Remagen feierte „Klein Apollinaris“
Gedenken an die Rückkehr des Heiligen
Am 25. Januar 1826 wurde die Reliquie von Düsseldorf in die Römerstadt zurückgebracht
Remagen. Über zahlreiche Gläubige konnten sich am Wochenende die Brüder und Schwestern der „Gemeinschaft der gekreuzigten und auferstandenen Liebe“ um Rektor Pater Bartholomé freuen. Viele Gläubige hatten sich auf den Weg gemacht, um bei „Klein Apollinaris“ die Rückkehr der Reliquie des heiligen Apollinaris von Düsseldorf nach Remagen zu feiern. Wie Pater Bartholomé zu Beginn der Festmesse am Samstag erläuterte, ist das Fest „Klein Apollinaris“ zurückzuführen auf die Rückkehr der Reliquie im Jahr 1826. Zunächst sei die Reliquie nach der Rückkehr in der Pfarrkirche St. Peter und Paul verblieben. 1857 sei sie in die Apollinariskirche auf den Apollinarisberg gekommen. Seither sei so viel Gnade auf dem Berg bei den Wallfahrten empfangen worden. Auch das Klein-Apollinaris-Fest stehe unter dem Leitwort der großen Apollinaris-Wallfahrt im vergangenen Sommer „Die Freude am Herrn ist meine Stärke“. Die Wallfahrt solle den Menschen Kraft, Stärke und Hoffnung geben.
Ob bei den Rosenkranzgebeten, den heiligen Messen oder der Pilgerandacht, die Apollinariskirche war vollbesetzt mit Gläubigen, von denen sich viele nach den Gottesdiensten das Heilige Haupt aufsetzen ließen. Mit einem breit aufgestellten geistlichen Programm feierte die Glaubensgemeinschaft auf dem Apollinarisberg die Wallfahrt „Klein Apollinaris“. Am Samstag wurde die Silberne Büste des heiligen Bischofs und Märtyrers aus der Gruft erhoben, mit Weihrauchschwaden feierlich geehrt und nach der Pilgerandacht am Sonntag wieder in den Sarkophag verbracht, wo sie bis zur großen Apollinaris-Wallfahrt ab dem 20. Juli bleibt.
Beeindruckend war bei den Festmessen und den Pilgerandachten die musikalische Gestaltung mit sehr emotionalen Liedern, begleitet von E-Piano und Gitarren. Am Sonntag wurde die Festmesse musikalisch verschönert durch den Gesang des Apollinaris-Chores.
Ein Blick in die Historie
Im Januar 1826 wurde die Reliquie vom damaligen Bürgermeister Anton A. Queckenberg, Vikar Baur und dem Stadtrat Hoffmann nach einem vorher genau schriftlich festgelegten Prozedere (wo und wann wird übernachtet, wo wird jeweils die Reliquie deponiert) in Düsseldorf abgeholt. Am 21. Januar startete die Remagener Delegation und erreichte am 25. Januar 1826 wieder ihre Heimatstadt. Die Remagener Bevölkerung ging in einer großen Prozession den Heimkehrern entgegen und bereitete am Unkelstein den Gebeinen des heiligen Apollinaris einen herzlichen Empfang. Unter Gebet und Gesang begleitete man die Reliquie in die Pfarrkirche St. Peter und Paul. An diese Rückkehr in das Pfarrhaus von Remagen – die Martinskirche auf dem Berg war profanisiert worden – erinnert das Fest „Klein Apollinaris“. Auf den Apollinarisberg selbst kehrte das Kopfreliquiar erst im Jahr 1857, nachdem die neugotische Apollinariskirche eingesegnet war, zurück. AB
