Allgemeine Berichte | 20.05.2016

Kreishaus zeigt zwei Ausstellungen

Gewalt gegen Frauen und Mädchen hat viele Formen

„Dinge beim Namen nennen“ und „Eine von drei“ machen betroffen

Lea Bales, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Landrat Dr. Alexander Saftig und Dr. Béatrice Roschanzamir vom Frauenmuseum (von links) beim Rundgang durch die Ausstellung nach der offiziellen Eröffnung. Kreisverwaltung Mayen-Koblenz

Kreis Mayen-Koblenz. Zwei beeindruckende wie bedrückende Ausstellungen sind derzeit im Kreishaus zu sehen. Als Leihgabe des Frauenmuseums Bonn zeigt die Ausstellung „Die Dinge beim Namen nennen - Gewalt gegen Frauen im Alltag“ Gegenstände, in denen man Gewalt gegen Frauen und Mädchen sieht, die in den verschiedenen Kulturen und Länder der Erde verbreitet ist und unterschiedliche Gesichter trägt. „Eine von drei – Was braucht es noch um dich wütend zu machen“ ist Nachdruck in Bildern der Internationalen Wanderausstellung der Weltbank vom Sitz der Vereinten Nationen in New York. „Es ist kein fröhliches Thema, mit dem wir uns hier befassen und beim Betrachten der Ausstellungen fühlt sich der eine oder andere sicherlich unbehaglich und betroffen. Aber Gewalt gegen Frauen und Kinder ist leider immer noch und immer wieder ein Problem“, erklärte Landrat Dr. Alexander Saftig. Auch für Kinder bestünden kurz- und langfristige Folgeschäden: „Kinder, die häusliche Gewalt miterlebt haben, werden im Alter oft selbst zum Täter oder Opfer.“ Betroffen sind von der häuslichen Gewalt hauptsächlich Frauen, doch ein Fünftel der Opfer sind auch Männer, machte die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Lea Bales, deutlich: „Sie alle brauchen Anlaufstellen – und es ist gut, dass es diese gibt.“

„Dinge beim Namen nennen“ rüttelt auf

„Dinge beim Namen nennen“ zeigt Beiträge von vierzig Frauen und Männern, die sich in der Prävention von Gewalt gegen Frauen und Mädchen engagieren. Sie meldeten sich mit einer Aussage, einem Gegenstand und ihrem Porträtfoto zum Thema Gewalt gegen Frauen öffentlich zu Wort. „Gewalt zeigt sich in vielen Formen“, machte Dr. Béatrice Roschanzamir, Kunsthistorikerin des Frauenmuseums deutlich. Schläge, Bedrohung oder Vergewaltigung seien Beispiele von Gewalttätern, die häufig von Partnern, Verwandten oder Freunden begangen werden. Nicola Egelhof aus Deutschland verdeutlicht mit einem Männergürtel diese Gewaltform. Das „bride kidnapping“ ist dagegen eine gewaltsame Form der Eheschließung: Mädchen werden entführt, vergewaltigt und auf diese Weise „entehrt“. Ihnen bleibt kein anderer Ausweg, als den Mann zu heiraten. Saule Hamzaeva aus Kirgistan prangert diese rechtsverletzenden Praktiken in ihrer Zeichnung an. Weibliche Genitalverstümmelung einiger afrikanischer Gesellschaften ist inzwischen oft verurteilt worden, doch längst nicht ein Kapitel der Geschichte, da viele darin ein notwendiges und wichtiges Ritual sehen. 130 Millionen Frauen und Mädchen sind in 28 - vor allem - afrikanischen Staaten betroffen. Pascaline Sebgo aus Burkina Faso brachte für die Ausstellung ein traditionelles Beschneidungsmesser mit.

Bilder verbinden Kunst mit harten Fakten

„Eine von drei“: Mit diesem Kunstprojekt lädt die Weltbank auf eine besondere Art und Weise zum Handeln ein - und zwar zu Kunstaktionen. Geschlechterspezifische Gewalt wird erst seit relativ kurzer Zeit von der Weltbank als ein strategischer Schwerpunkt bearbeitet. Der Titel dieser Ausstellung weist darauf hin, dass eine von drei Frauen, die älter ist als 15 Jahre, in ihrem Leben schon irgendeine Form von physischer oder sexueller Gewalt erfahren hat. Die Bilder verbinden harte Fakten mit aufreizender, kraftvoller, naiver und dramatischer Kunst, die sich mit der an Frauen und Mädchen weltweit ausgeübten Gewalt und deren Einfluss auf ihr Leben auseinandersetzt. Im Kreishaus zu sehen sind Bilder von Elham Aghiani aus dem Iran - „In the Shadows“ und Farzaneh Mahmoodi aus dem Iran „Ties that Bind“. Die Ausstellungen sind bis 30. Juni im Kreishaus, zweite Etage, von montags bis donnerstags 7.30 bis 16 Uhr und freitags 7.30 bis 13 Uhr zu sehen. Pressemitteilung

Kreisverwaltung Mayen-Koblenz

Lea Bales, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Landrat Dr. Alexander Saftig und Dr. Béatrice Roschanzamir vom Frauenmuseum (von links) beim Rundgang durch die Ausstellung nach der offiziellen Eröffnung. Foto: Kreisverwaltung Mayen-Koblenz

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
  • Beatrix Biskup: Ich habe Bibliotheken immer geliebt und ich freue mich über jeden Schritt den die Stadtbibliothek in Richtung Zukunft geht und über jede Veranstaltung die diese durchführen würde.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
Daueranzeige
Kleinanzeigen
Doppelseite PR/Anzeigen
Osterangebot
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Pool
First Friday Anzeige März
Anzeigenauftrag FMP-1P9L0-AD-351131
Ostergrußanzeige
Stellenanzeige
Empfohlene Artikel
Symbolbild.
35

Der Frühling zeigt sich von seiner lebendigen Seite und bringt frische Energie in den Alltag. Die Tage werden heller, die Natur erwacht – und mit ihr wachsen neue Chancen, aber auch Herausforderungen. In der Woche vom 13. bis 19. April stehen die Zeichen auf Veränderung. Gefühle werden intensiver, Entscheidungen rücken näher und nicht alles verläuft reibungslos. Ein genauer Blick auf die Sternzeichen zeigt, wo sich Möglichkeiten eröffnen und wo Vorsicht geboten ist.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: pixabay.com
124

Im Bereich der Ahrtalbahn könnte es nachts etwas lauter werden:

Ab 15.04.: Schleifzüge fahren auf der Ahrstrecke

Kreis Ahrweiler. Seit Dezember 2025 fahren die Züge wieder vollständig auf der gesamten Ahrstrecke zwischen Remagen und Ahrbrück. Seit März 2026 sind beide verkehrenden Linien rein elektrisch und damit umweltfreundlicher unterwegs. Damit die neuen Schienen nun noch einen „letzten Schliff“ erhalten können, wird nachts ein Schleifzug unterwegs sein. Dies betrifft die folgenden Zeiträume und Abschnitte:

Weiterlesen

10

Ausbau der Ladeinfrastruktur am Rathaus

Neuer Schub für die Elektromobilität

Meckenheim. Das regionale Energieunternehmen e-regio erweitert die Ladeinfrastruktur in Meckenheim und schafft am Rathausparkplatz zusätzliche Möglichkeiten zum komfortablen Laden von Elektrofahrzeugen. Aufgrund der hohen Nutzung der bestehenden Ladesäule werden derzeit zwei neue AC-Ladesäulen mit insgesamt vier Ladepunkten installiert. Die neuen Ladepunkte sind so angeordnet, dass sie von jeweils zwei Parkbuchten optimal erreichbar sind.

Weiterlesen

13

Allgemeine Berichte

Ortsübliche Bekanntmachung

Sinzig. Ortsübliche Bekanntmachung über die öffentliche Bekanntgabe der Bestimmung und Abmarkung von Flurstücksgrenzen in der Gemeinde _Sinzig_______ In der Gemarkung __Bodendorf______, Flur __13__, Flurstücke __124/1, 133______ wurden die Flurstücksgrenzen aus Anlass einer Liegenschaftsvermessung auf Antrag bestimmt und abgemarkt. Über diese Maßnahmen wurde am _17.3.2026_ eine Grenzniederschrift angefertigt.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag 2026
Rund um´s Haus
Rund ums Haus
Kreishandwerkerschaft
Essen auf Rädern
Kreishandwerkerschaft
Anzeige "Rund ums Haus"
Rund ums Haus
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Koblenz blüht 2026
Koblenz blüht
Schulze Klima -Image
Ostergruß
Innovatives rund um Andernach
Koblenz blüht // Frohe Ostern 2026
Titelanzeige