Kaiserwetter beim Kreiskönigs- und Kreispokalschießen in Waldbreitbach
Goldener Oktober verwöhnt die historischen Schützenbruderschaften und Gilden
Waldbreitbach. Bei strahlendem Sonnenschein, königsblauem Himmel und 22 Grad haben am Sonntag 20 Vereine in der Königsklasse ihre Schießkunst unter Beweis gestellt.
Im Laufe des Nachmittags fanden die Schießwettbewerbe im Schützenhaus der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Waldbreitbach 1864 e. V. an der Katzenschleife statt, wohingegen im Kolpinghaus schon mächtig mit dem bis dato amtierenden Kreiskönigspaar, Michael und Angelina Opitz, gefeiert wurde. Für das leibliche Wohl war mit Kaffee und Kuchen, Imbiss und Getränken bestens gesorgt. Ein Shuttle-Bus brachte die Schützen, Gäste und Besucher zur Anlage oder zum Kolpinghaus – servicegerecht im stetigen Wechsel.
„Gut Schuß“ wünschte Bezirksschießmeister für den Bezirk Wied, Kurt Zimmermann und gab die Anlage zum Vogelschießen in der Schützenklasse frei. Berechtigt, auf den Kreisadler zu schießen sind allein die Majestäten, die zuvor beim jeweiligen Schützenfest ihres Stammvereins den Vogel abgeschossen haben, die Top-Kreisschützen 2019.
Der Königsadler der Schützen zeigt sich in der Regel immer widerspenstig. Zuerst wird der Kopf, der linke Flügel, der rechte Flügel, der Schweif und zuletzt der Rumpf ins Visier genommen. Auf den in 25 Metern Entfernung befindliche Vogel wird übrigens nur mit dem Vereinsgewehr, ein Kleinkalibergewehr, geschossen. Beim 222. Schuss war aber dann endgültig Schluss, die Federn waren gerupft. Neuer Kreiskönig ist Jürgen Rams aus Strödt. Bester Einzelschütze mit 49 Ringen ist R. Wochnick aus Rheinbrohl.
Parallel zum Königsschießen fanden die Jugend- und Schülerwettbewerbe um die jeweiligen Kreispokale und die Prinzenwürde statt. In der Schülerklasse gingen sieben Vereine an den Start. Kreisschülerprinz mit dem 40. Schuss auf den Rumpf ist Moritz Kammerer aus Roßbach. Bester Einzelschütze ist Marie Rathmann aus Kurtscheid mit 50 Ringen.
Kreisjugendprinz in der Jugendklasse, hier waren 11 Vereine am Start, wurde Dominik Wedderin aus Strauscheid mit dem 47. Schuss auf den Rumpf. Bester Einzelschütze ist Sara Brach aus Kurtscheid mit 50 Ringen.
Im Kampf um den Torsten-Kerres-Pokal (Schüler- und Jugendklasse) belegt Strödt den ersten Platz, gefolgt von Kurtscheid und Rott.
Um den Jugendlichen die Zeit bis zur Siegerehrung etwas zu verkürzen und um von Smartphone & Co. abzulenken, haben sich die Waldbreitbacher Schützen etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Unter dem Motto „Schützenjugend lernt Waldbreitbach kennen“ fand ein Quiz-Parcours durch Waldbreitbach statt. Attraktive Sach- und Geldpreise haben 55 Jugendliche in 12 Mannschaften antreten lassen. Mit großem Erfolg. Denn fünf Mannschaften hatten Null Fehler, so dass das Los entscheiden musste. Hauptgewinn waren 100 Euro für die Vereinskasse.
Vor der Siegerehrung richtete Ortsbürgermeister Martin Lerbs sein Grußwort an die 20 Schützenvereine aus dem Kreis und freute sich über das derart gelungene Kreisschützenfest im Rahmen des 150-jährigen Bestehens. Landrat Achim Hallerbach fehlte bedingt durch andere Termine entschuldigt und wurde von Werner Wittlich bestens vertreten.
Der scheidende Kreiskönig Michael Opitz hat zum Abschluss die Schützenkette an den neuen Kreiskönig Jürgen Rams abgegeben.
Tradition und Moderne vereint, ein generationenübergreifendes, sehr schönes Fest.
Neuer Kreisschützenkönig Jürgen Rams.
Die erfolgreichen Schützen aus dem Kreis Neuwied bei der Siegerehrung.
Werner Wittlich überreicht die Urkunden und Pokale an die Schützen.
Bezirksschießmeister Kurt Zimmermann (l) und Schießmeister Justus Reiprich (r).
