Traditionelles Oktoberfest der Mendiger Seniorenwerkstatt
Gerd Montermann gibt nach 18 Jahren den Vorsitz an J. Wolfgang Kütscher ab
Mendig. Als zehn aktive Rentner ihre Arbeit in der bundesweit ersten Seniorenwerkstatt der Mendiger Kolpingfamilie und der Stadt Mendig auf dem Gelände des Städtischen Bauhofes im Jahr 2003 aufnahmen, stand bereits der Spaß an kreativer und solider Handwerksarbeit sowie das gesellige Miteinander im Focus ihres wöchentlichen Treffens.
Ein Jahr später wurde die Seniorenwerkstatt im Rahmen einer Feier des Städtischen Bauhofs („Tag der offenen Tür“) von Pastor Manfred Plunien eingesegnet und von dem damaligen Stadtbürgermeister Achim Diensberg offiziell eröffnet. Die damalige Vorsitzende der Mendiger Kolpingfamilie Renate Plitzko, die am 13. März 2015 im Alter von 57 Jahren verstarb, nahm aus den Händen des Stadtbürgermeisters Achim Diensberg eine Urkunde entgegen, in der die Nutzung der Räumlichkeiten für die Seniorenwerkstatt „zur Förderung der integralen Seniorenarbeit in der Stadt Mendig“ festgeschrieben worden war. Seitdem stellt die Stadt auch die Nutzung von Strom und Wasser zur Verfügung.
Schon damals waren die Senioren, zu denen nicht nur Mitglieder der Kolpingfamilie zählen, bei der Gestaltung der Werkstatt sehr aktiv. So wurden die Räumlichkeiten renoviert, Werkzeug und Maschinen - fast ausschließlich auf Spendenbasis- besorgt und schon so manche Handwerksarbeit erledigt. So entstanden für die Theatergruppe der Kolpingfamilie bereits Requisiten für die Bühnendekoration oder es wurden kleinere Arbeiten, wie die Renovierung und Restaurierung von Parkbänken für die Stadt ausgeführt. Eine wahre Meisterleistung der engagierten Tüftler war jedoch ein Projekt, das bei der Eröffnung des „Lava Dome“ am 30. Juli 2005 vorgestellt wurde. Unter der fachkundigen „Federführung“ von Heinz Jek hatten die Männer ein Modell geschaffen, welches das Leben von anno dazumal auf der Museumslay, in der Brauerei (die sich Mitte des 18. Jahrhunderts in den Räumlichkeiten des „alten“ Deutschen Vulkanmuseums befand) und in den Mendiger Basaltlavakellern widerspiegelt.
Heute umfassen die Räumlichkeiten der Seniorenwerkstatt einen Arbeitsraum, ein Lager, in dem diverse Maschinen, Werkzeuge und vor allem Arbeitsmaterialien untergebracht sind sowie einen Aufenthaltsraum, den die Mitglieder ebenfalls in Eigenleistung liebevoll gestalteten.
Allerdings geht es den Senioren bei ihrem wöchentlichen Treffen in der Werkstatt nicht nur um die gemeinsame Arbeit, sondern auch um die Geselligkeit. Schließlich sind die Männer alle noch relativ fit und auch das „Feierabendbierchen“ wollen sie sich in keinem Fall entgehen lassen. Außerdem feiern sie seit 2005 jedes Jahr in der letzten Septemberwoche gemeinsam mit ihren Frauen ein Oktoberfest, das am 30.09.2021 wegen der zahlreichen Teilnehmer in den Räumlichkeiten des Mendiger „Albertinum“ in der Brauerstraße stattfand, die von dem Gründer der Mendiger Kulturgemeinschafts, Heinz Lempertz und dessen Ehefrau Maria zur Verfügung gestellt worden waren. Das klassische Oktoberfestessen, Schweinshaxe und Würstchen mit Kraut und Püree, hatte die Obermendiger Metzgerei Adams im Auftrag der Senioren wieder einmal hervorragend zubereitet und frei Haus geliefert.
Im Verlauf der Feier überreichte Heinz Lempertz dem langjährigen Leiter der Seniorenwerkstatt, Gerd Montermann als Geste des Dankes und in Anerkennung der Förderung von Heimat- und Seniorenarbeit eine Urkunde und ernannte ihn zum Ehrenmitglied des „Albertinum“.
Vor dem ausgesprochen geselligen Teil des Festes übergab Gerd Montermann, der seit 2003 inoffiziell und seit dem 15.08.2004 offiziell die Seniorenwerkstatt leitete, sein Amt in die Hände des langjährigen Kolping-Vorstandsmitglieds J. Wolfgang Kütscher.
„Nachdem ich kürzlich meinen 80. Geburtstag gefeiert hatte, beschloss ich, die Leitung abzugeben, wobei ich selbstverständlich weiterhin in der Werkstatt aktiv sein werde“, so Gerd Montermann im Gespräch mit „Blick aktuell“.
Anlässlich der Amtsübergabe waren auch der 1. Beigeordnete der Stadt Mendig, Achim Grün und die Vorsitzende der Kolpingfamilie, Ulrike Held zum Oktoberfest gekommen. Beide bedankten sich bei Gerd Montermann für dessen langjährigen unermüdlichen Einsatz mit einer Urkunde und einem Präsent und wünschten dem neuen Leiter der Seniorenwerkstatt, J. Wolfgang Kütscher viel Erfolg für seine künftigen Aufgaben. In seiner unkonventionellen Ansprache bemerkte der Ideengeber und Gründungsmitglied J. Wolfgang Kütscher augenzwinkernd: „Als ich damals den Vorschlag machte, eine Seniorenwerkstatt zu gründen, hat man über meine Idee nur gelächelt. Wer konnte auch ahnen, dass die engagierten Senioren einmal so erfolgreich sein würden“, so der neue Leiter der Werkstatt. Außerdem wies er darauf hin, dass es wirklich schade wäre, wenn die Seniorenwerkstatt in Ermangelung eines interessierten Nachwuchses irgendwann einmal ihre Pforten schließen müsste. Obwohl zu den aktiven Mitgliedern der Werkstatt fachkundige Handwerker und kreative Köpfe zählen, ist jeder herzlich willkommen, der - in welcher Form auch immer - mitmachen möchte und auch die Geselligkeit liebt. „Bei uns herrscht immer eine freundliche Atmosphäre und wenn sich jemand einer Arbeit widmen möchte, bei der ihm die entsprechenden Vorkenntnisse fehlen, steht jeder von uns mit Rat und Tat zur Verfügung“, so J. Wolfgang Kütscher. FRE
V.links: J. Wolfgang Kütscher (neuer Leiter) sowie Gerd Montermann (3.v.links) und seine Ehefrau (2.v.links) mit der Vorsitzenden der Mendiger Kolping-Familie Ulrike Held (2.v. rechts) und dem 1. Beigeordneten der Stadt Mendig, Achim Grün.
Heinz Lempertz ernannte den langjährigen Leiter der Seniorenwerkstatt, Gerd Montermann zum Ehrenmitglied des „Albertinum“.
