Allgemeine Berichte | 18.07.2024

Bürgerinitiative „Wolfsfreie Dörfer in Eifel und Hunsrück“

Gefahr durch Wölfe kleingeredet und Fakten ignoriert..?

Die Wölfe haben die Regionen Eifel und Hunsrück längst zurückerobert. Doch wie geht man damit um und werden hier Fakten ignoriert?  Fotos: Silke Roth

Region. Der Austausch von Befürwortern und Gegnern einer Rückkehr bzw. einer neuerlichen Integration des Wolfes in unsere heutige Kulturlandschaft, ist mittlerweile zu einer heftigen Kontroverse mutiert. Auf beiden Seiten melden sich dabei Tierschützer zu Wort, die ihren jeweils eigenen Standpunkt mit Vehemenz vertreten und eine andere Betrachtung von vornherein ablehnen oder ignorieren. Einige selbsternannte Fachleute bzw. Institutionen lassen sich dann auch nicht von Fakten und eindeutigen Beweisen von ihrer Meinung abbringen, sondern verleugnen Tatsachen oder schieben die Schuld jemand anderem zu. Diesbezüglich wird auch Meinungsmache unterster Schublade mit sogenannten Zielumfragen gestartet, um diese im Nachhinein statistisch positiv in eine Meinungsrichtung zu bewerten. Beispiel: „Bei jeder sich bietenden Gelegenheit wird von der Landespolitik eine FORSA-Studie aus Baden-Württemberg zitiert, die besagt, dass 70% der Landbevölkerung für die Ausbreitung der Wölfe ist. Diese Studie wurde mit der Fragestellung konstruiert, ob der Wolf bejagt und getötet werden soll. Reflexartig sprechen sich viele Menschen im urbanen Raum dagegen aus. Würde man dieselbe Zielgruppe mit der Fragestellung konfrontieren, ob weiterhin Weidetiere bei lebendigem Leibe zerrissen werden sollen und elend sterben, würde die Umfrage ein ganz anderes Ergebnis bringen. Diese Studie wird immer wieder vom Ministerium und NGO‘s benutzt, um den Landtag und auch die Medien zu füttern und ein falsches Bild zu zeichnen. „Wir haben uns das Ziel gesetzt, die Realität im Rissgeschehen und die Ausbreitung der Wölfe abzubilden, denn ideologisches Wunschdenken und das Märchen der friedlichen Koexistenz in Kulturlandschaften sind fehl am Platz“, so die „Bürgerinitiative Wolfsfreie Dörfer in Eifel und Hunsrück“. Die hat sich aus Weidetierhaltern, Haustierhaltern, Jägern, Eltern und Großeltern in der Mittelgebirgslandschaft von Eifel und Hunsrück gegründet und ist frei von parteipolitischen Interessen. Ihr festes Ziel ist es, die Bevölkerung umfänglich über die Entwicklung und die Verbreitung von Großraubtieren zu informieren, Bewohner, Kinder und Haus- und Weidetiere zu schützen, die Meldungen über Wildtierrisse allgemein und offizielle, transparente und aktuelle Zahlen von Wolfspopulation und Wolfsrissen zu sammeln. Außerdem die Kontrolle und Alternativen zu den bestehenden DNA-Analysen bzw. Probennehmer im Auge zu behalten sowie die Beweislastumkehr für betroffene Tierhalter zu ermöglichen. Leider wird laut der Bürgerinitiative bislang durch bestimmte Naturschutzverbände, Vereine und „Wolfsexperten“ ein nicht der Wirklichkeit entsprechendes Bild der Wölfe gezeichnet. Auch aus diesem Grund und um mehr Transparenz zu erzielen, bietet sie themenbezogene Informationen aus Eifel, Hunsrück, den benachbarten Regionen und auch aus den benachbarten Ländern. Eine isolierte länderbezogene Betrachtung macht in dieser Thematik keinen Sinn, da Wölfe große Distanzen in kurzer Zeit überwinden können. Die politisch Verantwortlichen nehmen durch ihre Untätigkeit eine Gefährdung von Mensch und Tier billigend in Kauf. Den agierenden Naturschutzverbänden und Vereinen wirft die Initiative Verharmlosung, Ahnungslosigkeit und Arroganz vor. Man fordert mit Nachdruck wirkliche Transparenz über die Größe der in Deutschland lebenden Wolfspopulation zu schaffen. Es sei nicht länger vertretbar, der Bevölkerung und den betroffenen Tierhaltern mit bewusst kleingerechneten Wolfsbeständen in Deutschland die realen Verhältnisse vorzuenthalten. Die ausschließliche Nennung der Anzahl heimischer Rudel oder der Zahl erwachsener Wölfe verschleiert die tatsächliche Ausbreitung des Wolfes in Deutschland und dient lediglich der Beruhigung der Bevölkerung. Hauptsächlich stellt sich die Frage, ob der Wolf als Spitzenprädator einen Platz in einer vom Menschen geprägten und intensiv genutzten Landschaft einnehmen kann. Anstelle blinder Glorifizierung des Wolfes ist eine realistische und sachgemäße Betrachtung der Thematik, nicht zuletzt durch Fakten, unbedingt notwendig. Unsere Kulturlandschaft muss mit ihrem ökologischen, ökonomischen und ästhetischen Sinn und Mehrwert erhalten werden. Vonseiten der Initiative ist man davon überzeugt, dass es Regionen gibt, welche durch ihre dichte Besiedlung für die Koexistenz absolut nicht geeignet sind und deshalb wolfsfrei bleiben müssen, da das Konfliktpotenzial zwischen Menschen und Wölfen zu groß ist. Wölfe sind extrem lernfähige und intelligente Raubtiere. Sie werden dem Menschen und den Siedlungen immer näher kommen und es werden neben Nutztieren wie Schafen, Kühen, Rindern und Pferden, auch Haustiere, wie Hunde, Katzen und leider auch Menschen verletzt und getötet. Nun argumentieren die Befürworter der Etablierung von Wölfen hauptsächlich mit dem Argument, dass der Wolf hier mal zu Hause war. Dem muss man entgegenhalten, dass die Kulturlandschaft und Bevölkerungsdichte in dieser Zeit eine andere war. Auch Braunbären, die kürzlich wieder durch tödliche Angriffe auf Menschen Schlagzeilen machten, waren in deutschen Wäldern einmal beheimatet. Will man die vonseiten der Wolfsfreunde auch wieder willkommen heißen? Angeblich sollen sich die Wölfe dem Menschen gegenüber ja scheu verhalten! Allerdings wird bei einem Aufeinandertreffen empfohlen einfach ruhig stehenzubleiben, damit bei dem Tier nicht der Jagdinstinkt geweckt wird! Möchten Sie das Ihren Kindern vor dem Waldspaziergang oder dem Spielen auf der Wiese erklären? Es verhält sich dabei ähnlich wie der nicht angeleinte Hund der auf Sie zugestürmt kommt, wo dessen Besitzer Ihnen von weitem zuruft: „Der tut nix, der will nur schnuppern!“ Rund 2000 Hundeattacken jährlich in Deutschland, mit teils erheblichen Verletzungen und sogar tödlichem Ausgang für die Betroffenen, sprechen da eine andere Sprache. Zur Vermeidung von Wolfsrissen kommt laut Experten den Herdenschutzmaßnahmen eine große Bedeutung zu. Doch Prävention hat ihre Grenzen. Der Herdenschutz in Deutschland hat nach allen vorliegenden Informationen und Fakten versagt. Flächendeckende Herdenschutzmaßnahmen durch Zäune sind in Deutschland weder möglich noch akzeptabel. Kleinparzellierte Einzäunung aller Weideflächen in Deutschland ist naturschutzfachlich nicht verantwortbar, wirtschaftlich nicht darstellbar und auch gesellschaftlich nicht akzeptiert. Eine offene Landschaft muss sowohl für den Tourismus, die Erhaltung der Kulturlandschaft und den Natur- und Artenschutz erhalten bleiben. Eine wolfssichere Einzäunung großer Grünlandregionen, von Deichen und Niederungsgebieten mit Grabensystemen sowie von Mittelgebirgen und Almen ist weder praktisch durchführbar noch naturschutzgerecht. Die Verdrahtung der Landschaft mit umfangreichen und hohen Zaunsystemen widerspricht den Anforderungen des Tourismus, dem Erhalt der Kulturlandschaft und dem Grundgedanken einer Biotopvernetzung im Sinne des Arten- und Landschaftsschutzes und letztlich auch der Landschaftsästhetik. „Die Kulturlandschaften Eifel und Hunsrück haben keinen Platz, um Wölfe resident werden zu lassen!“ „ Diese Erkenntnis muss nach allen erfolglosen Herdenschutzmaßnahmen nun greifen!“ „Eine Bejagung von Wölfen ist unbedingt notwendig, um den weiteren Anstieg der Bestände zu begrenzen!“ „Eifel und Hunsrück sind nicht Yellowstone und die räumliche Begrenzung der Nationalparks Eifel und Hunsrück ist flächenmäßig viel zu klein, um Wölfen einen Lebensraum zu bieten, deren Grenzen sie einhalten und nicht verlassen“, sagt Albert Jung, BI-Mitglied und Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kaisersesch. Laut seiner Ansicht werden Wölfe von den Befürwortern der Verbreitung, und dazu gehört auch die rheinland-pfälzische Landesregierung, missbraucht, um der Bevölkerung die Rückkehr von Wildnis zu vermitteln. Diesbezüglich sieht Tierschützer Albert Jung die artgerechte Tierhaltung der Region in Gefahr. Das Geschäftsmodell der Wolfspatenschaften der NGO’s ist nach seiner Ansicht ein Kampagnenfinanzierungskonstrukt. Die Gelder werden unter anderem zum Beispiel beim NABU für die Kampagne: „Willkommen Wolf“ eingesetzt. Ein anerkannter Naturschutzverband, der über Jahre auch wertvolle Arbeit leistet, schaltet Sozial- Media-Arbeit, Filme, Plakate und Pressetexte. Sie werden mit erheblichem Mitteleinsatz entwickelt, um die Akzeptanz für die Rückkehr der Wölfe in der Bevölkerung zu verbessern. Die Risiken werden dabei offensichtlich geschmeidig unterschlagen oder kleingeredet. Auch Bundesumweltministerin Steffi Lemke hat eine Wolfspatenschaft beim NABU übernommen. „Alle Behauptungen zum Verhalten der Wölfe wurden mittlerweile widerlegt und sind deshalb falsch!“ „Selbst vom NABU errichtete Zäune wurden überwunden und man predigt weiter das Märchen vom Herdenschutz!“ „Deshalb sind es nach unserer Auffassung jetzt nicht mehr falsche Behauptungen, sondern Lügen!“ „Fakten belegen die Anpassungsfähigkeit der Wölfe und trotz Fakten wird weiter die Unwahrheit verbreitet“, so Jung. TE

Solche Bilder wie hier in Schalkenmehren, die einige Wolfsbefürworter als „Event“ bezeichnen, sind in der Region keine Seltenheit mehr!

Solche Bilder wie hier in Schalkenmehren, die einige Wolfsbefürworter als „Event“ bezeichnen, sind in der Region keine Seltenheit mehr!

Die Wölfe haben die Regionen Eifel und Hunsrück längst zurückerobert. Doch wie geht man damit um und werden hier Fakten ignoriert? Fotos: Silke Roth

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  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
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