagenbauhalle der GEK Engers sowie dem Kauf einer mobilen Veranstaltungshalle, fand die zweite Ratssitzung des Jahres dennoch statt. Allerdings hatten sich die Fraktionen in der Ältestenratssitzung auf den Verzicht von Redebeiträgen verständigt. Sämtliche Tagesordnungspunkte wurden also lediglich von Jan Einig vorgetragen und zur Abstimmung gestellt. Vor Beginn der Tagesordnung rief der Stadtchef zunächst zu einer Gedenkminute auf. Anlass war der Terroranschlag von München, bei dem 35 Personen verletzt und eine Mutter mit Tochter tödlich verletzt wurden. Ein weiterer Anlass war der Tod von Alfons Keßler. Der Engerser gehörte dem Stadtrat von 2004 bis 2014 als Mitglied der FDP-Fraktion und von 2014 bis 2018 als Mitglied der Etscheid-Keßler Fraktion an. Am 22. Dezember war Alfons Keßler im Alter von 84 Jahren verstorben. Oberbürgermeister Jan Einig würdigte das Engagement des Liberalen und erinnerte an dessen Wirken in diversen Arbeitsgruppen und Stiftungen. Alfons Keßler brachte sich über seine politische Tätigkeit hinaus in die Gesellschaft ein. Unter anderem stand er viele Jahre als Redner auf der Bühne im Engerser Karneval.

Vorbehaltlich der Genehmigung des Haushaltes 2025 durch die ADD votierte der Stadtrat einstimmig für die Bereitstellung von 400.000 Euro als einmaliger Zuschuss für den Bau einer neuen Wagenbauhalle in Engers. In der Silvesternacht war der bislang genutzte Lokschuppen abgebrannt. Dieser war seit Jahrzehnten Heimat der Karnevalisten. Hier wurden Karnevalswagen gebaut sowie die Bühnenbilder und Hallendekorationen für die Saalveranstaltungen gefertigt. Auch die jährlich neu gebaute Engerser Kirmeskrone wurde von den Jahrgängen in der Halle gefertigt. In ihrem Antrag bezifferte die Große Engerser Karnevalsgesellschaft von 1855 e. V (GEK) die gesamten Kosten mit 700.000 Euro. An der bisherigen Stelle solle eine Kalthalle in Stahlbauweise in der Größe 23,3 x 33,45 Metern inklusive einer kleinen sanitären Anlage entstehen. Die Differenz in Höhe von 300.000 Euro will die GEK selbst finanzieren bzw. in Eigenleistung erbringen. „Eine neue Halle ist nicht nur für die GEK, sondern für alle in der Vergangenheit ansässigen Vereine immens wichtig, damit unser Vereinsleben, welches sich dem Brauchtum verpflichtet, weiter bestehen kann und wir unseren wichtigen Auftrag zum gesellschaftlichen Leben erfüllen können“, begründete GEK-Präsident Ansgar Schunkert den Antrag.

Mobile Veranstaltungshalle statt Heimathaus

Im Heimathaus gehen bekanntlich Ende des Jahres die Lichter aus. Wie es danach mit Neuwieds guter Stube weitergeht, ist bislang offen. Und selbst wenn die Konzeptionierung steht, wird der Neubau an alter oder anderer Stelle noch viele Jahre dauern. Damit Neuwied bis dahin nicht in eine kulturelle Ödnis verfällt, beabsichtigt die Stadt Neuwied die Anschaffung einer mobilen Veranstaltungshalle als Übergangslösung. Oberbürgermeister Jan Einig warb bei den Fraktionen für die Zustimmung zum Kauf einer „gebrauchten“ Halle in Höhe von 1,1 Mio. Euro. „Es ist Eile geboten. Es gibt noch andere Interessenten“, erklärte der Oberbürgermeister. Außerdem sei es denkbar, die Halle nach den Nutzungsjahren ebenfalls wieder zu verkaufen, so dass ein Teil der Ausgaben zurückfließt. Bei den Ratsmitgliedern rannte er offene Türen ein. Sie gaben grünes Licht, damit die Verwaltung die Verhandlungen und Planungen entsprechend weiterverfolgen kann. Bei der in Rede stehenden Halle handelt es sich um einen Konzertsaal mit bis zu 1.200 Sitzplätzen. Die Halle stand bisher bei Schloss Johannisberg im Rheingau und diente dem Rheingau Musikfestival als Spielstätte. Dies vorrangig zur Durchführung von Veranstaltungen unter pandemischen Bedingungen. Jan Einig erläuterte das zusätzliche infrastrukturelle Maßnahmen (Ver- und Entsorgung, Toiletten, Garderobenbereich, Stuhllager, Getränkeausgabe, etc.) berücksichtigt werden müssen. Teilweise könnte diese Infrastruktur in einem abgeteilten Bereich der Halle erfolgen. Ein anderer Teil könnte über Containerlösungen erfolgen. „Wir können davon ausgehen, dass die Halle bei erfolgreichen Verhandlungen zum 1. Januar 2026 ihren Betrieb aufnehmen kann“, zeigte sich der Oberbürgermeister zuversichtlich. Offen bleibt zunächst noch die spannende Frage, wo die Halle aufgebaut wird? Am Tag nach der Ratssitzung erklärte Pressesprecher Ulf Steffenfauseweh auf Anfrage von BLICK aktuell, dass die Verwaltung nach geeigneten Standorten in der Innenstadt suche und einen bereits fest im Auge habe. Doch zunächst müssten baurechtliche Belange geklärt werden. Ebenfalls seien lärmtechnische Vorgaben zu berücksichtigen.

Neuer Boden in der Kita Gladbach

In Gladbach sorgt der einstimmige Entscheid für die kath. Kindertagesstätte Maria Himmelfahrt für Freude. Aktuell sieht es so aus: Löcher im Fußbodenbelag und Brüche im Estrich in der Halle, im Flur, in den Gruppen-/Nebenräumen, sowie im Essensraum. Insbesondere in den Laufflächen sind die Beläge stark abgelaufen. Das Bistum Trier hat die Kosten der Sanierungsmaßnahme mit 54.000 Euro beziffert und bei der Stadt Neuwied um einen Zuschuss gebeten. Wie in ähnlich gelagerten Fällen beteiligt sich die Stadt mit 65%, sprich 35.100 Euro.

FF

Die Fraktionen gaben grünes Licht für 35.000 Euro Zuschuss für Sanierungsmaßnahmen in der kath. Kindertagesstätte Maria Himmelfahrt in Gladbach.

Die Fraktionen gaben grünes Licht für 35.000 Euro Zuschuss für Sanierungsmaßnahmen in der kath. Kindertagesstätte Maria Himmelfahrt in Gladbach.

1,1 Mio. Euro möchte die Stadt Neuwied für eine mobile Veranstaltungshalle als Provisorium ausgeben, weil das Heimathaus zum 31. Dezember geschlossen wird. Fotos: FF

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