Seltene Flussregenpfeifer in Niederwerth
Gewinner – oder doch Verlierer?
Niederwerth. Die sinkenden Wasserstände des Rheins haben ein Pärchen Flussuferläufer an eine Kiesbank nach Niederwerth gelockt. Als Bewohner flacher Schlamm- oder Sandufer seichter Gewässer profitieren sie aktuell von der Dürre. Da es ein Pärchen ist und im April die Brutsaison startet, besteht Brutverdacht. „Auf einer kleinen Anhöhe habe ich ihnen deshalb drei Sandhaufen mit Muschelschalen ausgelegt. Mehr brauchen sie für ihr Gelege nicht,“ so Stefan Krumme. „Augenblicklich sind sie Gewinner der Dürre; ein stark steigender Flusspegel könnte sie genauso schnell wieder zu Verlierern werden lassen“.
Wer die nur sperlingsgroßen Flussregenpfeifer entdeckt, sollte das Gebiet schnell wieder verlassen. „Zur Verteidigung der Jungen täuschen sie Verletzung vor“. Diese „scheinbare“ Hilflosigkeit muss unbedingt richtig verstanden werden, um das extrem gut getarnte Gelege nicht noch versehentlich zu zertreten.
Während aktuell überall Amphibien- und Libellenbiotope reihenweise austrocknen und damit zur Fortpflanzung ausfallen, könnte dieser Vogel zu den Gewinnern der momentanen Trockenheit werden, wenn sie hoffentlich der Freizeittourismus verschont.Stefan Krumme
