Weltstar des Jazz Dianne Reeves auf der Open-Air-Bühne der Festung Ehrenbreitstein
Grande Dame des Jazz ist Rhythmus und Stimme pur
Rund tausend Besucher genießen rhythmische Musik-Juwelen in den alten Festungsmauern
Koblenz. Freunden, Förderern und Sponsoren des Mittelrhein Musik Festivals ist es zu verdanken, dass Koblenz einen Weltstar des Jazz auf der Open-Air-Bühne der Festung Ehrenbreitstein begrüßen konnte. Die US-amerikanische Jazzsängerin und Songschreiberin Dianne Reeves und ihre musikalischen Begleiter Peter Martin (Piano), Romero Lumbambo (Gitarre), Reginald Veal (Bass) und Terreon Gully (Schlagzeug) verliehen am „Independence Day“, dem amerikanischen Nationalfeiertag, den alten Festungsmauern frischen Glanz. Uwe Hüser, Vorsitzender des Förderkreises des Festivals, begrüßte die rund tausend Besucher zu diesem einzigartigen Konzert. Festivalleiterin Sonja Kitz steigerte den Appetit auf den musikalischen Hörgenuss, indem sie das bisherige musikalische Leben der Grande Dame des Jazz skizzierte. Dianne Reeves ist fünffache Grammy-Preisträgerin in der Kategorie „Best Jazz Vocal Album“. Ihre Diskografie umfasst mehr als zwanzig Alben.
Im strahlenden Licht der langsam untergehenden Sonne eröffnen die vier spielfreudigen und kreativen Instrumentalisten das Konzert. Mit faszinierenden, stark rhythmischen Improvisationen lassen sie, sich gegenseitig „befeuernd“ ihrer musikalischen Genialität, freien, fast als akrobatisch zu bezeichnenden Lauf. Für den Auftritt der Diva gehen sie es zunächst etwas entspannter an.
Faszinierende, rhythmische Improvisationen der Instrumentalisten
Die Welle aufnehmend, betont Dianne Reeves mit ihrem Beitrag das lauschige Sommerabend-Gefühl. In die verträumt-sehnsüchtige Melodie von „The Twelfth of Never“ aus dem Album „That Day“ flicht sie singend ein charmant gurrendes „good evening, ladies and gentlemen – we are so glad to be here with you“ ein. Schon bei dieser ersten Kostprobe ist zu hören, mit welcher Leichtigkeit die Sängerin aus den Tiefen ihrer wohlklingenden Alt-Stimme in höchste Tongefilde gelangt.
Ihr musikalisches Markenzeichen ist der spielerisch dargebrachte Scat-Gesang, also die Aneinanderreihung von sinnleeren Silben, ohne den ihre Vorträge nicht auskommen und mit dem sie ihr Publikum ein ums andere Mal in den Bann zieht. Dann wirkt ihre Stimme wie ein vollwertiges fünftes Instrument innerhalb des Orchesters, das immer wieder besonders enge Verbindungen eingeht mit Kontrabass, Klavier oder Gitarre. Mit kräftiger und tonsicherer Stimme schmettert sie Oktaven hoch- und runterspringende Klanggebilde heraus. Dianne Reeves ist Rhythmus und Stimme pur und zelebriert jeden Song bis zur letzten Note. Der Mann mit dem Kontrabass, Reginald Veal, der auf der Bühne direkt hinter ihr steht, gibt sein Instrument mal als Taktgeber, mal als kongenialen Liedpartner für die Sängerin her. Im Miteinander von Stimme und Bass entstehen wahre Musik-Juwelen.
Reeves zelebriert jeden Song bis zur letzten Note
Mit ihren Liedern verschreibt sich Reeves dem Jazz, dessen Klangbild sie mit Pop-, Swing- oder Reggae-Einsprenklern auflockert. Beim flotten Swing-Stück „You’re Driving me Crazy“ besticht vor allem Peter Martins Kunstfertigkeit am Piano. Die Musiker inszenieren das Lied wie ein Spiel des Wetteiferns, bei dem jeder für sich mit sichtlich großer Spielfreude die Herzen der Zuhörer erobert. Ira und George Gershwins Ballade „The Man I love“ trägt Reeves als Hommage an Ella Fitzgerald vor, die den Song 1959 coverte. Ganz zarte, ganz wenig Töne – eine Melodie voller Zärtlichkeit. Dazu Lumbambo, der seiner E-Gitarre einen geigenähnlichen, weich klingenden Sound entlockt.
Das Kontrabass-Solo, die für zwei reichende Stimme der Jazz-Virtuosin – gemeinsam bereiten die Musiker dem Lied einen atmosphärisch starken und berührenden Klang-Teppich. Fast nahtlos ist der Übergang zum bluesigen Jazz-Klassiker „One for my Baby“, bei dem vor allem das virtuose Gitarrensolo dem Publikum begeisterten Applaus entlockt. Mit dem entspannten Song „Dreams“ aus dem letzten Grammy-Album „Beautiful Life“ startet Reeves mit ihrer Band in die zweite Halbzeit, die weitere genussvolle bluesig-rhythmische Vorträge bereithält. Das Klangbild der wandlungsfähigen, kraftvollen Stimme der Sängerin, ihr tiefes, warmes Timbre, das gelegentlich von hochtönigen kleinen Kreischern erschreckt wird, schmückt die Band ideenreich aus. Wer die englische Sprache beherrscht, der hört noch mehr. Zum Beispiel: „We wish, we had Obama“ – Worte, die die Jazz-Diva einem Liedtext „unterjubelt“. Der versteht auch, was sie meint, wenn sie den Gitarristen Lumbambo als „my brother from another mother“ bezeichnet. Mit ihm interpretiert sie „Our Love is here to stay“ so intim wie bei einem Wohnzimmer-Konzert. Er spielt Konzertgitarre, sie scattet. Ehrenbreitstein liegt jetzt in Südamerika. Und das Publikum ist hingerissen. Das Gitarrenspiel oder das Stimmwunder – was soll man mehr bewundern? Die anderen Instrumente kommen später hinzu, um die Darbietung aus der Intimität zurück auf die Konzertbühne zu holen. Der Abschied kommt in Form eines Sprechgesangs im „Song of the end of the end“. Das Publikum hängt an den Lippen des Stars, der jetzt turtelt: „I wish you peace and happiness“. In diesem letzten Song, in dem noch einmal die ganze Bandbreite ihrer vielschichtigen Stimme zum Einsatz kommt, stellt Dianne Reeves zudem auf charmanteste Weise, geradezu liebkosend, die Bandmitglieder vor, die sich daraufhin jeweils mit einem berauschenden Solo von ihrer besten Seite zeigen. Die Zuhörer lassen die Musiker allerdings nicht einfach abziehen. Sie stehen von ihren Sitzen auf, drängen durch den Mittelgang zur Bühne, lassen ihre Handys leuchten und fordern erfolgreich eine Zugabe ein. Ein Lullaby, bei dem Dianne Reeves alle mitmachen lässt. Echoartig gibt der Publikumschor ihre „Yeah-yeah-yeah“-Melodienvorgaben zurück. Erst nachdem das letzte Instrument verklungen ist, geben sich die Konzertgäste zufrieden und schlendern durch die laue Sommernacht dem Ausgang des Festungsgeländes entgegen.
BSB
Dianne Reeves mit Peter Martin (Piano) und Reginald Veal (Bass).
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