Jugendaustausch zwischen Dekanat Nassauer Land und Distrikt Mabira bereichert gegenseitig
Gäste aus Tansania nehmen Freundschaft mit in Heimat
Rhein-Lahn-Kreis. Umarmungen, der Austausch von Gastgeschenken und viele frohe Gesichter– das prägte den Abschied zwischen jungen Menschen aus dem Rhein-Lahn-Kreis und den Gleichaltrigen aus Tansania. Drei Wochen verbrachten die afrikanischen Gäste im evangelischen Dekanat Nassauer Land, das seit fast 40 Jahren eine Partnerschaft mit dem evangelisch-lutherischen Distrikt Mabira pflegt, die seit sechs Jahren im Rahmen einer Jugend-Partnerschaft auch an die nächste Generation weitergetragen wird. Eine Woche verbrachten sie im Schlopenhof Hainau und zwei Wochen in Gastfamilien.
Der Besuch von Schulen, Wald, Firmen, Bauernhöfen, der Handwerkskammer Koblenz, von Sehenswürdigkeiten und Kultur im Kreis oder von Wartburg und Lutherhaus in Eisenach sowie eine Pflanzaktion von Bäumen sind nur einige Punkte des vielseitigen Programms, das die jungen Gäste aus Mabira erlebten, an die Berthold Krebs, Vorsitzender des Arbeitskreises Nassau-Mabira, während des Abschiedsabends in Kördorf erinnerte; festgehalten waren die Erinnerungen in tollen Aufnahmen von David Metzmacher. Der hatte mit seinem Bruder Tobias selbst zwei Gäste in Dausenau beherbergt und gehört zu den Gründern der Jugendpartnerschaft 2013 in Mabira. „Wir sind ja etwas älter geworden, aber für mich bedeuten die Begegnungen immer wieder auch einen Blick aufs eigene Leben und Erwachsenwerden und wie viel Chancen ich in meinem jungen Leben habe“, so eine dankbare Erfahrung des 25-Jährigen. Mit dem 26-jährigen Hochschüler Moses und dem 23-jährigen Elektrolehrling Deocta waren schnell Gemeinsamkeiten zum Reden gefunden; gemeinsames Singen und Spielen wie Memory brachten außerhalb des offiziellen Programms näher.
Dem Gegenbesuch in Tansania fiebert die 20-jährige Anna Köhler aus Dornholzhausen entgegen. Sie stieß als junge Gastgeberin neu zur Jugendpartnerschaft hinzu. „Wenn sich ein Mensch über Dinge so freut, die wir für selbstverständlich erachten, wie etwa das fließende Wasser unter der Dusche, wird einem bewusst, wie gut wir es haben.“ Überhaupt empfindet sie den Kontakt zu fremden Kulturen als eine Bereicherung, wie sie es unter anderem auch schon während eines Aufenthaltes in Peru erlebt hat.
„Ihr habt uns in eure Herzen schauen lassen und davon haben wir etwas gehabt, das wir mit nach Hause nehmen“, dankte der 26-jährige Moses den jungen Gastgebern, deren Familien sowie Dekanatsjugendreferent Torsten Knüppel und dem Arbeitskreis für Vorbereitung und Organisation des Programms. „Wir haben viel über Ausbildung gesehen und gelernt und wie ihr die Schöpfung bewahrt“, nannte der junge Mann zwei Beispiele. Mabiras Distriktpfarrer Jerryson Mambo, der die Gruppe begleitete, schloss in den Dank („ich kann nur staunen, was wir alles erlebt und an unserer Kirche entdeckt haben“) auch die laufenden Projekte des Arbeitskreises ein; „wer sind wir, dass wir das verdient haben?“
Dankbar, dass die Jugendbegegnung keine Einbahnstraße ist, sondern bedeutet, voneinander zu lernen, zeigte sich Berthold Krebs. Dazu zählte er Freundlichkeit und Herzlichkeit. „Was das in eurer Kultur bedeutet, habt ihr uns auch hier toll vermittelt.“ Für Torsten Knüppel ein Schlüsselerlebnis: Als der Bruder einer Gastgeberin in Niederneisen, der mit der Partnerschaft eigentlich gar nichts zu tun hatte, dem Besuch aus Mabira zeigte, wie Whatsapp funktioniert. Solch kleine Völker verbindende Szenen seien bereichernd und machten Partnerschaft lebendig.
An die verbindende biblische Botschaft von Freundlichkeit, Barmherzigkeit und Nächstenliebe erinnerte der stellvertretende Dekan des Dekanats Nassauer Land, Pfarrer Christian Dolke. „Dieses geistliche Band wird uns bleiben, egal wo wir sind und wann wir uns wiedersehen.“ Angesichts weltweiter Konflikte und Herausforderungen sei es gut, wenn Menschen persönlich zusammenkommen, sagte Landrat Frank Puchtler und betonte bei allen unterschiedlichen Perspektiven: „Wir leben auf einem Erdball und schauen in eine Sonne“.
Pressemitteilung
Dekanat Nassauer Land
Betriebsbesuche wie in der Firma Schaefer-Kalk in Hahnstätten gehörten ebenso zum Programm wie ein Waldtag, um mit Waldpädagoge Willi Bausch-Weis im Lahnsteiner Forst Kastanien anzupflanzen.Fotos: privat
