Das Forstamt Adenau informiert
Gartenabfälle richtig entsorgen
Grünschnitt kann Artenvielfalt im Wald gefährden
Kreis Ahrweiler. Bald ist es wieder so weit: Viele Gartenbesitzer blicken voll Vorfreude der nächsten Gartensaison entgegen und die Gärten werden für den Frühling hergerichtet. Leider ist das auch die Zeit, in der Forstleute und Waldbesitzende oft Berge von Grünabfällen finden. Zweige, Strünke, Blätter und Rasenschnitt türmen sich am Waldrand, an Wegen und Wanderparkplätzen. Was viele nicht wissen: Das kann das natürliche Ökosystem ganz schön durcheinanderbringen.
„Ich kann ja die Gartenbesitzer verstehen, wenn sie glauben, man füge der Natur keinen Schaden zu, da es sich ja um natürlich abbaubares Material handelt“, so Förster Dietmar Ebi vom Forstamt Adenau. Was nach öffentlicher Kompostierung klingt, ist jedoch kein Kavaliersdelikt. Diese Art der Entsorgung ist illegal, und das aus gutem Grund. Grünschnitt, Gras und Laub gelten als Abfall und dürfen nicht in den Wald gekippt werden. Es drohen sogar hohe Bußgelder.
Aber was ist denn nun so schädlich daran?
Der Wald ist eine gut abgestimmte Lebensgemeinschaft. Mit den Gartenabfällen landen mehr Nährstoffe im Wald und das sensible Gleichgewicht gerät durcheinander. Als Folge vermehren sich Stickstoff liebende Pflanzen wie die Brennnessel oder Brombeersträucher und verdrängen die standorttypischen speziell angepassten Arten wie Veilchen oder viele Wald- und Wiesenblumen.
Wo sich Gras- und Strauchschnitt am Waldrand türmen, ersticken sie die anderen Pflanzen und die verrottenden Gartenabfälle belasten Boden und das Grundwasser. „Wildschweine fühlen sich übrigens ganz besonders wohl, wo sie regelmäßig mit Gartenabfällen versorgt werden. Gartenabfälle sind für sie wie Fast Food. Da ist der Weg in den nächsten Garten dann nicht mehr weit“, gibt der Forstmann zu bedenken.
Die grüne Fracht kann außerdem Wurzeln, Zwiebeln, Knollen oder Samen von standortfremden oder nicht heimischen Pflanzen enthalten. „Diese Pflanzen, die sogenannten Neophyten können zu einem echten Problem bei uns im Wald werden. Manche von ihnen sind so konkurrenzstark, dass sie sich ausbreiten und die heimische Vegetation verdrängen. Bekannte Beispiele sind der Riesenbärenklau oder das Indische Springkraut“, so Dietmar Ebi.
Im Kreis Ahrweiler gibt es verschiedene Möglichkeiten, Gartenabfälle zu entsorgen. Neben der Eigenkompostierung im Garten kommt hierfür eine Grünabfallsammlung infrage, die zweimal im Jahr in jeder Straße stattfindet. Darüber hinaus bieten zahlreiche Gemeinden Grünschnittsammelplätze an. Auch an den Abfallentsorgungsanlagen des Kreises wie zum Beispiel der Müll-Umladestation in Leimbach kann Grünschnitt kostenlos abgegeben werden. Detaillierte Informationen gibt es bei der Kreisverwaltung Ahrweiler. Forstleute und Waldbesitzende bitten alle Gartenbesitzer dringend, diese Möglichkeiten zu nutzen.
Weitere Informationen zum Thema Wald unter www.adenau.wald-rlp.de.
Pressemitteilung des
Forstamtes Adenau
Foto: Bei Verwendung, Nennung von Land
