Obst- und Gartenbauverein Rheinbreitbach lud zum traditionellen Herbsttermin ein
„Goldener Schnitt“ im eigenen Garten
Gärtnermeister demonstrierten den zahlreichen Interessierten den richtigen Umgang mit Obstgehölzen
Rheinbreitbach. „Der sieht jetzt ja ganz schön kahl aus“, wunderte sich am frühen Samstagnachmittag ein Hobbygärtner im Garten von Uschi und Willi Weinberg über das Aussehen des Kirschbaums. Dabei bezog er sich nicht auf die wenigen Blätter an den Ästen, sondern auf den Aderlass der Süßkirsche, nachdem diese unter das Messer, genauer die Astsäge und die Schere von Arnold Scheidgen gekommen war.
Zusammen mit Gärtnermeister Eduard Richarz zeigte der ehemalige Kreisvorsitzende der „Grünen Daumen“ auf Einladung des Obst- und Gartenbauvereins Rheinbreitbach weit über 30 Interessenten den „Goldenen Schnitt“ im Herbst.
„Ich freue mich, dass unsere traditionelle Veranstaltung wieder auf so viel Resonanz stößt und das an einem wirklich tollen goldenen Oktobertag“, begrüßte die Vorsitzende des Vereins, Kartini Klein, die Gäste, die sich Rat bei den erfahrenen Gärtnermeistern holen wollten. Den erteilten diese wie schon im Frühjahr bei Familie Weinberg, um zu zeigen, wie sich der Frühjahrsschnitt ausgewirkt hat. Mit dem müsse man warten, bis die Frostgefahr vorüber ist. „Der Schnitt im Herbst, wenn die Blätter gefallen sind, ist viel gescheiter, weil im Frühjahr die Säfte wieder in die Zweige und Äste zu steigen beginnen“, so Richarz.
Nussbäume nur im Herbst zurückschneiden
Diese Zeit habe aber gerade für Anfänger den großen Vorteil, da sie die jungen Knospen viel besser erkennen könnten, ergänzte Arnold Scheidgen. Bei im Herbst gepflanzten jungen Bäumen könnten die Leitäste dann so geschnitten werden, dass durch die so genannten „Saftwaage“ ein ebenmäßiger Wuchs erzielt werde. „Wenn ein Baum fünf Jahre lang nicht geschnitten worden ist, muss man langsam rangehen. Besser, man schneidet ihn jedes Jahr etwas zurück als zu radikal, denn das würde ihn zu einem extremen Wuchs verleiten“, erklärte er. Viel junges Holz sei beim Apfel aber nicht von Vorteil, weil die Fruchtknospen am alten Holz ansetzten würden. Zur Spitze hin dürfe nur ein Ast die Führung haben. Generell könne man sagen: schwächere Bäume im Herbst, starkwüchsige Bäume im Frühjahr schneiden, da sie sonst zu sehr austreiben. Den Nussbaum dürfe man nur im Herbst auslichten, weil man im Frühjahr Gefahr laufe, dass der Baum über die Schnittstellen „verblute“.
Das richtige Werkzeug ist entscheidend
„Wann Sie die Süßkirsche schneiden sollten, ist einfach: bei der Ernte, wenn Sie schon einmal oben im Baum sind“, beantwortete Arnold Scheidgen eine erste Frage ganz pragmatisch. Dass man nur mit scharfem Werkzeug arbeiten könne, verstehe sich von selbst. Entsprechend müssten die Zähne einer Säge spitz und ausreichend geschränkt sein, weil ansonsten der Schnitt zu schmal und damit zu anstrengend wäre. Wie durch Butter glitt seine japanische Säge durch die Äste der Süßkirsche nach dem Motto: „Was zu lang ist oder draufsitzt, muss weg!“
Kraftsparendes Arbeiten mit scharfem Werkzeug war auch bei Eduard Richarz Thema. „Setzen Sie den Schnitt nie ganz vorne mit der Scherenspitze an, da Sie so nur schwer Erfolg haben werden“, erklärte er und ließ seinen Worten bei der Sauerkirsche gleich Taten folgen. Gleichzeitig räumte er mit dem Vorurteil auf, Bruchstellen könnten am Baum leichter heilen als Schnitte. „Je glatter die Verletzung ist, um so besser wächst die Wunde zu. Entsprechend sollte man auch raue Sägeschnitte mit dem Messer nachbearbeitet“, mahnte der Fachmann.
Anschließend widmete er sich dem benachbarten Pfirsichbaum. Eigentlich solle man den eher im Frühjahr schneiden, weil einige Äste bei Frost sicher noch zurückfrieren würden, kommentierte er seinen eher kosmetischen Schnitt, bevor er mit seinem Kollegen auch auf Fragen der Schädlingsbekämpfung, der Düngung oder zur Neupflanzung von Obstbäumen einging. Wenn alle Ratschläge der beiden Fachleute befolgt werden, ist 2018 in den Gärten in und rund um Rheinbreitbach eine üppige Obsternte zu erwarten, falls auch einmal das Wetter mitspielen sollte und die Bienen samt Hummeln fleißig Nektar sammeln.
DL
Arnold Scheidgen lichtete die Mitte einer Süßkirsche radikal aus.
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