825. Rosenfest in Swisttal-Buschhoven
„Geheimnisvolle Rose - Heil der Kranken“
Über 1.000 Gläubige bei der Prozession mit der "Rosa Mystica"
Swisttal-Buschhoven. Der Wallfahrtsort Buschhoven hatte sich für die Festwoche fein herausgeputzt. Fahnen und frisches Birkengrün schmückten die Straßen. Zum 825. Mal feiern die Gläubigen das Rosenfest zu Ehren der „Rosa Mystica“, der Marienstatue der Pfarrkirche St. Katharina. „Geheimnisvolle Rose - Heil der Kranken“ lautete das diesjährige Leitmotiv. Etwa 1.000 Gläubige waren aus Buschhoven und Umgebung zum Festgottesdienst vor der Pfarrkirche St. Katharina gekommen. In seiner Predigt sprach der ehemalige Kölner Domvikar und Repetent vom Collegium Albertinum Oliver Dregger von Maria als „Anlaufpunkt für Kranke und von Schmerz Geplagten“. Tafeln in Kirchen und Kapellen zeugten von der Hilfe und dem Trost, den Gläubige bei der Gottesmutter suchen würden. Krankheiten, Hilfsbedürftigkeit und Schmerzen würden den Menschen nicht wertloser machen, man müsse sie annehmen, nicht wegstoßen, sonst wäre der Weg zur Sterbehilfe und zur Euthanasie nicht weit, predigte Dregger. Nach der Messe zog der Pilgerzug singend und betend durch die geschmückten Straßen Buschhovens. Voran gingen die Messdiener, gefolgt von Kommunionkindern mit dem Namen Marias in ihren Händen. Eine Abordnung der St. Sebastianus-Schützen begleitete das Gnadenbild der Rosa Mystica, der Marienfigur. Allerdings ist es eine Kopie, das Original blieb sicher verwahrt hinter Panzerglas in der Pfarrkirche. Musikalische Andachten und weitere Gottesdienste begleiten das Jubiläumsfest die ganze Woche über.
Legende von der Madonnenfigur aus Schillingskapellen
Die besondere Marienverehrung in und um Buschhoven geht auf die Legende des Gnadenbildes der Maria mit dem Jesusbild zurück. Ende des 12. Jahrhunderts fand der Bornheimer Ritter Wilhelm von Schilling auf einem Jagdausritt am Rande des Kottenforstes nahe dem heutigen Ort Dünstekoven in einem Rosenstrauch zwischen zwei brennenden Kerzen eine hölzerne Marienstatue mit dem Jesuskind auf dem Arm. Er nahm die Statue mit und stellte sie in die Kapelle seiner Burg in Bornheim auf. Doch am nächsten Morgen war die Statue verschwunden, er fand sie wieder in dem Rosenstrauch bei Dünstekoven. Der gläubige Ritter deutete dies als Zeichen des Himmels und ließ an dieser Stelle zunächst eine Kapelle errichten. Urkundlich erwähnt ist dann für das Jahr 1197 die Errichtung eines Frauenklosters bzw. Damenstiftes mit dem Namen „Capella“, aus dem dann der noch heute gebräuchliche Name Schillingskapellen wurde. Es war in dieser Zeit nicht unüblich, dass Adelige entweder für ihr Seelenheil oder um weibliche Mitglieder ihrer Familie unterzubringen, die nicht zu verheiraten waren, ein Kloster oder Stift gründeten. Schon hundert Jahre später, um 1300, berichten päpstliche Ablassurkunden von dem Besuch zahlreicher Pilger zu dem Marienbild in Schillingskapellen. Buschhoven verdankt den Besitz des Marienbildes und seinen Status als Wallfahrtsort dem Kaiser der Franzosen, Napoleon Bonaparte. Auf dem Höhepunkt seiner Macht hatte er nicht nur fast ganz Europa beherrscht, er zerstörte auch alte Strukturen, etwa durch die Säkularisierung des Kirchenbesitzes. Das Kloster Schillingskapellen wurde wie so viele andere aufgehoben und verkauft, das Gnadenbild kam nach Buschhoven. Dafür sorgte der Schöffe Jakob Brünagel in Absprache mit dem Aachener Bischof. So ist seit über 200 Jahren nun Buschhoven Heimat der Marienstatue.
Kommunionkinder gehen der Prozession voran.
