Allgemeine Berichte | 23.05.2018

Interessanter Vortrag beim Verein Zehnthaus e.V. Odendorf

Gartenkunst im 20. Jahrhundert

Dr. Martin Bredenbeck.Privat

Swisttal-Odendorf. „Gartenkunst nach 1945“ lautete das zur Jahreszeit passende Thema des Vortrags, den Dr. Martin Bredenbeck, Geschäftsführer des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz im Odendorfer Zehnthausverein hielt. Bredenbeck führte die zahlreichen Zuhörer anhand von Beispielen durch die Entwicklung der Landschafts- und Gartengestaltung der Nachkriegszeit und ließ Erinnerungen an Bundes- und Landesgsartenschauen der 50er bis 80er Jahre, die Städteplanung dieser Zeit und die privaten Gärten dieser Zeit lebendig werden. Kenntnisreich schlug er von den Vorbildern barocker Schloss- und englischer Landschaftsgärten den Bogen zu den städtischen Grünanlagen der Nachkriegszeit.

Typisch waren hier die weitläufigen geschwungenen Anlagen mit - gerne auch exotischen - Gehölzen, mit Seen, Blumenbeeten in Nierentischform, Muschel- oder Zeltdach-Pavillons. Anhand der Beispiele Rheinaue in Bonn, Rheinpark in Köln und Planten und Blomen in Hamburg stellte Bredenbeck heraus, dass viele Bundesgartenschaugelände heute noch touristische Anziehungspunkte sind. Dort und andernorts wurden durch die Gartenschauen bleibende städtische Naherholungsgebiete geschaffen. Auch machte der Referent darauf aufmerksam, dass die zeittypischen Stilentwicklungen sowohl in öffentlichen Parks als Teil des städtischen Freizeit- und Aufenthaltsangebots als auch in Privatgärten ihren deutlichen Widerhall fanden. Für die 50er und 60er Jahre führte er besonders die neuen Verwendungsarten des Baustoffs Beton an, die eine eigene Formensprache erlaubten. Aus Wasch- oder Faserbeton wurden jetzt Bodenbeläge, Pflanzkübel und ganze Sitzgruppen geschaffen. Der Vortrag bot den Zuhörern neue Zugänge zur Landschafts- und Stadtentwicklung der letzten Jahrzehnte, die in den Städten immer noch vielfältig zu erleben ist, und - so das Resümee des Referenten - unbedingt erhalten werden sollte.

Dr. Martin Bredenbeck.Foto: Privat

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