Allgemeine Berichte | 19.09.2016

Bürger trafen sich mit dem Planungsbüro

Giershofen startete in die Dorfmoderation

Giershofen startete in die Dorfmoderation

Giershofen. Auf großes Interesse stieß die Auftakt- und Informationsveranstaltung für die Dorferneuerung in Giershofen. Im Dorfgemeinschaftshaus versammelten sich an die 100 Bürgerinnen und Bürger aus dem Ort. Nachdem der Stadtrat von Dierdorf den Auftrag zur Dorfmoderation in diesem Stadtteil an das Planungsbüro Stadt-Land-Plus in Boppard vergeben hatte, stellten sich am vergangenen Mittwoch zwei Mitarbeiter des Unternehmens in Giershofen vor und erläuterten den Ablauf. Bereits an diesem Abend hatten die Anwesenden die Möglichkeit, sich einem der Arbeitskreis anzuschließen, die sich thematisch im Laufe der Veranstaltung als gewünscht abzeichneten.

Stadt-Land-Plus hatte sich gut auf den Abend vorbereitet. Die beiden Mitarbeiter Sophie Guhl und Axel Brechenser präsentierten den Anwesenden die Ergebnisse ihrer bisherigen Recherchen über Giershofen. Demnach verfügt der Ort über einen überdurchschnittlich hohen Anteil jüngerer Einwohner. Der Anteil derjenigen Einwohner der „Generation 50plus“ liege unter der Zahl der jugendlichen Bewohner von Giershofen. Ein Ziel der Dorfmoderation müsse es deshalb sein, auch die Interessen dieser jüngeren Generation zu berücksichtigen und ihnen Angebote zu bieten, die ihnen das Leben in Giershofen attraktiv machen. Außerdem haben die Mitarbeiter des Planungsbüros festgestellt, dass in Giershofen Menschen unterschiedlicher Nationalitäten leben, mit unterschiedlichen religiösen und kulturellen Hintergründen. Auch dies gelte es bei der Dorfmoderation zu berücksichtigen.

Eine Besonderheit ist außerdem, dass es für Giershofen schon ein gültiges Dorferneuerungskonzept gibt. Das wurde 1997 erstellt und hat bis heute Gültigkeit. Es ist auch die Voraussetzung dafür, dass Giershofen schon Zuschüsse des Landes für Dorferneuerungsprojekte beantragen kann.

Auch die Lage Giershofens an der Bahnstrecke und am Holzbach sind aus Sicht des Planungsbüros Besonderheiten des Ortes, ebenso wie die Nähe zu einer Industrieansiedlung. Das Vorhandensein eines markanten Feuerwehr-Spritzenhäuschens, die erforderliche Sanierung von älteren Gebäuden und die Verkehrssituation in Giershofen können aus Sicht von Sophie Guhl und Axel Brechenser ebenfalls Themen sein, die im Rahmen der Dorfmoderation behandelt werden könnten. Aufgefallen ist den beiden auch das Vorhandensein einer gesunden Vereinsstruktur mit Turn-, Schützen- und Kirmesverein sowie die Eigeninitiative einzelner Mitbürger bei bestimmten Aktionen.

Nun waren die Giershofener selbst an der Reihe. Sie sollten auf verteilten Zetteln die Pluspunkte ihres Ortes aufschreiben. An den Tischen wurde lebhaft diskutiert. Die Sammlung ergab ein buntes Bild: Als Stärken von Giershofen wurden genannt eine gute Dorfgemeinschaft, gute nachbarschaftliche Beziehungen, das auffällige Spritzenhaus, dass es ruhig ist im Dorf und kinderfreundlich, dass es eine Ärztin dort gibt, man in der Nähe in Dierdorf einkaufen kann, es nicht weit zur A3 ist, es Rad- und Wanderwege gibt, man nah an der Natur lebt, noch ein landwirtschaftlicher Charakter existiert, ein schöner Spielplatz vorhanden ist, es ruhige Wohngebiete gibt, das Vereinsleben aktiv ist mit Dorffest, Kirmes und Aktivitäten der Schützen, auch das Bürger aus verschiedenen Herkunftsländern in Giershofen leben wurde als Stärke genannt.

Nicht minder lang war allerdings die Liste der Schwächen beziehungsweise verbesserungswürdigen Punkte in Giershofen: die Optik der Ortsein- und -ausfahrten, das Ortsbild, das Aussehen von Freiflächen, die Straßenreinigung, nicht gepflegte Blumeninseln, das Erscheinungsbild des Bachlaufs, vieler Häuser und der Straßen, die Situation für die Jugend, kein Ortsplatz oder Möglichkeiten, sich zu treffen, die Einkaufsmöglichkeiten für Senioren, die Einbeziehung von Neubürgern und einmal auch die Tatsache, dass es in Giershofen keine Diskothek gibt. Sehr häufig wurde als Kritik die alljährlich fehlende Weihnachtsbeleuchtung genannt. Auch der Straßendienst im Winter gab Anlass zur Beschwerde sowie das Fehlen von Sitzgelegenheiten im Ort und im Außenbereich.

Die Mitarbeiter des Planungsbüros bündelten die genannten Schwachpunkte, um daraus thematische Arbeitskreise zu bilden, in denen sich die Bürger von Giershofen demnächst aktiv beteiligen können. Über Veröffentlichungen in der Presse werden die Bürger über die dann stattfindenden Treffen informiert. Ein erster Dorfrundgang soll an einem Freitagnachmittag im Oktober erfolgen. Auch dieser Termin wird in der Presse noch bekannt gegeben.

Bei der Dorferneuerung werden private Investitionen und Projekte der Kommune vom Land finanziell unterstützt. Die bei der Kreisverwaltung Neuwied für die Dorferneuerung zuständige Margit Rödder-Rasbach erklärte den interessierten Zuhörern das Prozedere. Gefördert wird zum Beispiel die Erhaltung alter Bausubstanz von Gebäuden, die 1960 oder früher errichtet wurden. Ziele der Baumaßnahmen müssen sein: Wohnraumschaffung, Kernsanierung, Fassadengestaltung, Erneuerungen von Dächern und Fenstern, eventuell auch ein Angebot an Fremdenzimmern, und natürlich die Schaffung neuer Dienstleistungsangebote wie zum Beispiel wohnortnahe Einkaufsmöglichkeiten. Insgesamt stehen dafür laut den Worten von Margit Rödder-Rasbach jährlich „mehrere Hunderttausend Euro“ zur Verfügung. Private Projekte werden mit bis zu 30 Prozent der förderfähigen Kosten unterstützt, die Obergrenze liegt bei 20.000 Euro. Für öffentliche Projekte der Kommune, also des Stadtteils Giershofen, sind Zuschüsse bis zu 65 Prozent der förderfähigen Kosten möglich. Margit Rödder-Rasbach empfahl, sich auf jeden Fall vor Beginn einer Maßnahme bei ihr zu informieren, da nachträglich keine Zuschüsse mehr gewährt werden können.

Giershofen startete in die Dorfmoderation
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