Allgemeine Berichte | 10.10.2019

Welttag für menschenwürdige Arbeit

Gegen unwürdige Arbeitsbedingungen

KAB fordert würdigen Umgang mit Menschen in aller Welt

Neuwied. Seit gut 10 Jahren wird auf Anregung des Internationalen Gewerkschaftsbundes am 7. Oktober der Welttag für menschenwürdige Arbeit begangen. Als Katholische Arbeitnehmer-Bewegung in Engers möchten wir diese Initiative mit der vorliegenden Presseerklärung unterstützen. Dabei denken wir besonders an die Menschen, die unter unwürdigen Arbeitsbedingungen leiden. Und das sind nicht Wenige: Nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) waren 2017 etwa 1,4 Milliarden Menschen prekär beschäftigt. Sie befanden sich in unsicheren, unterbezahlten und oft schmutzigen und gefährlichen Arbeitsverhältnissen, die vor allem im globalen Süden anzutreffen sind. Außerdem waren laut ILO mehr als 40 Millionen Menschen - zumeist Frauen und Mädchen - Opfer von Sklaverei. Weltweit müssen mehr als 150 Millionen Kinder Arbeit leisten - davon 72 Millionen in Afrika. Aber auch hierzulande sind die Arbeitsverhältnisse nicht immer rosig. Mehr als 8 Millionen Menschen arbeiten in Niedriglohnsektoren; etwa zweieinhalb Millionen in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen, in der Überzahl Frauen. Sie sind deshalb auch öfter arm. Auch in der neuen digitalen Arbeitswelt tun sich Zonen der Verwundbarkeit auf. Massen von formell selbständigen, unabgesicherten Click- und Crowdworkern erledigen kleinteilige digitale Aufgaben und werden mit Minibeträgen für ihre einzelnen Anschläge bezahlt - wenn sie Glück haben. In den Industriebetrieben, die auf die so genannte Industrie 4.0 umstellen, greift die Angst vor Abgruppierung Umsetzung, Leistungsverdichtung und Arbeitslosigkeit um sich. In der Tat: Mit dem Einzug der Computer und Algorithmen in die Häuser und Büros und mit der kommenden Industrie 4.0 dürfte noch mehr Arbeit als bisher aus den Produktions- und Dienstleistungsprozessen herausgezogen werden. Und gerade weil immer weniger produktive Wertarbeit gebraucht wird, muss immer mehr produziert werden, um noch Mehrwert und Profit erzielen zu können. Das aber hat gesteigerte Naturzerstörung zur Folge. Deshalb sind die Soziale Frage und die ökologische Frage zwei Seiten einer kapitalistischen Medaille. Mit diesen fatalen Widerspruchsverhältnissen wird das geschaffen, was Papst Franziskus eine „Wirtschaft, die tötet“ genannt hat. Unter solchen Verhältnissen verliert auch die Arbeit ihre Unschuld. Sie wird einerseits zum Mittel der Geldvermehrung degradiert, ist aber andererseits Teil einer Lebensweise, die auf Kosten anderer Menschen und der Natur geht. Es geht also um mehr, als um guten Lohn und abgesicherte Arbeitsverhältnisse. Es geht um Befreiung von abhängiger Lohnarbeit. Eben deshalb gilt heute das Mitgefühl und die Solidarität besonders den Menschen, die den Buckel für das Wohlergehen hinhalten müssen, verbunden mit dem Eingeständnis der Scham.

Katholische Arbeitnehmer-

Bewegung Engers-Mülhofen

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