Allgemeine Berichte | 26.11.2024

Volkstrauertag in Adenau

Gedenken an die Opfer und Mahnung zum Frieden

Bürgermeister Guido Nisius war Hauptredner der Zeremonie.Fotos: Werner Dreschers

Adenau. In Adenau, wie andernorts, gedachten die Menschen am Volkstrauertag der Toten und Vermissten aller Völker, der Opfer, die unter den furchtbaren Weltkriegen und der Unrechtsherrschaft leiden mussten. Die Veranstaltung fand am Vormittag am Ehrenmal auf dem Adenau Friedhof statt, sie wurde musikalisch begleitet vom Blasorchester Stadt Adenau und dem Männergesangverein Adenau. Die Fahnen- und Standartentragenden Vereine gaben der Zeremonie ein würdiges Ambiente.

Das Gedenken an die Opfer ist eine Mahnung zur Versöhnung, zum Verständnis und zum Frieden. Der Frieden ist wieder gestört. Jahrzehntelang glaubten die Menschen in Europa, dass Kriege der Vergangenheit angehörten. Aber seit mehr als zweiundeinhalb Jahren sind die Menschen Zeugen eines Krieges in Europa, der Angriff Russlands auf die Ukraine hat vieles verändert. Hinzu kommt der Krieg im Nahen Osten, der gleichfalls Tag für Tag Menschenleben fordert, traumatisierte Menschen zurücklässt. In seiner Ansprache als Hauptredner vertiefte Guido Nisius das Thema.

Erinnerung und Mahnung, sie sollen an die nachfolgende Generation weitergegeben werden, so das Motto des diesjährigen Volkstrauertages. Die Erinnerungskultur soll erhalten bleiben, gefördert werden. Die schrecklichen Ereignisse verlangen es. Geschehenes kann nicht rückgängig gemacht werden, aber es bleibt die Möglichkeit mit aller Kraft und Vernunft alles für den Frieden in Europa und in der ganzen Welt zu tun. Und so wollen die Menschen an diesem besonderen Tag der Opfer auf allen Seiten gedenken, der Verletzten, der Menschen, die Angehörige und ihre Heimat verloren haben. Und nicht zuletzt gehört dazu Respekt vor denen, die Widerstand geleistet haben, dafür Gefährdung von Leib und Leben eingesetzt haben.

Der Bürgermeister der VG Adenau, Guido Nisius, nannte als Beispiel aus der Region Josef Franz Heinen, Möbelhändler in Adenau, der über vier Jahre eine jüdische Familie vor der Deportation bewahren konnte, indem er ihnen ein Versteck in seinem Wochenendhaus in Liers gewährte. Sein ehrenvolles Wirken ist auf einer Gedenktafel festgehalten, die vor einigen Monaten an der Fassade der katholischen Pfarrkirche angebracht wurde. Sein mutiges Eintreten für den Schutz der gefährdeten Familie wurde in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Israel gewürdigt, er wurde gewürdigt als „Gerechter unter den Völkern“, in Deutschland erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande. Sein Wirken war beispielhaft, hat ein sichtbares Zeichen gesetzt.

Den Opfern ebenso wie den Menschen, die den Mut zur Menschlichkeit aufbringen konnten, gilt gleichermaßen eine ehrende Erinnerung. Auch heute zeigen Menschen Mut und Einsatzbereitschaft, wenn es darum geht für Freiheit, Frieden und die Demokratie einzustehen. Niedergelegt wurden Kränze der Landesregierung, der Stadt Adenau und des Volksbundes Kriegsgräberfürsorge.

Kranzniederlegung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Kranzniederlegung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Foto: Werner Dreschers Tannenweg 6 5

Bürgermeister Guido Nisius war Hauptredner der Zeremonie. Fotos: Werner Dreschers Foto: Werner Dreschers Tannenweg 6 5

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