Meckenheimer Stadtmuseum und Kulturforum e.V.
Geschichten und Anekdoten aus den Zwanzigern
Zum Gastmahl geladen
Meckenheim. Zum neunten Mal hatte der Verein „Meckenheimer Stadtmuseum und Kulturforum“ zum jährlichen Gastmahl eingeladen. In diesem Jahr drehte sich alles um die zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts, die „Goldenen Zwanziger“, die 1924 begannen und mit
dem Börsenkrach 1929 und der beginnenden Weltwirtschaftskrise ihr jähes Ende fanden.
Der Vorsitzende des Museumsvereins, Dr. Jörg Köpke, zog die Gäste mit seinem einführenden Vortrag in seinen Bann und unmittelbar in die „Goldenen Zwanziger“, die für weite Teile der Bevölkerung gar nicht „golden“,
sondern eher mit dem täglichen Kampf um das wirtschaftliche Auskommen ausgefüllt waren. Trotzdem: es war ein Aufbruch in eine neue Zeit. Wirtschaftlicher Aufschwung nach dem Weltkrieg, Kunst, Kultur und Wissenschaft erfuhren eine neue Blüte und die Menschen erlebten eine bisher nicht gekannte Form von gesellschaftlicher Freiheit, Emanzipation und Lebensfreude. Und auch für Meckenheim gab es einen Grund zur Freude: Meckenheim wurde 1929 wieder in den Rang einer Stadt erhoben, der ihr während der französischen Besatzungszeit aberkannt worden war.
Den
Auftakt für das Gastmahl machte der Aperitif „Charleston“, mit dem Heide Simm an die „kreolische Göttin“ Josephine Baker erinnerte und an ihren legendären Tanz im Bananenröckchen. Danach gab es zwei Vorspeisen: Pellkartoffel mit grüner Sauce an Lachs auf Salatbett und eine Brennsuppe von Teltower Rübchen. Die Hauptspeise war ein Cordon bleu an Kartoffelschnee mit Spitz- und Rosenkohl und als Nachspeise wurde eine Eisbombe mit Granatsplitter serviert. Den Abschluss bildete ein Glas Feuerzangenbowle. Jeder der vier Gänge wurde von Heide Simm angekündigt und beschrieben. Dabei schilderte sie zugleich das Leben der eher einfachen Menschen jener „Goldenen Zwanziger“ und wie die Hausfrau diese Rezepte für ein schmales Haushaltsbudget umzuwandeln vermochte. Sie reicherte alles mit zahlreichen Geschichten und Anekdoten an.
Es war ein genussvoller Abend, an dem das geistige Wohl dem körperlichen in keiner Weise nachstand.
