Allgemeine Berichte | 14.09.2016

Tag des offenen Denkmals in Kobern-Gondorf

Gemeinsam lebendige Erinnerungsorte schaffen

Feierstunde zur Wiedereröffnung des Abteihofes St. Marien

Gemeinsam lebendige Erinnerungsorte schaffen

Kobern-Gondorf. Seit mehr als zwanzig Jahren werden im September historische Orte am Tag des offenen Denkmals neugierig bestaunt. Es ist eine Kulturveranstaltung, bei der in mehr als fünfzig Staaten in Europa, große und kleine Schätze europäischen Kulturerbes präsentiert werden. Für deren Erhalt braucht es Unterstützung, Engagierte die mit vereinten Kräften historische Monumente retten, pflegen und beleben. „Gemeinsam Denkmale erhalten“ war das diesjährige Motto. Auch in Kobern-Gondorf arbeiten viele Unterstützer daran, historische Bauten zu erhalten. So konnte jetzt die Wiedereröffnung des renovierten und sanierten Abteihofes St. Marien gefeiert werden. Es ist das älteste Fachwerkhaus von Rheinland-Pfalz und gehörte zur Benediktiner Abtei „Maria ad Martys“ in Trier. Untersuchungen ergaben, dass das Gebäude um 1320/21 errichtet wurde. Im Mittelalter ragte es über den ganzen Ort, war schon von weitem zu sehen. Heute liegt es eingezwängt zwischen einer Pizzeria und einem Hotel, einem Fremdkörper gleich, von vielen unbemerkt. Im Obergeschoss des in Ständerbauweise erbauten Gebäudes, wohnte der Lehnsherr. Im Erdgeschoss hatte die Verwaltung ihren Sitz, und es wurde Gericht gehalten. Die spannende Historie des Abteihofes St. Marien ist einer Broschüre nach zu lesen, die das Kuratorium für Heimatforschung und –pflege Kobern-Gondorf herausgegeben hat (www.kuratoriumkobern-gondorf.de). Es ist ein Verein zum Mitmachen bei der Heimatforschung und –pflege. Erstellt wurde die Broschüre von Rudolf Schäfer, der in dieser Feierstunde die Gäste mit ausführlichen Informationen zum Abteihof St. Marien unterhielt. Ortsbürgermeister Michael Dötsch bezeichnete ihn als „spiritus rector“, als führenden und lenkenden Geist. Zu Beginn der Feierstunde drängten sich geladene und interessierte Gäste im Raum, ließen den Blick schweifen, der oft an der imposanten Deckenbalkenkonstruktion hängen blieb. Mittelalterliche Musik erfüllt den Raum, zwei Spielleute in alten Gewändern ließen ihre alten Instrumente erklingen (Thomas Zeuner/ www.wildwuchs.de). Michael Dötsch begrüßte die Anwesenden und dankte den Unterstützern, allen voran Verbandsbürgermeister Bruno Seibeld. Denn nur mit Hilfe der Verantwortlichen für die Städtebausanierung war es in den letzten fünf Jahren gelungen, drängende Problempunkte in Kobern-Gondorf an zu gehen. Dazu gehörte auch die Restaurierung und Sanierung des Abteihofes. Zu den Gästen gehörten auch einige Ortsbürgermeister aus den Nachbarorten, eine Vielzahl von Vertretern des Gemeinderates und Rudi Zenz in Vertretung des Landrates. Besonders erwähnte der Ortsbürgermeister die Mitglieder des Kuratorium für Heimatforschung und –pflege, mit ihrem Vorsitzenden Toni Dickers: „Ohne diese Unterstützung, Mitarbeit und konzeptionelle Arbeit in der Gestaltung des Abteihofes St. Marien, wäre der heutige Tag nicht möglich gewesen.“ Außer den politischen Entscheidungsträgern, begrüßte Michael Dötsch auch zwei Menschen, die wirklich Hand angelegt hatten: Holger Simonis als Restaurator und Malermeister, sowie Herrn Urmersbach von der Schreinerei Urmersbach. Auch an Vertreter/innen der Ortsvereine wandte er sich und dankte für das örtliche aktive Vereinsleben: „An uns allen liegt es, was wir aus unserem Ort machen.“ Die Vereine und die Bürgerschaft haben zukünftig die Möglichkeit, den Abteihof St. Marien zu nutzen. Die Voraussetzungen für Ausstellungen, musikalische Aufführungen, Vorträge, Empfänge, Weinverkostungen, Präsentationen und vieles mehr sind gegeben. Das betonte auch Rudolf Schäfer: „Die Erhaltung dieses einmaligen, letzten mittelalterlichen Gebäudes von Kobern-Gondorf gelingt am ehesten, je mehr es genutzt wird!“ Denkmale sind ein Stück Heimat, erzählen oft eine jahrhundertealte Geschichte und ermöglichen jedem, in diese ein zu tauchen.  EP

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