Kreishaus zeigt zwei Ausstellungen
Gewalt gegen Frauen und Mädchen hat viele Formen
„Dinge beim Namen nennen“ und „Eine von drei“ machen betroffen
Kreis Mayen-Koblenz. Zwei beeindruckende wie bedrückende Ausstellungen sind derzeit im Kreishaus zu sehen. Als Leihgabe des Frauenmuseums Bonn zeigt die Ausstellung „Die Dinge beim Namen nennen - Gewalt gegen Frauen im Alltag“ Gegenstände, in denen man Gewalt gegen Frauen und Mädchen sieht, die in den verschiedenen Kulturen und Länder der Erde verbreitet ist und unterschiedliche Gesichter trägt. „Eine von drei – Was braucht es noch um dich wütend zu machen“ ist Nachdruck in Bildern der Internationalen Wanderausstellung der Weltbank vom Sitz der Vereinten Nationen in New York. „Es ist kein fröhliches Thema, mit dem wir uns hier befassen und beim Betrachten der Ausstellungen fühlt sich der eine oder andere sicherlich unbehaglich und betroffen. Aber Gewalt gegen Frauen und Kinder ist leider immer noch und immer wieder ein Problem“, erklärte Landrat Dr. Alexander Saftig. Auch für Kinder bestünden kurz- und langfristige Folgeschäden: „Kinder, die häusliche Gewalt miterlebt haben, werden im Alter oft selbst zum Täter oder Opfer.“ Betroffen sind von der häuslichen Gewalt hauptsächlich Frauen, doch ein Fünftel der Opfer sind auch Männer, machte die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Lea Bales, deutlich: „Sie alle brauchen Anlaufstellen – und es ist gut, dass es diese gibt.“
„Dinge beim Namen nennen“ rüttelt auf
„Dinge beim Namen nennen“ zeigt Beiträge von vierzig Frauen und Männern, die sich in der Prävention von Gewalt gegen Frauen und Mädchen engagieren. Sie meldeten sich mit einer Aussage, einem Gegenstand und ihrem Porträtfoto zum Thema Gewalt gegen Frauen öffentlich zu Wort. „Gewalt zeigt sich in vielen Formen“, machte Dr. Béatrice Roschanzamir, Kunsthistorikerin des Frauenmuseums deutlich. Schläge, Bedrohung oder Vergewaltigung seien Beispiele von Gewalttätern, die häufig von Partnern, Verwandten oder Freunden begangen werden. Nicola Egelhof aus Deutschland verdeutlicht mit einem Männergürtel diese Gewaltform. Das „bride kidnapping“ ist dagegen eine gewaltsame Form der Eheschließung: Mädchen werden entführt, vergewaltigt und auf diese Weise „entehrt“. Ihnen bleibt kein anderer Ausweg, als den Mann zu heiraten. Saule Hamzaeva aus Kirgistan prangert diese rechtsverletzenden Praktiken in ihrer Zeichnung an. Weibliche Genitalverstümmelung einiger afrikanischer Gesellschaften ist inzwischen oft verurteilt worden, doch längst nicht ein Kapitel der Geschichte, da viele darin ein notwendiges und wichtiges Ritual sehen. 130 Millionen Frauen und Mädchen sind in 28 - vor allem - afrikanischen Staaten betroffen. Pascaline Sebgo aus Burkina Faso brachte für die Ausstellung ein traditionelles Beschneidungsmesser mit.
Bilder verbinden Kunst mit harten Fakten
„Eine von drei“: Mit diesem Kunstprojekt lädt die Weltbank auf eine besondere Art und Weise zum Handeln ein - und zwar zu Kunstaktionen. Geschlechterspezifische Gewalt wird erst seit relativ kurzer Zeit von der Weltbank als ein strategischer Schwerpunkt bearbeitet. Der Titel dieser Ausstellung weist darauf hin, dass eine von drei Frauen, die älter ist als 15 Jahre, in ihrem Leben schon irgendeine Form von physischer oder sexueller Gewalt erfahren hat. Die Bilder verbinden harte Fakten mit aufreizender, kraftvoller, naiver und dramatischer Kunst, die sich mit der an Frauen und Mädchen weltweit ausgeübten Gewalt und deren Einfluss auf ihr Leben auseinandersetzt. Im Kreishaus zu sehen sind Bilder von Elham Aghiani aus dem Iran - „In the Shadows“ und Farzaneh Mahmoodi aus dem Iran „Ties that Bind“. Die Ausstellungen sind bis 30. Juni im Kreishaus, zweite Etage, von montags bis donnerstags 7.30 bis 16 Uhr und freitags 7.30 bis 13 Uhr zu sehen. Pressemitteilung
Kreisverwaltung Mayen-Koblenz
