Allgemeine Berichte | 07.05.2016, 12:50 Uhr

Verbundkrankenhaus Linz-Remagen - Krankenhaus Maria Stern Remagen

Gedenkgottesdienst für verstorbene Patienten

Krankenhausseelsorge und Stiftungsbeauftragte helfen beim Erleben der Trauer

Ein rotes Licht als Erinnerung an jeden Verstorbenen. privat
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Remagen. Seit vielen Jahren ist es für die Krankenhausseelsorgerin Christiane Ahmann-Langer und für das Team der Stiftungsbeauftragten der Angela von Cordier-Stiftung im Remagener Krankenhaus Maria Stern ein wichtiger Moment im Krankenhausleben, den Angehörigen der verstorbenen Patienten die Möglichkeit eines persönlichen Abschieds in einer ruhigen und gemeinschaftlichen Atmosphäre zu geben. Zweimal im Jahr, in der Regel im Mai und November, werden die Angehörigen und Freunde der im vergangenen Halbjahr verstorbenen Patienten zu einem Gedenkgottesdienst in die Kapelle von Maria Stern eingeladen. „In unserem kulturellen Umfeld gibt es nur noch wenig Restbestände einer Trauerkultur, die sich im Wesentlichen auf die Zeit kurz vor bis kurz nach der Bestattung beschränken. Bestattung und Trauer sind zunehmend weniger eine öffentliche Angelegenheit. Isolierung, Vereinzelung und Vereinsamung von Trauernden sind immer häufiger anzutreffen und gerade deren Wunsch nach Hilfe und weiterer Unterstützung wird immer wieder spürbar“, beschreibt Seelsorgerin Ahmann-Langer die aktuelle Situation.

Mit dem angebotenen Gedenkgottesdienst für die Angehörigen können die Seelsorgerinnen und Mitarbeiter eine kleine rituelle Hilfe geben. Rituale ersparen zwar nicht den persönlichen Schmerz, helfen aber dabei, ihn zu durchleben. Nicht alle sind in der Lage, diese Einladung anzunehmen, denn der Weg ins Krankenhaus kann schmerzliche Erinnerungen an das Sterben und den Tod eines lieben Menschen auslösen. Vor dem Gottesdienst werden im Altarraum rote Lichter angezündet, für jeden Verstorbenen eines. Sie erinnern bereits beim Betreten der Kapelle an den Anlass der Gedenkfeier. Innerhalb des Gedenkgottesdienstes nimmt das Verlesen der Namen der Verstorbenen einen wichtigen Raum ein. Durch die Gedanken der Predigt, die Gebete und die Feier des Todes und der Auferstehung Jesu als zentrales Geschehen des Gedenkgottesdienstes, erleben viele Angehörige die Messfeier als einen Teil des Prozesses der Trauerarbeit.

Gefühle nachklingen lassen

Nach dem Gottesdienst werden die Teilnehmer in die Cafeteria zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Hier gibt es die Gelegenheit zu Gesprächen mit ähnlich Betroffenen, aber auch mit Mitarbeitern der Klinik und den Stiftungsbeauftragten. Die Angehörigen erzählen von ihrer derzeitigen Situation und können ihre Gefühle und Erlebnisse vom Versterben ihres Angehörigen nachklingen lassen. Für die Mitarbeiter des Krankenhauses und die Stiftungsbeauftragten der Angela von Cordier-Stiftung ist der Gedenkgottesdienst ein wichtiges Angebot an die Menschen, die leidvoll erleben mussten, wie die Angehörigen verstarben.

Es ist eine besondere Geste, wenn Pflegende und Angehörige von Verstorbenen gemeinsam den Gottesdienst feiern und sich dann zum Gespräch treffen. Hier zeigt sich die franziskanische Nächstenliebe im Miteinander der Menschen, dem sich die Dienstgemeinschaft der Angela von Cordier-Stiftung auch in dieser besonderen Situation verpflichtet fühlt. Gedenken und sich erinnern in einer größeren Gemeinschaft mit ähnlich Betroffenen und die liebevoll gestaltete ruhige Atmosphäre können bei der Trauerbewältigung helfen.

Monatlicher Gesprächskreis

Zusätzlich haben alle Angehörigen die Möglichkeit, an einem monatlichen Gesprächskreis für trauernde Angehörige teilzunehmen. Cornelia Klein-Orth und Martina Steffens, zwei erfahrene Mitarbeiterinnen der Palliativstation, bieten diese Hilfe für trauernde Angehörige an. In dem geschützten Raum des Gesprächskreises besteht dann die Möglichkeit, die Einsamkeit in der Trauer abzubauen und sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Diese Treffen finden regelmäßig jeden zweiten Mittwoch im Monat von 15.30 bis etwa 17 Uhr statt.

Ein rotes Licht als Erinnerung an jeden Verstorbenen. Foto: privat

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