Wirtschaftsförderung Meckenheim startet Umfrage
Gibt es einen Bedarf an Coworking-Spaces in Meckenheim?
Projektleiter Dr. Ulrich Dewald, Citymanagerin Nicole Bangert und Wirtschaftsförderer Dirk Schwindenhammer wollen in Erfahrung bringen, wie die Meckenheimer Pendler ticken
Meckenheim. Unter dem Arbeitstitel „Workstation Meckenheim“ startet die Wirtschaftsförderung der Stadt Meckenheim jetzt eine Umfrage unter pendelnden Berufstätigen. Im Mittelpunkt steht die Frage, inwieweit Bedarf nach flexiblen Büroarbeitsplätzen in Meckenheim und damit in unmittelbarer Nähe zum Wohnort besteht. „Es gilt, für Arbeitnehmer aus dem linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis das Potential zu ermitteln, um künftig Räumlichkeiten in Meckenheim für ‚dritte Arbeitsorte‘ anbieten und parallel einem Leerstand in der Innenstadt entgegenwirken zu können“, erläuterte Wirtschaftsförderer Dirk Schwindenhammer die Initiative. Mit einem solchen Angebot könnten Pendlerfahrten zukünftig flexibler oder zum Teil gar überflüssig werden, so hofft er.
Gemeinsam mit Projektleiter Dr. Ulrich Dewald, Geschäftsführer der Gesellschaft für angewandte Kommunalforschung mbH (GEFAK), und Citymanagerin Nicole Bangert informierte er jetzt über den Start der Erhebung und ihre Zielrichtung. Zunächst soll die Befragung direkt vor Ort am Bahnhof in Meckenheim durchgeführt werden. Interessierte Arbeitnehmende, die nicht mit der Bahn zu ihrem Arbeitsplatz und zurück pendeln, können sich jedoch auch über die lnternetseite http://meckenheim.befragt.org direkt an der Umfrage beteiligen.
Land fördert die Umfrage
Vorausgegangen war die Förderzusage des Landes Nordrhein-Westfalen aus dem „Sofortprogramm zur Stärkung unserer Innenstädte und Zentren“. Mit diesen Fördermitteln will die Stadt Meckenheim den Auswirkungen der Corona-Pandemie, aber auch den Herausforderungen der sich ändernden Arbeitswelt und des sich wandelnden Einkaufsverhaltens entgegentreten. Einzelhandel, Gastronomie und die Dienstleistungsbranche sollen unterstützt werden, um Geschäftsaufgaben und Leerstände zu vermeiden. „Ein zentraler Punkt ist daher, Informationen über aktuelle oder sich abzeichnende Leerstände zu erhalten“, weiß Schwindenhammer. Darauf aufbauend könnten dann vielleicht sogar noch in diesem Jahr Konzepte und Maßnahmen erarbeitet werden, um Leerstände zu verhindern, wieder adäquat zu vermieten oder Nachnutzungskonzepte zu realisieren. Letztlich gehe es um eine Belebung der Meckenheimer Innenstadt.
Als ein Schwerpunktprojekt werden Beschäftigte, die in Meckenheim und der Region leben und ab Meckenheim zur Arbeit pendeln, befragt, ob sie an sogenannten „Coworking-Spaces“ und ähnlichen Konzepten Interesse haben. Immerhin pendelten jeden Tag 7000 Menschen von Meckenheim aus zu ihren Arbeitsplätzen, meist in Bonn oder Köln. „Bisher gibt es aber so gut wie keine Informationen darüber, wie Pendler ticken“, so Schwindenhammer und ergänzt, dass Meckenheim erstaunlicherweise sogar mehr Ein-Pendler als Aus-Pendler haben, eine Besonderheit in der Region. Schön wäre es, so der Wirtschaftsförderer, wenn diejenigen, die sich an der Umfrage beteiligen, auch ihren Arbeitgeber nennen, damit der auch konkret angesprochen werden kann.
Auch Arbeitgeber werden befragt
Befragt werden sollen nämlich in einem zweiten Schritt auch Arbeitgebende, um zu erfahren, ob der Bedarf an solchen neuen Arbeitsformen auch ihrerseits besteht. Dabei möchte Meckenheim auch erfahren, welche Aspekte für die Arbeitgeber wichtig seien, beispielsweise die technische Infrastruktur, eine Kinderbetreuung oder eine Ladestation für E-Bikes. Im Hinblick auf bestehende Leerstände in der Innenstadt und zukünftig erwartete Einschränkungen im ÖPNV durch die mögliche Elektrifizierung der Bahnlinie S23 und Baustellen und Stauzeiten durch den anstehenden Ausbau der A565 erscheint der Wirtschaftsförderung diese Idee naheliegend.
Um die Teilnahme an der Umfrage noch attraktiver zu gestalten, werden Einkaufsgutscheine für Meckenheim ausgelobt. Zudem sollen Infoflyer auf die Erhebung aufmerksam machen. Sie werden am Bahnhof Meckenheim und am Haltepunkt Industriepark verteilt und liegen im Foyer des Rathauses aus.
Neben dem klassischen Arbeitsplatz im Betrieb und dem „Home Office“ im eigenen Zuhause bieten Coworking-Spaces als dritte Arbeitsorte eine alternative Möglichkeit des Arbeitens, die sich vor allem durch Flexibilität, Unabhängigkeit und Zugänglichkeit auszeichnet. Dabei können Nutzer aus verschiedenen Tarifen wählen, wann, wie häufig und wie lange sie den Raum nutzen wollen und welche technischen und digitalen Dienste sie benötigen. Damit den Coworkern kein zeitlicher Mehraufwand entsteht, bieten die meisten Spaces so genannte Plug-and Play-Arbeitsplätze an. Sie beinhalten eine volle Arbeitsplatz-Infrastruktur, Service, Reinigung, Nebenkosten, Highspeed-Internetzugang, Kaffee-Flatrate und viele weitere Angebote. JOST
