100 Jahre Junggesellenverein Greimersburg
Gottesdienst, Gefallenenehrung, Festumzug und viel Musik
Greimersburg. Spielten zur Gründungsfeier des örtlichen Junggesellvereins im Jahr 1918 die Mädels als kreative Gestalterinnen und Dorfschmuckbeauftragte für die Feste noch eher eine untergeordnete Rolle, so haben sie heutzutage auch im Vorstand des engagierten Vereins das Sagen. Dies machte vor rund 40 Jahren eine Satzungsänderung im Verein möglich, nach der dann auch Frauen offiziell als Mitglieder aufgenommen werden konnten. Gut die Hälfte der heutigen Vereinsmitglieder sind Frauen, die sich dementsprechend auch in der Vorstandsarbeit einbringen. Dabei liegt den Mädels ebenso wie den Jungs die Brauchtumspflege im Ort am Herzen, was sie durch ihr verstärktes Vereinsengagement nachträglich unter Beweis stellen.
Ehrenamtliches Engagement für das Dorf
Natürlich gilt die gesamte Festausrichtung auch dem Treffen und der Gemeinsamkeit mit anderen jungen Leuten, um sich dabei auszutauschen und diverse Freundschaften zu knüpfen. Mit dafür Sorge tragen dann zahlreiche andere Junggesellenvereine aus der Region die ihre Gleichgesinnten zu den Junggesellenfesten besuchen und im Gegenzug diese für ihr eigenes einladen. Doch geht es den Mitgliedern des JGV Greimersburg nicht nur um ihr besonderes Fest. Sie engagieren sich auch ehrenamtlich im Dorf, wo sie unter anderem das Ehrenmal der Weltkriegsopfer pflegen, die Kirmes ausrichten und den Maibaum aufstellen, wie Vereinsvorsitzender Simon Hennen zu berichten weiß.
Mitglied kann man beim JGV Greimersburg schon mit Vollendung des 15. Lebensjahres werden und scheidet automatisch mit der kirchlichen Hochzeit aus. Zum Polterabend jenes Mitglieds trifft man sich dann traditionell, um zu dessen Verabschiedung am Abend mit Liedern gesanglich zu gestalten. Schafft es ein Mitglied bis zu seinem 30. Geburtstag nicht, sich zu einer „Trauung zu trauen“, so wird er in den Stand eines Ehrenmitglieds versetzt. Aktuell haben sich beim JGV Greimersburg etwa 20 der Mitglieder bisher noch nicht getraut und dürfen sich deshalb bereits Ehrenmitglied nennen.
Gefallenenehrung am Denkmal der Weltkriegsopfer
Hatten die Junggesellen/innen freitags und samstags bei angesagter Unterhaltungsmusik mit ihren Gästen gefeiert, so stand am Sonntagmorgen der Festgottesdienst mit anschließender Gefallenenehrung am Denkmal der Weltkriegsopfer an. Hier legten die Vorstandsmitglieder zu deren Gedenken ein Blumengebinde nieder. Dazu spielte der örtliche Musikverein das Lied vom verlorenen Kameraden. Im Anschluss an diese Zeremonie formierte man sich zu einem großen Festumzug durch den Ort, in den sich neben einigen Gastvereinen auch die Greimersburger Bürger einreihten. Seinen Zieleinlauf fand dieser in der Gemeindehalle, wo man sich abschließend einem ausführlichen Frühschoppen widmete. TE
Nach dem Gottesdienst ging es per Festumzug durch den Ort. Dieser endete in der Gemeindehalle, wo man anschließend den Frühschoppen einnahm.
Der örtliche Musikverein sorgte für die instrumentale Begleitung des Festumzuges und spielte am Ehrenmal das Lied vom verlorenen Kameraden.
