Herbert Kutscher liest im Café „Auszeit“
Gedichte von Rose Ausländer
Neuwied. Es war mal wieder eine dieser Lesungen von Herbert Kutscher im Café „Auszeit“ an der Marktkirche, bei der man die berühmte Nadel fallen hören konnte. So fesselte Kutscher erneut seine zahlreichen Zuhörer gekonnt mit seiner akzentuierten und pointierten Vortragsweise. Nach Borchert, Rilke und Zuckmayer und den beiden jüdischen Schriftstellerinnen Kaléko und Meerbaum widmete sich Kutscher diesmal bewusst im Gedenken an die Pogromnacht am 9. November 1938, der ebenfalls jüdischen Schriftstellerin Rose Ausländer, die, so Hausherr Werner Zupp in seiner Begrüßung, seine Lieblingsautorin sei und ihn schon ein Leben lang begleite. In der Tat war die 1901 in Czernowicz in der Bukowina geborene Ausländer eine überaus erfolgreiche Schriftstellerin, die bis zu ihrem Tod die unglaubliche Zahl von über 3.000 Gedichten hinterließ und damit zur beliebtesten deutschen Lyrikerin der Nachkriegszeit wurde. Kutscher zitierte aus den verschiedenen Schaffensperioden der Künstlerin, dabei gekonnt begleitet von einem der besten Klezmermusiker in Deutschland, Georg Brinkmann aus Bonn, und machte erneut Appetit auf weitere Auftritte dieser Art.
