Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hielt eine Festansprache zum runden Geburtstag des Zentrums Innere Führung
„Gäbe es die Innere Führung nicht, so müsste man sie heute erfinden“
Koblenz. Das Zentrum Innere Führung feierte am Donnerstag sein 60. Jubiläumsjahr. Um die Arbeit der Angehörigen des Zentrums zu würdigen, besuchte die Bundesministerin der Verteidigung, Ursula von der Leyen, im Rahmen ihrer Sommerreise den Koblenzer Standort.
Das Zentrum Innere Führung dient der Bundeswehr zur Schulung von zivilen und militärischem Personal und setzt sich mit Forschungsfragen der Inneren Führung auseinander. Gegründet wurde es 1956 in Köln als Schule der Bundeswehr für Innere Führung. „Es war der Grundstein in der Volksgeschichte der Führungs- und Organisationskultur der Streitkräfte“, betonte Generalmajor Reinhardt Zudrop in seiner Rede. 1957 wurde das Zentrum nach Koblenz verlegt und später in das Zentrum Innere Führung umbenannt.
„Zeiten ändern sich“
Mit dem Leitsatz „Zeiten ändern sich und wir ändern uns in ihnen“ begann die Verteidigungsministerin ihre Festansprache. Der Schutz der Freiheit war die zentrale Frage bei der Neugründung der Bundeswehr. Eine Armee blinden Gehorsams und Demokratiefeindlichkeit durfte es nie wieder geben. In der neuen Haltung mussten Befehl und Gehorsam mit den demokratischen Werten einer offenen Gesellschaft vereint werden. Das erfüllte das Zentrum Innere Führung mit Erfolg.
Seit der Gründung 1956 hat sich Vieles geändert. Aufgrund der sicherheitspolitischen Lage sind die Anforderungen an die Soldatinnen und Soldaten gewachsen. So wie sich die Welt im permanenten Wandel befindet, so sind auch die Werte einer Gesellschaft aber auch die einer Armee im ständigen Wandel. Durch Zunahme an Auslandseinsätzen in der Vergangenheit wuchs die Kooperation mit den Armeen anderer Staaten. Daher müssen auch die Vorschriften für die Innere Führung aktualisiert und neu verfasst werden, um den Soldatinnen und Soldaten das Rüstzeug für die engere Zusammenarbeit zu geben.
Das Individuum steht im Fokus
Im Fokus der Inneren Führung steht aber auch das Individuum. Junge Soldatinnen und Soldaten brauchen Orientierung und innere Festigkeit. Das Fundament dazu schafft das Zentrum Innere Führung durch politische Bildung und der Auseinandersetzung mit ethischen Fragen und allgemeinen Lebensfragen. Hier sind die Vorgesetzten gefordert, die Methoden und Strategien moderner Führung beherrschen und jungen Menschen die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Arbeit in der Bundeswehr schaffen.
Die Bundeswehr hat ein großes Interesse daran, junge Männer und Frauen für sich zu gewinnen, die bereit sind unter den schwierigen Bedingungen der Globalisierung für das Land zu dienen. Die Verteidigungsministerin betonte: „Der Beruf von Soldatinnen und Soldaten ist kein Beruf wie jeder andere, weil diese jungen Menschen bereit sind unsere Freiheit, unsere Demokratie und unsere Werte zu verteidigen, auch unter Einsatz ihres Lebens. Aber gerade weil sie bereit sind das alles zu geben, müssen wir sie umso besser hier bei uns zu Hause behandeln und ihnen die Rahmenbedingungen schaffen, die sie brauchen.“
Vielfältig aufgestellte Armee
Durch die vielfältigen komplexen Probleme in der Welt bedarf es auch einer vielfältig aufgestellten Armee, um die unterschiedlichen Risiken überblicken zu können. Dazu bedarf es einer Vielfalt an Menschen in der Truppe aber auch in der Führung mit ihren unterschiedlichen Biografien und Erfahrungswerten. Das Zentrum Innere Führung macht all das möglich und für diesen verantwortungsvollen Einsatz bedankte sich Ursula von der Leyen mit dem größten Respekt.
Nach dem Festakt gab es noch die Gelegenheit zum lockeren Austausch: Hier Ursula von der Leyen u.a. im Gespräch mit dem Landrat Frank Puchtler (SPD) (Rhein-Lahn-Kreis).
