Allgemeine Berichte | 21.07.2022

Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages besuchte Zentrum Innere Führung

Gefestigtes Gewissen macht demokratisch verankerte Streitkräfte aus

Reger Austausch: Die Wehrbeauftragte beschreitet mit Generalmajor Bodemann (re) und Lehrgangsteilnehmenden den Widerstandsweg.  Foto: Bundeswehr/Czaja

Koblenz. Die Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Frau Dr. Eva Högl (SPD), hat das Zentrum Innere Führung besucht. Ihr Besuch stand dabei im Zeichen der historischen Bedeutung des Datums, das ein wichtiges für die Bundeswehr ist, würdigt es doch den Widerstand gegen die Herrschaft des Nationalsozialismus. Die beteiligten Männer und Frauen wagten im Jahr 1944 den Umsturz eines Regimes, das seinen verbrecherischen Vernichtungskrieg auch gegen das eigene Volk führte. Die Widerstandskämpfer ließen sich von einer Vielzahl durchaus unterschiedlicher politischer und religiöser Motive leiten, vor allem aber von ihrem soldatischen Selbstverständnis und ihrem Gewissen. Die Soldatinnen und Soldaten der heutigen Bundeswehr vereinen dies unter den Stichworten „Staatsbürger in Uniform“ und „gewissensgeleiteter Gehorsam“.

Diese Aspekte betonte auch die Wehrbeauftragte: „Es ist wichtig an den 20. Juli zu erinnern, denn diese Tat steht für ein anderes Deutschland, für ein Deutschland, das sich Hitler entgegenstellte, für Soldaten, die bereit waren, für ihre freiheitlichen Überzeugungen zu sterben“, so Dr. Eva Högl. „Die Männer und Frauen des Widerstands einte eines: ihr Gewissen - ihre innere, feste Überzeugung, etwas gegen den Nationalsozialismus tun zu müssen. Die eigene Überzeugung und ein gefestigtes Gewissen machen eine nicht zu unterschätzende Stärke demokratisch verankerter Streitkräfte aus. Das Zentrum Innere Führung ist daher ein ganz wesentlicher Bestandteil des Vermächtnisses der Männer und Frauen vom 20. Juli“, sagte die Wehrbeauftragte bei ihrer Ansprache am Zentrum.

Der gewissensgeleitete Gehorsam ist Teil eines Fragenkomplexes, dem sich Soldatinnen und Soldaten stellen müssen und der elementar für die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte ist. Dabei geht es um die Fragen des „Dienens wofür?“, „für welche Werte bin ich bereit zu kämpfen und am Ende auch mein Leben zu geben? Für welche Werte bin ich bereit, im Gefecht zu töten und Leben zu nehmen?“ und „wann verbietet mir mein Gewissen, gegebene Befehle zu befolgen?“.

Einsatzbereite Streitkräfte setzen Menschen voraus, die sich der Werte bewusst sind, für die sie eintreten. „Nur wer weiß wofür er kämpft, welche Werte er zu leben hat, ist auch von der ‚Inneren Haltung‘ her resilient gegen ‚feindliche Beeinflussung‘ oder menschenverachtende Taten“, erklärt Generalmajor André Bodemann, Kommandeur des Zentrums Innere Führung. „Für die Soldatinnen und Soldaten sind die Grundsätze der Inneren Führung der Wertekompass, der sicherstellt, dass wir als Staatsbürgerinnen und Staatsbürger in Uniform fest auf dem Boden der freiheitlichen, demokratischen Grundordnung stehen und für das Grundgesetz und seine Werte eintreten. Daher leistet die Innere Führung unweigerlich einen Beitrag zur Einsatzbereitschaft unserer Streitkräfte, neben dem notwendigen Material und der entsprechenden Ausbildung“, ergänzt er.

Nach der Ansprache von Frau Dr. Högl und anschließender Diskussion mit Angehörigen des ZInFü und Lehrgangsteilnehmenden, wurde der Wehrbeauftragten der „Widerstandsweg“ vorgestellt. Der „Widerstandsweg“ liegt in direkter Nähe des ZInFü auf der Pfaffendorfer Höhe in Koblenz. Er hat 19 Stationen und führt die Teilnehmenden durch einen Stadtteil, dessen Straßen überwiegend nach Widerstandskämpfern gegen den Nationalsozialismus benannt sind. An jeder Station erfahren die Teilnehmenden etwas über den historischen Kontext und die jeweilige Person oder Personengruppe, nach der das Straßenschild benannt ist. Dabei werden, neben dem militärischen Widerstand, auch Vertreterinnen und Vertreter des zivilen und kirchlichen Widerstands behandelt. So ergibt sich am Ende des Weges ein Überblick über die historischen Ereignisse zur Zeit des Nationalsozialismus und die verschiedenen Widerstandsarten und -gruppen, die sich ihm entgegenstellten. Am Ende des Weges werden Schlussfolgerungen für die Gegenwart und Zukunft erörtert, die sich in der Inneren Führung der Bundeswehr wiederfinden. So bietet das Angebot auch Bürgerinnen und Bürgern sowie Touristen eine Möglichkeit, sich eigenständig mit den Hintergründen deutscher Geschichte und der Konzeption der Inneren Führung zu befassen.

„Der Lehr- und Lernpfad ‚Widerstandsweg‘ ist ein herausragendes Projekt, das verschiedene Facetten des Widerstandes zeigt, Hintergründe liefert und einen tiefen Einblick in die Geschichte bietet. Besonders gelungen finde ich, dass immer wieder aktuelle Bezüge hergestellt werden. Das unterstreicht die Relevanz des Themas für heute“, fasste die Wehrbeauftragte ihre Eindrücke zusammen.

Pressemitteilung

Zentrum Innere Führung

Reger Austausch: Die Wehrbeauftragte beschreitet mit Generalmajor Bodemann (re) und Lehrgangsteilnehmenden den Widerstandsweg. Foto: Bundeswehr/Czaja

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