Allgemeine Berichte | 30.05.2017

Bereichernde Gemeinschaftsfahrt des Dekanats zum Kirchentag in Berlin

Glaubensimpulse, Politik, Proteste und Kultur bewegen

2019 geht’s nach Dortmund

Mit Instrumenten waren Vertreter der Posaunenchöre Dausenau und Dachsenhausen nach Berlin gereist und gaben Kleinkonzerte in der Stadt. Dekanat Nassauer Land

Rhein-Lahn-Kreis. Mit einigen überraschenden und noch mehr positiven Eindrücken, Denkanstößen und guter Laune sind die fast 200 Teilnehmenden aus dem Dekanat Nassauer Land vom Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin zurückgekehrt. Nicht nur evangelische, auch katholische Besucher aus dem Kreisgebiet sammelten bereichernde Erinnerungen.

„So wenig bequem es auch sein mag in so einem Gemeinschaftsquartier – es ist ein schönes Miteinander und Wir-Gefühl, das sich bei solch einer Fahrt entwickelt und erlebbar wird“, sagt Anja Beeres, Vorsitzende des evangelischen Dekanats Nassauer Land, warum das Dekanat auch in zwei Jahren beim Kirchentag in Dortmund sicher wieder eine Gemeinschaftsfahrt anbieten wird. Die vielen Begegnungen seien eine Bereicherung für den jetzt wieder beginnenden Alltag, sagte Beeres am Stand des ehemaligen Kauber Pfarrers Urs Michalke, der dort die evangelisch-lutherische Kirche in Italien vertrat. Abgesehen vom vielfältigen Angebot an Kultur, spannenden Bibelarbeiten und thematischen Diskussionen mit hochrangigen Theologen und Persönlichkeiten trage Kirchentag dazu bei, sich zu vergewissern, „was und dass ich glauben kann“. Was ihr in diesen Zeiten sehr gefallen hat: dass sich die Losung des Kirchentags „Du siehst mich“ sowohl im Neuen Testament der Bibel als auch im Koran findet. „Vor allem macht der Kirchentag deutlich, dass sich erfülltes Leben nicht nur um sich selbst dreht, sondern immer im Bezug zu unseren Mitmenschen steht.“

Außergewöhnliche und inspirierende Begegnungen gab es zuhauf, etwa die mit Fulbert Steffensky im Berliner Dom. Die Bibelarbeit des 83-jährigen Theologen, einst Mönch im Kloster Maria Laach, bevor er zur evangelischen Kirche konvertierte und Dorothee Sölle heiratete, ließen sich einige Rhein-Lahner nicht entgehen.

Überragende Gedanken und Impulse

„Das sind Gedanken und Impulse, die sind einfach überragend“, erzählen Jutta und Ulrich Werner aus Miehlen. Musikalisches Abschalten gab es für jeden Geschmack wie etwa die Wyse Guys, Viva Voce, Yvonne Catterfeld oder Jazz-Musiker Michael Wollny. Wolfgang Riehl aus Nassau krönte auf dem Gendarmenmarkt mit einem Solidaritätskonzert unter dem Titel „Musik kennt keine Grenzen“ der Berliner Philharmonikern mit Sir Simon Rattle am Pult seinen Kirchentagsbesuch, nachdem er zuvor unter anderem eine Diskussion über Glaubwürdigkeit mit Martin Schulz interessiert verfolgt hatte. „Ein tolles Erlebnis“, so der Katholik und Kommunalpolitiker, der am gleichen Ort noch die letzte Viertelstunde des DFB-Pokal-Finales verfolgte. Für die Partie und für Fairness hatten sich am Vormittag EKHN-Kirchenpräsident Volker Jung, Fanclub- und Polizei-Vertreter sowie DFB-Präsident Reinhard Grindel stark gemacht.

Ein Negativ-Highlight für Beeres und andere Teilnehmer aus dem Kreisgebiet, die in der Gedächtniskirche einen Bitt-Gottesdienst für den Frieden mit Militärbischof Sigurd Rink und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen miterleben wollten, war der nicht geplante Auftritt von Friedensaktivisten, die sich von der Empore abseilten. Zugleich zeigte sich darin die politische Dimension des Kirchentages. „Ich hab nur ein hysterisches Schreien von den zwei Frauen wahrgenommen, aber sie kaum wörtlich verstanden“, schildert Volker Hausen aus Dachsenhausen. Auf einem Banner hieß es „Keine Kampfdrohnen für die Bundeswehr“. Souverän habe die Ministerin reagiert, als sie die Aktivistinnen bat, sich hinter sie zu stellen, um den Gottesdienst nicht zu stören. Freiheit sei, auch so etwas auszuhalten, und die Bundeswehr stehe dafür ein, „dass ihr hier gegen uns sein könnt“. Die Besucher animierte der Auftritt zum Kanon „Dona nobis pacem“. Transparent-Träger, die vor einer Überfremdung der Gesellschaft warnten, tauchten unerwartet bei einer Diskussion mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer über gelingende Integration durch gute Bildungspolitik auf.

Damit die Reise keine Eintagsfliege bleibt, will Matthias Metzmacher, Pfarrer für gesellschaftliche Verantwortung im Dekanat, das Thema des Kirchentags in der Region noch einmal aufgreifen. „Es wäre schade, wenn die vielen Impulse einfach verhallen“, so der Theologe. „Dazu sind dann nicht nur die Mitreisenden eingeladen.“ Pressemitteilung

Dekanat Nassauer Land

Genossen das Angebot für Familien und beteiligten sich an einer Graffiti-Malerei: zwei Familien aus Klingelbach.

Genossen das Angebot für Familien und beteiligten sich an einer Graffiti-Malerei: zwei Familien aus Klingelbach.

Für Anja Beeres, Vorsitzende des Dekanats Nassauer Land (hier mit Pfarrer Urs Michalke), bot die Gemeinschaftsfahrt zum Kirchentag auf einmalig vielfältige Weise die Chance, bereichernde Impulse für das Leben mit nach Hause zu nehmen.

Für Anja Beeres, Vorsitzende des Dekanats Nassauer Land (hier mit Pfarrer Urs Michalke), bot die Gemeinschaftsfahrt zum Kirchentag auf einmalig vielfältige Weise die Chance, bereichernde Impulse für das Leben mit nach Hause zu nehmen.

Mit Instrumenten waren Vertreter der Posaunenchöre Dausenau und Dachsenhausen nach Berlin gereist und gaben Kleinkonzerte in der Stadt. Fotos: Dekanat Nassauer Land

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
  • Beatrix Biskup: Ich habe Bibliotheken immer geliebt und ich freue mich über jeden Schritt den die Stadtbibliothek in Richtung Zukunft geht und über jede Veranstaltung die diese durchführen würde.
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Imageanzeige
Dauerauftrag 2026
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Innovatives rund um Andernach
125-jähriges Jubiläum der Rosenkranzkirche Bad Neuenahr und offizielle Wiedereröffnung am 12.04.26
Stellenanzeige Personalreferent/in
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in
Empfohlene Artikel
Mit dem Tod des Schauspielers Mario Adorf trauert die Stadt um einen ihrer Ehrenbürger.
167

Mayen. Mit seinem Tod verliert unsere Stadt eine der bedeutendsten Persönlichkeiten, die Mayen hervorgebracht hat. Mario Adorf, geboren 1930 in Zürich und aufgewachsen in Mayen, hat von hier aus seinen Weg in eine außergewöhnliche internationale Karriere als Schauspieler gefunden. Trotz seines weltweiten Erfolges ist er seiner Heimatstadt stets eng verbunden geblieben.

Weiterlesen

In Linz am Rhein fand wieder der „Klapperlauf“ statt – ein organisiertes Gemeinschaftserlebnis, bei dem zahlreiche Teilnehmer mehrmals täglich durch die Stadt ziehen und "klappern", begleitet und gefördert durch die VR Bank RheinAhrEifel eG.  Foto: Jan-Erik Burkard I VR Bank RheinAhrEifel eG
10

Linz. Der Klapperlauf in Linz am Rhein ist weit mehr als ein Brauch – er ist gelebte Tradition, Gemeinschaft und ein eindrucksvolles Zeichen regionaler Verbundenheit. Die VR Bank RheinAhrEifel eG begleitet dieses besondere Ereignis bereits seit über 40 Jahren als verlässlicher Partner und Förderer.

Weiterlesen

Weitere Artikel
1

Rheinbach startet Klimaspaziergänge mit vielfältigem Programm

Natur erleben und Klima verstehen

Rheinbach. Die Stadt Rheinbach lädt in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Voreifel zu Klimaspaziergängen ein.

Weiterlesen

Vom 6. bis 8. April 2026 machte das Infomobil des Deutschen Bundestages Station auf dem Himmeroder Wall in Rheinbach. Foto: Stadt Rheinbach
4

Bürgermeister begrüßt Bundestagsabgeordneten Röttgen am Infomobil des Deutschen Bundestages

Im Gespräch vor Ort

Rheinbach. Vom 6. bis 8. April 2026 machte das Infomobil des Deutschen Bundestages Station auf dem Himmeroder Wall in Rheinbach. Der 17 Meter lange und 26 Tonnen schwere Promotion-Truck tourt jährlich durch rund 60 Städte in ganz Deutschland. Ziel ist es, die Arbeit des Parlaments anschaulich zu vermitteln. Im Laufe von zwei Wahlperioden sollen so alle 299 Wahlkreise besucht werden.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Monatliche Anzeige
Wir helfen im Trauerfall
Innovatives rund um Andernach
Oster-Anzeige
Titel
Vortrag: Arthrose des Hüft- und Kniegelenk
Ostergruß
Stellenanzeige mehrere Stellen
Stellenanzeige
Ostergrußanzeige
125-jähriges Jubiläum der Rosenkranzkirche Bad Neuenahr und offizielle Wiedereröffnung am 12.04.26
Wohnträume
Veranstaltung 15.April
Titelanzeige Nissan  114/1407895/2454617/4746681
Leiter/in (w/m/d)
Aushilfskraft (w/m/d)