Allgemeine Berichte | 04.11.2021

5. Kultursymposium von Stadt und Koblenzer Kulturverein eröffnet Perspektiven

Gemeinschaftserfahrung und Aufbruch

Begrüßung zum 5. Kultur Symposium: v.li. Prof. Dr. Theodor Enders, Lars Hennemann, PD Dr. Margit Theis-Scholz, Katrin Wolf und Prof. Dr. Oliver Scheytt. Foto: Stadtverwaltung Koblenz

Koblenz. Pandemiebedingt war das 5. Kultursymposium des Dezernats für Bildung und Kultur der Stadt Koblenz und des Koblenzer Kulturvereins e.V. zweimal verschoben worden, nun es schließlich in hybrider Form statt. Für das Symposium „Zukunftswerkstatt – Kultur in Koblenz 2030“ hatten die Veranstalter passende Kooperationspartner gewonnen: Die Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) und die medien-ip-werkstatt aus Koblenz.

Prof. Dr. Oliver Scheytt, ehemaliger Kulturdezernent der Stadt Essen und Lehrstuhlinhaber für Kulturpolitik an der Universität Hamburg sowie Inhaber der Kulturexperten GmbH eröffnete mit seinem Hauptvortrag zum Thema Kultur 2030 das Symposium. Ihm folgten Vorträge von PD Dr. Margit Theis-Scholz, Dezernentin für Bildung und Kultur der Stadt Koblenz und Vorsitzende des Koblenzer Kulturvereins, zur Bedeutung von Dialog, kulturpolitischem Diskurs und Zukunftsperspektiven für die Kultur im Raum Koblenz. Prof. Dr. Theodor Enders von der medien-ip-werkstatt referierte zum Thema „Digitalisierung in der Kultur“. Moderiert wurde die Veranstaltung, die am Nachmittag durch Workshops mit Svenja Noltemeyer von den Urbanisten aus Dortmund, Volker Cornet von der Musiker Initiative Music Live e.V. aus Koblenz und Bartel Meyer vom Kulturbüro Rheinland-Pfalz zu Fragen des Ehrenamts und der Nutzbarmachung von öffentlichen Räumen abgerundet wurde, durch die freie Journalistin Katrin Wolf.

Theis-Scholz gab zur Begrüßung die Zielsetzung der Veranstaltung aus. Gemeinsam werfe man einen Blick in die Zukunft, ohne für alles schon fertige Antworten parat zu haben. Es ginge viel mehr darum, Gedankenanreize zu schaffen und regionale Diskurse anzustoßen. Als Beispiel nannte sie die Entwicklung einer regionalen Ehrenamtsbörse auf der Plattform Kulturhaus Koblenz+. Prof. Dr. Jürgen Hardeck, Staatssekretär des Ministeriums für Familie, Frauen, Kultur und Integration der Landesregierung, sprach mit Blick auf 2030 von einem anstehenden Generationenwechsel, bei den Kulturschaffenden selbst und beim Publikum. Mit dem Changemanagement-Programm, das im kommenden Jahr durch eine Kulturentwicklungsplanung abgelöst werden soll, unterstütze das Land bei entsprechender Weichenstellung. Koblenz und die Mittelrheinregion hätten mit der Bundesgartenschau 2029 eine spannende Perspektive vor Augen. Für einen laufenden Kulturbetrieb sei die Sicherstellung der personellen Infrastruktur eine der zentralen Aufgaben, für die die Entwicklung des Ehrenamts vor dem Hintergrund sich veränderter Bedürfnisse der Menschen einen besonderen Stellenwert habe, so Hardeck. Dass wir als Gesellschaft vor einem Jahrzehnt epochaler Umwälzungen stehen, betonte Lars Hennemann und verwies auf die notwendigen Zusammenhänge zwischen der Beantwortung der großen gesellschaftlichen Fragen und der Kulturpolitik.

Heike Arend, Geschäftsführerin der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz, sprach mit Blick auf 2030 von der Zukunft der Innenstädte, bei deren Entwicklung die Kultur eine maßgebliche Rolle spielen werde. Passend dazu gab Enders von der Medien-ip-werkstatt in seiner Begrüßung das Ziel aus, Kultur als Pflichtaufgabe der öffentlichen Hand zu verankern.

Enders fasste auch all das, was über den Tag folgte, am Nachmittag anhand von zwei Schlagworten zusammen, die sich für ihn wie ein roter Faden durch den Tag gezogen hätten: Raum und Selbstwirksamkeitsüberzeugung. Was ist Raum, und was machen Menschen aus diesem Raum? Mit Blick auf das Jahr 2030 wandelte er den Begriff der Selbstwirksamkeitsüberzeugung in „Gemeinschaftswirksamkeitserfahrung“ um. Das passte auch zur Intention von Professor Scheytt, der in seinem Vortrag mit Blick auf die öffentlichen Verwaltungen, Kultur als Querschnittsaufgabe der Stadtpolitik verstanden wissen wollte. Der Auftrag der öffentlichen Hand sei die ressortübergreifende Gestaltung der kulturellen Infrastruktur und die Beantwortung des Einsatzes von Ressourcen, hier in erster Linie Recht und Geld, um Veränderung und Fortschritt für den Einzelnen zu erzielen.

Um die Wirkung des Einzelnen ging es Enders in seinem Schlusswort, mit dem er das 5. Kultur Symposium schloss. „Unser Ziel muss es sein, aus unseren Möglichkeiten gemeinsam mehr zu machen, als jede oder jeder Einzelne von uns alleine kann.“ Damit sollte einem 6. Kultursymposium im nächsten Jahr nichts im Wege stehen. Es soll sich inhaltlich voraussichtlich mit der Rolle und Bedeutung der Kreativwirtschaft als regionalem Standortfaktor befassen.

Pressemitteilung der

Stadt Koblenz

Begrüßung zum 5. Kultur Symposium: v.li. Prof. Dr. Theodor Enders, Lars Hennemann, PD Dr. Margit Theis-Scholz, Katrin Wolf und Prof. Dr. Oliver Scheytt. Foto: Stadtverwaltung Koblenz

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Gitta Meyer: Ehrlich,die ganze Idee Buga im Mittelrhein ist falsch. Die Gemeinden sind verschuldet. Schauen sie sich Lahnstein an. Hier ist nichts los. Die Brücke wird bestimmt toll,aber sonst.....
  • Oliver Burggraf: Sehr schöne Vorabinfo vor dem Festival. Freuen uns schon drauf

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 3

  • Claus Wiest: Das Foto zeigt die Rheinfähre Linz-Remagen, aufgenommen von der Anfahrt auf der Linzer Seite mit Blick auf den Ort Kripp.
Kleinanzeigen
Kirmes Polch 2026
Kirmes Polch 2026
Lava Grill Buffet
Kirmes Polch
Maifest Gönnersdorf
Minijob
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Empfohlene Artikel
Nico Luo (rechts) und Julian Luo.  Foto: Fei Luo
31

Bendorf. Beim Landeswettbewerb Jugend musiziert in Mainz am 19./20. März haben die beiden Brüder Nico und Julian Luo aus Bendorf in der Wertung „Klavier solo“ große Erfolge erzielt. Die beiden hatten sich beim Regionalwettbewerb Ende Januar in Neuwied durch erste Preise für den Landeswettbewerb qualifiziert und ihr Programm in monatelanger Arbeit mit ihrem Lehrer, dem Pianisten Thomas Mombaur aus Ettringen, einstudiert und immer weiter verfeinert.

Weiterlesen

Mara Hermes ist überzeugt von der Bedeutung des Ehrenamts.  Foto: privat
28

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Blutspenden, Karnevalsumzüge oder auch Großveranstaltungen wie Rock am Ring wären ohne sie kaum denkbar: die Ehrenamtlichen des Deutschen Roten Kreuzes. Sie engagieren sich in ihrer Freizeit, helfen Menschen in Not und leisten einen unverzichtbaren Beitrag für die Gesellschaft. In der Reihe „HeimatHelden“ stellt BLICK aktuell Menschen vor, die diesem Engagement ein Gesicht geben.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
16

Blaulichtmeile Koblenz am 09.05.2026

Thementag Kriminalprävention und Karriere in Koblenz

Koblenz. Die Polizei Koblenz lädt gemeinsam mit dem Ordnungsamt der Stadt, der Berufsfeuerwehr und dem Deutschen Roten Kreuz am Samstag, den 09.Mai 2026, ab 10:00 Uhr zu einem abwechslungsreichen Thementag am Löhrrondell in Koblenz ein.

Weiterlesen

Symbolbild.
71

Flucht trotz ausgelöstem Airback: Polizei stoppt Autofahrer unter erheblichem Alkoholeinfluss

22.04.: Kontrollverlust auf der B260: Alkoholisierter Fahrer flieht nach Unfall

Nievern. Am Abend des 22. April 2026, etwa um 20:15 Uhr, ereignete sich auf der B260 in Fahrtrichtung Bad Ems ein Unfall. Ein Fahrzeug geriet auf Höhe des Überfliegers im Nievern-Bereich außer Kontrolle, begann zu schleudern und stieß schließlich an den Bordstein. Der Schaden an der Felge war beträchtlich, und die Airbags des Autos wurden ausgelöst. Trotz dieser Umstände entfernte sich der Fahrer zunächst unerlaubt von der Unfallstelle.

Weiterlesen

Dienstleistungen
Dauerauftrag 2026
Suchen Auslieferungsfahrer
Kirmes Polch
Genusstage 17./18.04.
Anzeige Uhren Vintage
Titelanzeige
Maibaumstellen in Heimersheim
Kirmes Polch
Maifest in Gönnersdorf
Familienfest freiwillige Feuerwehr Ringen-Bölingen am 01.05.26
Maifest in Dedenbach
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0253#
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Tank leer?
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr