Allgemeine Berichte | 28.08.2025

Vom verfolgten Jungen aus Wirges zum international führenden Mediziner

Gedenkfeier zum 100. Geburtstag von Professor Dr. Dr. Kurt Isselbacher

Wirges. Am 12. September 2025 jährt sich der Geburtstag von Professor Dr. Dr. Kurt Isselbacher zum 100. Mal. Aus diesem Anlass lädt die Stadt Wirges herzlich zu einer Gedenkfeier für einen der bedeutendsten Mediziner seiner Zeit ein, geboren in Wirges, vertrieben durch das NS-Regime.

Die Feier findet am Freitag, dem 12. September um 19 Uhr im Foyer des Bürgerhauses, Montchaninplatz 1 in Wirges statt. Als Ehrengast wird der Präsident des rheinland-pfälzischen Landtags, Hendrik Hering, eine Ansprache halten. Die Veranstaltung wird von einem besonderen musikalischen Rahmenprogramm begleitet.

Im Mittelpunkt des Abends steht das Leben und Wirken von Kurt Isselbacher, der seine Kindheit in der damaligen Bahnhofstraße 32 (heute Nr. 68) in Wirges verbrachte. Er wurde als Sohn jüdischer Eltern geboren.

Die Familie verließ 1933 aufgrund der nationalsozialistischen Verfolgung ihre Heimat und emigrierte in die USA, wo sie sich in Portsmouth, New Hampshire, niederließ. Dort absolvierte Kurt Isselbacher die High School, studierte anschließend am Harvard College und schloss 1950 sein Medizinstudium an der Harvard Medical School cum laude ab. Im Anschluss forschte er unter anderem am National Institutes of Health (NIH), wo ihm wesentliche medizinische Durchbrüche gelangen – unter anderem entdeckte er einen Defekt, dem eine angeborene Stoffwechselkrankheit zugrunde liegt. Diese Entdeckung führte zur Entwicklung eines bis heute weltweit eingesetzten Neugeborenenscreenings. Im Jahr 1987 gründete und leitete er als erster Direktor das Massachusetts General Hospital Cancer Center, das er in kürzester Zeit zu einem führenden internationalen Krebsforschungszentrum entwickelte. Kurt Isselbacher veröffentlichte über 470 wissenschaftliche Arbeiten und Buchkapitel, war langjähriges Redaktionsmitglied bedeutender Fachzeitschriften und Mitherausgeber des bekanntesten Lehrbuchs der Inneren Medizin. In seinem 2008 erschienenen Buch „Don’t Call Me Cookie“, schilderte er seine Lebensgeschichte – vom Kind in Wirges bis zum führenden Mediziner in den USA. Privat lebte Kurt Isselbacher in Newton, Massachusetts, und war über 60 Jahre mit Rhoda Solin Isselbacher verheiratet, mit der er drei Kinder hatte. Er starb am 18. Juli 2019 im Alter von 93 Jahren.

Mit einer begleitenden Ausstellung und Dokumentation unter dem Titel „Die Kirchgänger schauten weg“ wird nicht nur an das Schicksal seiner Familie erinnert, sondern auch ein Zeichen der Verantwortung und Aussöhnung gesetzt. Die Ausstellung möchte den Menschen Kurt Isselbacher ehren, seine medizinische Lebensleistung sichtbar machen und seinen Weg vom verfolgten Jungen aus Wirges zum international führenden Wissenschaftler würdigen.

Das musikalische Rahmenprogramm der Gedenkfeier wird gestaltet von der Jahrgangsstufe 10 des Landesmusikgymnasiums Montabaur im Rahmen des Projekts „Lebensmelodien - Musik im Angesicht des Todes“. Gespielt werden Kompositionen jüdischer Häftlinge, die zwischen 1933 und 1945 in Ghettos und Konzentrationslagern entstanden sind. Diese Melodien wurden gespielt, gesungen und teilweise unter Lebensgefahr in hebräischer, jiddischer oder ungarischer Sprache notiert. Die Schülerinnen und Schüler haben einige dieser Werke neu arrangiert, in Ensembles einstudiert und geben den Stimmen der Verfolgten damit Gehör. Initiiert wurde das Projekt „Lebensmelodien“ vom Musiker Nur Ben Shalom und steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten.

Die Gedenkveranstaltung wird gefördert durch die Renate Strömbach Stiftung, die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau sowie die Stadt Wirges. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, an diesem besonderen Abend einem großen Sohn der Stadt Wirges zu gedenken.

Pressemitteilung des

Evangelischen

Dekanat Westerwald

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