Allgemeine Berichte | 10.07.2026, 09:31 Uhr

Vorsicht, wachsamer Nachbar!

Grafschaft: Bürger gehen aktiv gegen Einbrecher und Bettelbanden vor

Heute gehören der Bürgerhilfe Lantershofen 122 Mitglieder an.  Foto: privat
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Grafschaft-Lantershofen. Als vor gut zehn Jahren die Zahl der Einbrüche in den Dörfern der Grafschaft spürbar zunahm, wuchs bei vielen Bürgerinnen und Bürgern der Wunsch, selbst aktiv zu werden und gemeinsam zur Sicherheit ihres Heimatortes beizutragen. Vor allem Einfamilienhäuser mit ihren blickgeschützten Grundstücken sowie die verkehrsgünstige Lage in der Nähe der Autobahnen A 61 und A 565 machten die Region für Einbrecher attraktiv. Den Anfang machte im Jahr 2014 die von Elke Wolber in Esch gegründete WhatsApp-Gruppe „Vorsicht, wachsamer Nachbar“. Die Idee einer digitalen Nachbarschaftshilfe fand schnell großen Zuspruch. Schon bald entstanden weitere Bürgerhilfen in den Ortschaften der Grafschaft, die sich untereinander vernetzten und ihre Informationen austauschten.

Enger Austausch mitder Polizei

Auch in Lantershofen wurde diese Idee aufgegriffen. Am 16. Juli 2016 fand im Rahmen der Vortragsreihe des Forum Lantershofen eine Informationsveranstaltung zum Thema „Einbruch – Wie kann man Einbrüchen vorbeugen?“ statt. Nach einem Vortrag der Polizei gründeten der damalige Ortsvorsteher Leo Mattuscheck und Hubertus Gussone die WhatsApp-Gruppe „Bürgerhilfe Lantershofen“. Hubertus Gussone war damals Mitarbeiter des Weißen Rings, zu dessen Aufgaben neben der Unterstützung von Kriminalitätsopfern auch die Prävention von Straftaten gehört. Damit war der Grundstein für eine engagierte Nachbarschaftshilfe gelegt. Heute gehören der Bürgerhilfe Lantershofen 122 Mitglieder an. Sie verbindet das gemeinsame Ziel, aufmerksam zu sein, Verantwortung füreinander zu übernehmen und durch gegenseitige Information einen Beitrag zur Sicherheit im Dorf zu leisten. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Beobachtung und Weitergabe verdächtiger Vorkommnisse. Dazu gehören beispielsweise illegale Schrotthändler, Personen, die Grundstücke oder Häuser auskundschaften, unseriöse Anbieter von Dienstleistungen oder organisierte Bettlergruppen. Solche Beobachtungen werden zeitnah an die Polizei weitergegeben. Die enge Zusammenarbeit mit den Polizeibehörden hat sich bewährt, denn die Hinweise aus der Bevölkerung sind häufig eine wertvolle Hilfe bei der Vorbeugung und Aufklärung von Straftaten. Ebenso informiert die Bürgerhilfe ihre Mitglieder regelmäßig über Möglichkeiten des Einbruchschutzes und warnt vor immer raffinierteren Betrugsmaschen, die sich längst nicht mehr nur an der Haustür, sondern zunehmend auch am Telefon oder im Internet abspielen.

Schnelle Plattformfür alle Belange

Darüber hinaus dient die Gruppe als schnelle Informationsplattform für Angelegenheiten, die das gesamte Dorf betreffen. Ob Strom-, Wasser- oder Internetausfälle: wichtige Nachrichten erreichen die Bürgerinnen und Bürger auf direktem Weg. Dass dieses Engagement Wirkung zeigt, lässt sich auch an der Entwicklung der vergangenen Jahre ablesen. Seit der Gründung der Bürgerhilfen auf der Grafschaft sind die Einbruchszahlen kontinuierlich zurückgegangen. Zwar ist dieser Erfolg auf verschiedene Faktoren zurückzuführen, doch die erhöhte Aufmerksamkeit der Nachbarschaften und die enge Zusammenarbeit mit der Polizei leisten dazu einen wichtigen Beitrag. Wie wertvoll ein funktionierendes Netzwerk ist, zeigte sich auch nach der Flutkatastrophe im Ahrtal. Die Bürgerhilfen der Grafschaft halfen dabei, Hilfsangebote zu vermitteln, Informationen über benötigte Unterstützung weiterzugeben und freiwillige Helfer zu koordinieren. Viele Mitglieder engagierten sich darüber hinaus persönlich bei den Aufräumarbeiten und unterstützten die Menschen vor Ort mit großem Einsatz. ROB

Heute gehören der Bürgerhilfe Lantershofen 122 Mitglieder an. Foto: privat

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