Allgemeine Berichte | 13.11.2023

Kirchen und Jugendliche erinnern an Opfer des NS-Terrors

Gedenkfeier am Westerburger Rolf-Simon-Schaumburger-Denkmal

Bei regnerischem Wetter erinnerten rund 40 junge Menschen sowie Vertreterinnen der Kirchen und Kommune am Westerburger Rolf-Simon-Schaumburger-Denkmal an das Schicksal der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die Opfer der NS-Herrschaft wurden.  Foto: Peter Bongard

Westerwaldkreis. Rund 40 Jugendliche sowie Vertreterinnen der Kirchen und der Kommune haben in Westerburg an die Schrecken der Novemberpogrome des Jahres 1938 erinnert. Am Denkmal Rolf Simon Schaumburgers legten die Schülerinnen und Schüler kleine, bemalte Steine nieder – als Mahnung und zum ehrenvollen Gedenken an die Opfer der Verbrechen der Nationalsozialisten. „Die Reichspogromnacht war ein Teil des Plans, das jüdische Leben weltweit auszulöschen“, sagt der evangelische Pfarrer Maic Zimmermann zu Beginn des regnerischen Gedenktags am Westerburger Seminarparkplatz. „Wir wollen die Opfer von damals nicht vergessen und uns mit all unserer Kraft dafür einsetzen, dass so etwas nicht noch einmal passiert.“

Im Anschluss fasst die Vikarin der Evangelischen Kirchengemeinde Westerburg, Friederike Zeiler, die Zeit ab 1933 zusammen: Nach der Machtergreifung Hitlers verlieren die Juden immer mehr Rechte. Den vorläufigen Höhepunkt des Judenhasses erlebt Deutschland in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938: Während der Reichspogromnacht brennen zahlreiche Synagogen; jüdische Geschäfte und Existenzen werden zerstört. Insgesamt fallen rund sechs Millionen Jüdinnen und Juden den Gräueltaten der NS-Herrschaft zum Opfer.

Einer von ihnen ist der Westerburger Rolf Simon Schaumburger. Die Teilnehmenden der Gedenkfeier besuchen dessen Denkmal am Seminargebäude des Staatlichen Studienseminars und hören die Geschichte des ermordeten Jungens aus der Ich-Perspektive: Bettina Bathe erzählt eindrücklich, wie die Familie Schaumburger nach und nach alles verliert. Nachbarn wenden sich von ihnen ab; 1942 wird die Familie ins Ghetto Theresienstadt gebracht, 1944 im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Rolf Simon Schaumburger wird nur acht Jahre alt.

Als Erinnerung an ihn und all die anderen Juden, die in dieser Zeit ermorden wurden, legen die Jugendlichen – Schülerinnen und Schüler des Konrad-Adenauer-Gymnasiums, der Friedrich-Schweitzer-Schule und der Realschule plus – bemalte Steine an die Skulptur, während Mathias Donath die Gedenkfeier mit seinem Akkordeonspiel untermalt. Nach den Fürbitten von Maic Zimmermann sowie den katholischen Vertreterinnen Dorothee Bausch und Marina Jung endet die Feier mit einem Segen – und der Hoffnung, dass das Schicksal Rolf Simon Schaumburgers in mahnender Erinnerung bleibt.

Pressemitteilung

Evangelisches

Dekanat Westerwald

Bei regnerischem Wetter erinnerten rund 40 junge Menschen sowie Vertreterinnen der Kirchen und Kommune am Westerburger Rolf-Simon-Schaumburger-Denkmal an das Schicksal der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die Opfer der NS-Herrschaft wurden. Foto: Peter Bongard

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