Allgemeine Berichte | 02.08.2017

Amt für Umwelt- und Naturschutz des Rhein-Sieg-Kreises informiert

Glühwürmchen auf Partnersuche unterstützen

Rhein-Sieg-Kreis. Wer Glück hat, wird sie in lauen Sommernächten am Boden und in der Luft – bevorzugt an Wald- und Wegerändern, an Böschungen und in alten Park- und Gartenanlagen – entdecken: Glühwürmchen.

Mit ihrer Effizienz sind die Glühwürmchen jeder künstlichen Leuchtquelle weit überlegen: Bis zu 95 Prozent ihrer Energie geben sie in Form von Licht ab. Aber warum leuchten die kleinen Tierchen eigentlich? In den Leuchtzellen an der Bauchseite ihres Hinterleibes findet eine biochemische Reaktion statt, die für den Lichteffekt sorgt. Damit sind sie die einzigen an Land lebenden tierischen „Mitbewohner“, die aus eigener Kraft das Licht anschalten können!

Das Leuchten ist für die beliebten Sommertierchen bei Partnersuche und Fortpflanzung unentbehrlich. Dabei fliegen nur die Männchen (man sieht nur die des Kleinen Leuchtkäfers, die des Großen Leuchtkäfers glimmen nur unscheinbar). Die flugunfähigen Weibchen leuchten dabei am Boden. Doch die unscheinbaren schwarz-braunen Käfer sind in ihrem Bestand gefährdet. Die Experten vom Amt für Umwelt- und Naturschutz des Rhein-Sieg-Kreises geben für die anmutig leuchtenden Käfer folgende Artenschutztipps:

Optimal ist ein Mosaik von Kleinstrukturen, zum Beispiel eine Kombination aus Sträuchern und offenen Flächen, Mäuerchen, Stein- und Asthaufen. Feuchte Stellen werden ebenfalls gerne angenommen. Wer den Glühwürmchen etwas Gutes tun will, lässt Krautsäume an Hecken und Wegrändern zu. Schnittguthaufen am Rand einer gemähten Wiese können die beliebten Insekten durch Gärungswärme anziehen und auch im Laub verstecken sie sich zu gegebener Zeit gerne.

Verzichten sollten Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer jedoch auf Insektizide, Herbizide, Schneckenkörner und andere Giftstoffe, denn Glühwürmchenlarven sind Nacktschneckenjäger und vergiftete Schnecken setzen dem Leben der Glühwürmchenlarven ein abruptes Ende. Wer die künstliche Beleuchtung im Garten sowohl räumlich als auch zeitlich reduziert, leistet ebenfalls einen Beitrag zum Schutz der kleinen Leuchtfeuer: Die flugfähigen Männchen sind durch die „Lichtverschmutzung“ nämlich schnell desorientiert, die nachtaktiven Larven lichtscheu.

Nähere Auskünfte rund um das Thema Glühwürmchen erteilen gerne die Fachleute am Umwelttelefon des Rhein-Sieg-Kreises unter der Rufnummer (0 22 41) 13-22 00. Weitere Tipps zum Artenschutz finden Interessierte auch unter www.rhein-sieg-kreis.de/artenschutztipps.

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