Allgemeine Berichte | 22.05.2019

Eifel- und Heimatverein Rheinbach

Gleich drei Jubiläen auf einmal gefeiert

Bei der Jubiläumsfeier zeichnete der Eifelvereins-Vorsitzende Heinz Kessel eine Reihe von langjährigen Mitgliedern mit der Ehrennadel des Vereins, einer Ehrenurkunde sowie einer Flasche „Jubiläumswein des Eifelvereins Rheinbach“ aus.Foto: JOST

Rheinbach. Mit einer kleinen Feierstunde im Eifelvereinshaus feierte der Eifel- und Heimatverein Rheinbach gleich drei Jubiläen auf einmal. Der Eifelverein Rheinbach wurde 130 Jahre alt, das Waldfest auf dem Beuelskopf wird seit 40 Jahren gefeiert, und das Eifelvereinshaus kann auf 25 Jahre zurückblicken. In dieser Zeit habe der Verein so manches geleistet, berichtete der Vorsitzende Heinz Kessel unter dem Beifall der Vereinsmitglieder.

Allerdings liege die Gründerzeit und die frühen „Kindheitsjahre“ des Vereins im Dunkeln, so Kessel. Das Gründungsjahr 1889 lasse sich nur aus dem Protokollbuch des Rheinbacher Verschönerungsverein entnehmen, denn dort heißt es über dessen Generalversammlung am 10. November 1889: „Mit einer sehr ausgedehnten Debatte, die die Verschmelzung des Verschönerungsvereins mit der hiesigen Ortsgruppe des Eifelverein zum Zweck hatte, aber ohne bestimmtes Resultat blieb, schloss die zahlreich besuchte Versammlung.“ Damit sei die Existenz eines Eifelvereins in Rheinbach dokumentiert, die aber vermutlich schon länger bestanden habe.

Der Zusammenschluss beider Vereine fand letztlich am 16. Mai 1905 statt, wobei sich die Gründer zum Ziel gesetzt hatten, die Entwicklung des Fremdenverkehrs in Rheinbach zum Wohl der Bürger mitzugestalten – aber auch Altes zu erhalten, was in all den Jahren bis in die heutige Zeit immer noch aktuell sei. So habe der damalige Förster Hans Wischeler 1925 mit seinen Forstarbeitern den zwölf Meter hohen Aussichtsturm auf dem Beuelskopf errichtet, wo seit 1979 alljährlich das Waldfest des Eifelvereins gefeiert wird. Damals habe die Stadt noch das Holz für den Turm zur Verfügung gestellt und auch die Fläche, auf der der Turm steht – „davon kann man heute nur träumen.“

Wenn man zurückschaut, was der Verschönerungsverein so alles geleistet habe, kämen einem die städtischen Gräbbachanlagen, Wanderwege wie der Pilgerpfad oder der Pilgerpfadsweiher in den Sinn. „Wenn ich mir heute die Pilgerpfadsweiher anschaue, sind diese in einem beklagenswerten Zustand. Es wird höchste Zeit, dass etwas geschieht“, so der Eifelvereins-Vorsitzende. Seit 2018 sei eine Lösung in Sicht, doch bisher sei sehr wenig bis gar nichts geschehen. „Dabei hätte ich schon erwartet, dass der gesamte Rat seine Zustimmung für die Erhaltung der Pilgerpfadsweiher gegeben hätte, ist aber nicht so.“

Wichtige Personen des öffentlichen Lebens hätten jahrelang den Verein geführt, blickte Kessel zurück. Mit der Wiederaufnahme des Vereinslebens nach dem Krieg unter Jean Schmitz habe sich die Ortsgruppe rasch wieder organisiert und ihre Arbeit tatkräftig aufgenommen. Besonders Dr. Paul Möhrer habe den Verein in seiner Zeit als Vorsitzender von 1952 bis 1978 geprägt, unter seiner Ägide habe der Verein einen ungeahnten Aufschwung genommen. Unter seiner Regie habe sich eine sehr rührige Jugendgruppe gebildet, hinzu kamen Ausgrabungen und die Anbringung einer Geschichtstafel auf der Tomburg, die Herausgabe des Eifelvereins-Heftes, der Aufbau eines Stücks des Römerkanals in der Pützstraße und vor allem der Wiederaufbau des Hans-Wischeler-Turms.

„Es ist anhand des Jahresplanes deutlich erkennbar, dass der Verein nicht nur dem Wanderer verbunden ist, sondern auch den Heimatgedanken fördert“, so Kessel weiter. So biete man Führungen durch die Rheinbacher Burg, Stadtführungen und Nachtwächter-Rundgänge an, man beteilige sich auch am „Tag des offenen Denkmals“. Der Eifelverein unterhalte ein Rundwanderwegenetz im Gebiet des Rheinbacher Stadtwaldes, wobei in den vergangenen Jahren alte historische Wege durch Namensschilder kenntlich gemacht worden seien. Er hoffe, demnächst Wanderkarten an den Waldparkplätzen aufstellen zu könnten, in Zusammenarbeit mit dem Naturpark Rheinland.

Sein besonderes Lob galt der Familien- und Jugendarbeit des Vereins, „denn wo wir früher nur mal hin und wieder Jugendwanderungen durchgeführt haben, ist ab 2001 dieses Thema fest in unser Programm aufgenommen worden.“ Damals habe man mit einer Kinderwaldwoche begonnen, anschließend sei das Angebot von Jahr zu Jahr erweitert worden. Das sei nicht zuletzt Elsbeth Bois zu verdanken, die immer wieder neue Ideen umgesetzt habe. „Wenn ich die letzten Jahre Revue passieren lasse, meine ich, dass wir auf dem richtigen Wege sind – unter dem Gedanken: nie stehen bleiben, denn Stillstand ist Rückschritt.“

Langjährige Mitglieder ausgezeichnet

Bei der Jubiläumsfeier zeichnete der Eifelvereins-Vorsitzende Heinz Kessel eine Reihe von langjährigen Mitgliedern mit der Ehrennadel des Vereins, einer Ehrenurkunde sowie einer Flasche „Jubiläumswein des Eifelvereins Rheinbach“ aus. Wobei der edle Tropfen, ein halbtrockener Spätburgunder von der Ahr, von der Weinmanufaktur Dagernova aus den Trauben des Eifelverein-Weinberges oberhalb von Dernau gekeltert worden sei. 20 Jahre Mitglied sind Alfons Münz und Albert Plümer. Seit 40 Jahren dabei sind Heide Düsterhaus, Karl-Heinz Joisten, Dr. Alfred Kirfel, Gisela Kirfel, Rainer Schardt, Brigitte Schardt, Gertrud Schulte und Christian Spittel. Seit 60 Jahren dem Eifelverein treu ist der Vorsitzende selbst, Heinz Kessel nahm ebenfalls Ehrennadel und Ehrenurkunde entgegen. Noch fünf Jahre länger dabei ist Josef Schäfer, der für 65 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet wurde. JOST

Bei der Jubiläumsfeier zeichnete der Eifelvereins-Vorsitzende Heinz Kessel eine Reihe von langjährigen Mitgliedern mit der Ehrennadel des Vereins, einer Ehrenurkunde sowie einer Flasche „Jubiläumswein des Eifelvereins Rheinbach“ aus.Foto: JOST

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