Allgemeine Berichte | 31.10.2022

Historiker und Archäologe Jost Auler war zu Gast im Odendorfer Zehnthaus

„Galgen, Rad und Scheiterhaufen“

Archäologie an mittelalterlichen und neuzeitlichen Richtstätten

Der Dormagener Historiker und Archäologe Jost Auler kann mit Fug und Recht als Begründer der Richtstätten-Archäologie bezeichnet werden. Foto: privat

Swisttal-Odendorf. Der Dormagener Historiker und Archäologe Jost Auler kann mit Fug und Recht als Begründer der Richtstätten-Archäologie bezeichnet werden. Erforschte er nach Abschluss seines Studiums vor allem Fundplätze der Stein-, Bronze- und Eisenzeit und nahm an der Ausgrabung von römischen Gebäuden und Anlagen teil, so weckten doch die mittelalterlichen und neuzeitlichen Richtstätten schon früh sein – zunächst nur theoretisches - Interesse. Bei dem Zusammentragen der bis dahin vorliegenden Veröffentlichungen wurde ihm deutlich, dass die meist nur zufällig gefundenen Relikte von Richtplätzen und Hinrichtungen von der klassischen Archäologie oft sehr stiefmütterlich, gewissermaßen als Beifang, behandelt wurden. Systematisch konnte er sich der hier erkannten Forschungslücke allerdings erst ab dem Jahr 2000 zuwenden. Nach der Geburt seiner Tochter hatte Auler sich entschieden, von zu Hause aus wissenschaftlich zu arbeiten. Es gelang ihm dabei schnell, ein tragfähiges Netzwerk aus deutschen und internationalen Forschern aufzubauen.

Mit mehr als dreißig Kollegen konnte er 2008 als Herausgeber und Autor ein Standardwerk mit dem Titel „Richtstättenarchäologie“ veröffentlichen. Am 26. Oktober trug Jost Auler unter dem Titel „Galgen, Rad und Scheiterhaufen“ im gutbesuchten Odendorfer Zehnthaus vor. Er nahm das Publikum auf eine anschauliche Reise durch viele Länder mit und belegte an Hand von bildlichen Beispielen, dass die Richtstätten-Kultur ein europäisches Phänomen war. Richtstätten waren landschaftsprägend, Galgen befanden sich vor den Toren an exponierten Stellen. Hinrichtungen waren herrschaftliche Machtdemonstrationen.

Es ging um Sühne und Abschreckung, nicht um Resozialisierung. Aber natürlich waren Hinrichtungen auch ein öffentliches Schauspiel. Ausführlich und mit plastischen Beispielen ging der Referent auf die unterschiedlichen Hinrichtungsarten ein, auf die man auch aus den archäologischen Knochen-Befunden der meist am Richtplatz verscharrten Leichen schließen konnte. Ehrenhaft war das Köpfen, das in knieender Stellung des Delinquenten mit dem Richtschwert durchgeführt wurde. Unehrenhaft hingegen waren das Erhängen und das Rädern. Ketzerei und vermeintliche Zauberei, aber auch andere Vergehen wie Münzfälschung, wurden auf dem Scheiterhaufen bestraft. Neben lebhaftem Applaus zeugten auch zahlreiche Fragen der Zuhörer von dem großen Interesse an der Thematik.

Der Dormagener Historiker und Archäologe Jost Auler kann mit Fug und Recht als Begründer der Richtstätten-Archäologie bezeichnet werden. Foto: privat

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