Europa-Union Mayen-Koblenz stellt Programm für 2017 vor
Geschichte und Kultur erleben
Kreis Mayen-Koblenz. Die erste Tagesfahrt der Europa-Union Mayen-Koblenz 2017 führt am Donnerstag, 4. Mai, nach Mainz zum Besuch von Synagoge und Landtag. Der Neubau der Mainzer Synagoge ist ein neues architektonisches Glanzlicht der Innenstadt. Die Teilnehmer erhalten Gelegenheit, bei einer Führung auch das Innere des Gotteshauses zu sehen. Von dem Vorgängerbau, in der Pogromnacht 1938 angezündet, stehen nur noch wenige mahnende Säulen. Am Nachmittag dann können die Teilnehmer auf Einladung der Landtagsabgeordneten Monika Becker an einer Plenarsitzung des rheinland-pfälzischen Landtags als Zuhörer teilnehmen. Auf der Heimfahrt ist eine Einkehr im „Engel“ im rheinhessischen Schwabenheim an der Selz bei Ingelheim geplant.
Im Lutherjahr auf Luthers Spuren vom 13. bis 16. Mai
Im Wartburgstübchen Junker Jörgs nach dem zigmal erneuerten Tintenklecks suchen (Übernachtung in Eisenach), tags darauf in Wittenberg die mittlerweile in Bronze gegossenen Thesen an der Tür der Schlosskirche entziffern, in Schmalkalden an den Beginn grausamster und blutiger, bis ins 17. Jahrhundert dauernder Auseinandersetzungen der christlichen Konfessionen sich erinnern: die Zeitenwende, die Martin Luther vor 500 Jahren mit seinen Schriften – auch den unerträglichen, judenfeindlichen – mit seiner Bibelübersetzung auf der Wartburg und seinen Liedern mit in Gang setzte. In Dessau (Übernachtung) gibt es Gelegenheit, die kunstvoll-natürliche Wörlitzer Parklandschaft kennenzulernen oder der architektonischen Moderne des Bauhauses Reverenz zu erweisen. Auch Luthers Geburtsstadt Eisleben, dazu Wernigerode, die „bunte Stadt am Harz“ (eine Übernachtung) und die alte Kaiserstadt Goslar sind weitere Stationen unserer Fahrt.
Münster in Westfalen am Samstag, 19. August
2015 hat die Europäische Kommission die Rathäuser von Münster und Osnabrück als „Stätten des Westfälischen Friedens“ mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet. Beide Rathäuser sind Zeugen eines Geschehens von herausragender Bedeutung für Geschichte und Kultur Europas: die Beendigung eines verheerenden, dreißig Jahre währenden Krieges durch Verhandlungen, also durch Dialog statt durch militärische Gewalt. Im „Friedenssaal“ des Münsteraner Rathauses wurde am 15. Mai 1648 der Spanisch-Niederländische Frieden feierlich beschworen und verkündigt. Die Arkaden des Prinzipalmarktes laden ein, im Stadtkern zu flanieren, man stößt auf Kirchen wie St. Lamberti und den Dom St. Paulus. Kunst von Weltrang bietet das im Jahr 2000 eröffnete Graphikmuseum Pablo Picasso ebenso wie die vielen Skulpturen in Münsters Innenstadt. Zu der aktuellen internationalen Skulpturenausstellung, die alle zehn Jahre stattfindet, plant die Europaunion eine geführte Wanderung.
Straßburg und das Parlament am Mittwoch, 4. Oktober
Seit 1949 schon Sitz des Europarats, erhält Straßburg 1952, mit Gründung der EGKS den Vorläufer des Europäischen Parlaments, die „Gemeinsame Versammlung“. Heute ist Straßburg Hauptsitz des Europäischen Parlaments – obwohl dessen 751 Mitglieder ihre Büros in Brüssel haben, tagt das Hohe Haus eine Woche im Monat am Ufer der Ill. Zudem ist Straßburg auch Sitz des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Für den Besuch der Europa-Union ist zunächst ein Gespräch mit MdEP Norbert Neuser vorgesehen, danach nehmen die Teilnehmer für eine Stunde an einer Plenarsitzung teil – auf der Tribüne. Nachmittags ist noch Zeit für die Stadt: Das Münster, die Fensterrose muss man ebenso gesehen haben wie das Gerberviertel mit seinen Fachwerkhäusern und kleinen Gassen. Wer mag, kann sich mit Tomi Ungerers Karikaturen in der Villa Greiner vergnügen. Oder Straßburg vom Boot aus genießen.
Die Sayner Hütte am Samstag, 4. November
Nach der kolossalen Völklinger Hütte besucht die Europa-Union diesmal ein architektonisches Juwel: 1778 lässt der Trierer Bischof am Saynbach einen ersten Hochofen errichten. 1815 fällt die Hütte in preußischen Besitz, 1824 entsteht ein Kanonenbohrwerk. Mit Carl Ludwig Althans beginnt 1818 die Kunstgussproduktion. Zwischen 1828 und 1830 wird die neue Gießhalle errichtet: der erste Industriehallenbau Europas mit tragender Gusseisenkonstruktion. 1865 an den Essener „Kanonenkönig“ Alfred Krupp verkauft, erhält die Hütte noch eine neue Produktionshalle. Derzeit laufen Arbeiten zur Rekonstruktion des historischen Ofens, es gibt Bemühungen, die Hütte mit ihrer einzigartigen Architektur ins UNESCO-Welterbeverzeichnis einzutragen. Filigraner noch als der Eisenkunstguss – zu sehen im Sayner Schloss – sind freilich die paradiesischen Schmetterlinge im Sayner Schmetterlingsgarten: auch dafür bleibt Zeit.
Teilnahmewünsche bitte senden an: Europa-Union Mayen-Koblenz, Frau Lis Pink, Von-der-Leyen-Str. 19, 56736 Kottenheim, oder per E-Mail an epink@t-online.de.
