Verkehrschaos auf der B 9 in Bad Breisig
Geänderte Ampelphasen bedeuten keine spürbare Verbesserung
Problematik ist seit Jahrzehnten bekannt - Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan sollte angestrebt werden
Bad Breisig. Derzeit versucht man, das ausufernde Verkehrschaos quer durch die Quellenstadt in den Griff zu kriegen. Man ist Vorschlägen gefolgt, und hat die Ampelphasen an der Einmündung Mittelstraße/B 9 verändert: Die Grünphase für die Ausfahrt auf die B 9 ist jetzt kürzer, die für den Durchgangsverkehr auf der Bundesstraße entsprechend länger. Die Folge: Die durch den Straßenbau in der Stadt ohnehin nicht gerade kleinen innerörtlichen Fahrzeugstaus wurden bis auf das Vierfache verlängert, aber die Dauer der Ortsdurchfahrt auf der B 9 wurde damit kaum merkbar verkürzt.
Neue Streckenführung nötig
Man muss eingestehen, dass das über Jahrzehnte absehbare Problem von allen verantwortlichen Stellen zu lange auf die leichte Schulter genommen wurde. Ganz anders die frühere Generation. Wirft man einen Blick in fast 50 Jahre alte Zeitungen, erkennt man, dass die Notwendigkeiten bereits damals klar waren, nur leider nicht mit dem nötigen Nachdruck umgesetzt wurden. 1968 hatte der Niederbreisiger Gemeinderat (mit Unterstützung der amtlichen Stellen von Kreis und Land) erkannt, dass nur eine wirklich dauerhafte Lösung dem voraussehbaren Verkehrschaos Paroli bieten könne. Eine Lösung für die kommenden Jahrzehnte, so war damals klar, konnte nur eine neue, entlastende Straße bieten, eine zusätzliche Linienführung entweder entlang des Hangs mit dann unvermeidbarer Brücke, neben der Bahntrasse mit dem Opfer einer Häuserzeile, oder mit einer Untertunnelung der B 9 wie später in Bad Godesberg realisiert. Welche dieser Möglichkeiten auch gewählt werden würde – jedem war klar: Die Lösung auf Dauer war eine Aufgabe, deren Realisierung Jahrzehnte in Anspruch nehmen würde.
Nur vorübergehende Abhilfe
Seitdem sind fast fünf Jahrzehnte vergangen. Hätte man damals tatsächlich das Herz in die Hand genommen und die Beschlüsse mit Nachdruck durchgefochten – der Verkehr könnte heute reibungslos an Bad Breisig vorbei fließen – übrigens ohne dessen wirtschaftlichen Interessen zu schaden. Stattdessen ließ sich Niederbreisig mit einer Baumaßnahme abspeisen, die zwar vorübergehend Abhilfe schuf, aber keine Lösung auf Jahrzehnte bot. Die B 9 verblieb, wo sie war, wurde lediglich stellenweise verbreitert und saniert. Die zukünftigen Probleme waren abzusehen. Auch nach dem „Ausbau“ wurde noch mehrfach an der Ortsdurchfahrt „herumgewerkelt“ – eine generelle Lösung wurde jedoch nach dem Wegzug der Bundesregierung aus Bonn gar nicht mehr ins Kalkül gezogen. Es gibt jedoch keinen Ausweg: Für die B 9 durch Bad Breisig muss eine zukunftsfähige Lösung gefunden werden. Wer heute für eine neue Verkehrsführung der B 9 durch Bad Breisig kämpft, tut dies nicht nur für sich und seine Mitbürger, sondern für künftige Bewohner der Stadt.
Deshalb wäre es wünschenswert, wenn Mandatsträger und Bürger gemeinsam bei den entscheidenden Stellen in die Offensive gingen. Irgendwann gibt es einen neuen „Bundesverkehrswegeplan“, und dann wäre es schön, wenn eine „neue B 9“ durch die Quellenstadt darin auftauchte. Eine dauerhafte Lösung für das Nadelöhr Bad Breisig wäre eine gute Investition für die aktuell sprudelnden Steuergelder. FA
Bereits vor fünf Jahrzehnten befassten sich örtliche Gremien und die Presse mit der Verkehrsproblematik in der Quellenstadt.
Ein Problem sind Lkw, die die Bundesstraße ohne Genehmigung befahren.
Auch die jüngst geänderte Ampelschaltung hat weder den Autofahrern noch den Anwohnern eine spürbare Entlastung gebracht.

Wenn man der Wahrheit die Ehre gibt, waren es damals doch Breisiger Wirte und Geschäftsleute (im Gemeinderat), die um ihre Einnahmen fürchteten, wenn die B9 verlegt würde. Früher wie heute kommt halt nie etwas gescheites heraus, wenn man die Frösche fragt, ob man den Teich trockenlegen soll. Genau dieses Ergebnis haben wir heute. Die zunehmenden Fahrzeugzahlen sind nur die eine Seite. Temporär könnte man m.E. schon durch folgende Maßnahmen viel erreichen: Konsequente und nachhaltige Kontrolle des LKW-Verkehrs, Grüne Pfeile an den Ampelanlagen, Prüfung einer Optimierung des Verkehrsflusses durch bessere Nutzung des Mittelstreifens (dies bedingt auch u.U. eine Neuanordnung der Überquerungshilfen). Die Änderung der Ampelphasen zu einer Zeit, in der die Vogelsangstraße wg. Bauarbeiten gesperrt ist, halte ich für eine ausgesprochene Schnapsidee. Die Staus vor und hinter Breisig gibt es schließlich schon länger als hier allgemein immer vorgetragen wird. Besondere Eile war da nicht notwendig