Allgemeine Berichte | 29.07.2016, 12:57 Uhr

Maria Schön übernimmt beim DRK das Amt des landesgeförderten Migrationsfachdienstes

Für eine friedliche Gesellschaft

Maria Schön (2. v. re.) nimmt beim DRK im Kreis Ahrweiler die Aufgaben des Migrationsfachdienstes wahr. Für Migranten ist sie eine Lotsin durch den Dschungel aus Gesetzen, Fördermöglichkeiten, Unterstützungsprojekten und Institutionen. Ziel ihrer Arbeit ist es, Asylbewerber während des Asylverfahrens zu beraten und zu begleiten. Dazu gehört auch die Unterstützung zur angemessenen und nachhaltigen Integration.Thorsten Trütgen
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Kreis Ahrweiler. Flüchtlinge im laufenden Asylverfahren sind von der Inanspruchnahme vieler staatlicher Integrationsleistungen ausgeschlossen. Erst eine eindeutig geklärte Rechtsstellung der Asylbegehrenden ermöglicht den Zugang zu diesen Leistungen. Gesellschaftliche Teilhabe und Beteiligung sind für diese Menschen, auch wegen der mitunter langen Verfahren, deshalb oft schwierig.

Als Migrationsfachberaterin berät Maria Schön Neuzugewanderte genauso wie bereits seit Längerem in Deutschland lebende Menschen, die Integrationsangebote wahrnehmen möchten. Die Inanspruchnahme des Migrationsfachdienstes ist freiwillig und kostenlos. Die Beratung orientiert sich am Bedarf und den persönlichen Fähigkeiten der Ratsuchenden. Sie erfolgt unabhängig von staatlichen Stellen, ist ergebnisoffen und vertraulich. Unter Berücksichtigung des jeweiligen Rechtsstatus des Ratsuchenden werden entsprechende Angebote vermittelt. Um eine bestmögliche individuelle Beratung und Leistungsvermittlung zu ermöglichen, ist Maria Schön mit einer Vielzahl anderer in der Integrationshilfe von Migranten tätigen Organisationen vernetzt. Soweit erforderlich wird in Absprache und mit Entbindung von der Schweigepflicht durch die Klienten auch mit Behörden und anderen öffentlichen Stellen kooperiert.

Für Maria Schön steht gemäß der Rotkreuzidee der hilfsbedürftige Mensch im Mittelpunkt. „Oft kennen Flüchtlinge, die zu uns kommen, das Rote Kreuz oder unsere Schwesterorganisation den Roten Halbmond bereits. Sie wissen, dass, sofern es möglich ist, sie bei uns neutrale und unabhängige Hilfe unter Berücksichtigung ihrer persönlichen Situation erhalten“, sagt Maria Schön. Die glücklichen Gesichter nach erfolgreicher Hilfe und ein herzlicher Dank sind regelmäßiger Bestandteil ihrer Arbeit. „Dabei ist auffällig, dass man die neuen Mitbürger bereits mit kleinen Maßnahmen glücklich macht.“

Unterschieden wird in die strukturelle und individuelle Integrationsförderung. Strukturelle Integrationsförderung umfasst grundlegende Voraussetzungen zur Integration. Ein wichtiger Bestandteil ist die sozialraumorientierte Arbeit. Deren Ziel ist es, das Lebensumfeld der Migranten so zu gestalten und Verhältnisse zu schaffen, die es ermöglichen, besser in schwierigen Lebenslagen zurechtzukommen. Die interkulturelle Öffnung von Institutionen, Vereinen und Organisationen, die Schaffung von Grundlagen zum bürgerschaftlichen Engagement von Migranten, Antidiskriminierungsarbeit, berufliche Eingliederung sowie Sprach- und Bildungsförderung sind weitere Bestandteile der strukturellen Integrationsförderung.

Die Migrationsfachberater sollen zur Verbesserung der strukturellen Integrationsförderung während ihrer täglichen Arbeit Integrationschancen und -probleme erkennen und benennen. In partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den öffentlichen Trägern und den weiteren in der Integrationshilfe tätigen Organisationen werden Unterstützungen und Lösungen ermittelt.

Ziel der individuellen Integrationsförderung ist es, die Menschen, die die Beratung in Anspruch nehmen, aktiv bei der Integration zu unterstützen und ihnen Wege zur gleichberechtigten und angemessenen Teilhabe und Beteiligung in allen Lebensbereichen in unserer Gesellschaft aufzuzeigen. Dabei sollen sie lernen, ihre Interessen selbstverantwortlich und selbstbestimmt zu vertreten und zu gestalten. Grundlage dafür sind die Projekte der strukturellen Integrationsförderung. Maria Schön vermittelt Erstkontakte und begleitet bei Bedarf Gänge zu Behörden oder anderen Organisationen. Sie hilft beim Ausfüllen von Formularen und sucht gemeinsam mit den Migranten nach weiteren relevanten Angeboten, wie etwa Sprachlehrgänge, Anerkennung beruflicher Qualifikationen oder deren Vervollständigung. Hier nutzt sie ihre Netzwerkkontakte und vermittelt die Ratsuchenden ohne Umwege an die richtigen Stellen.

Maria Schön (2. v. re.) nimmt beim DRK im Kreis Ahrweiler die Aufgaben des Migrationsfachdienstes wahr. Für Migranten ist sie eine Lotsin durch den Dschungel aus Gesetzen, Fördermöglichkeiten, Unterstützungsprojekten und Institutionen. Ziel ihrer Arbeit ist es, Asylbewerber während des Asylverfahrens zu beraten und zu begleiten. Dazu gehört auch die Unterstützung zur angemessenen und nachhaltigen Integration.Foto: Thorsten Trütgen

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