Allgemeine Berichte | 20.06.2016

Auf dem Gut Birkenhof kämpften die besten Reiter der Region um Titel und Ehre

Größtes Lob für Reitverein Kurtscheid

Großes Lob gab es von den Springreitern für die fair gebauten Parcours von Willi Schaffner. KER

Kurtscheid. 14.500 Pferdesportler gibt es im nördlichen Rheinland-Pfalz. Wer sind die besten davon? Diese Frage beantwortete die Verbandsmeisterschaft der Reiter auf der Anlage Gut Birkenhof des Reitvereins Kurtscheid. In Spring- und Dressurprüfungen von der Anfänger- bis zur schweren Klasse S wurden die Sieger der jeweiligen Altersklassen ermittelt. Gaby Wegerhoff ist die Präsidentin dieses Verbandes, der sich Pferdesportverband Rheinland-Nassau nennt. Ihr Zuständigkeitsgebiet umfasst das gesamte nördliche Rheinland-Pfalz: Trier, Saarburg, Hunsrück, Eifel, Rhein-Westerwald und das Moselgebiet Rhein-Ahr-Eifel. In diesem Verband gibt es 170 Reitvereine. Es ist der größte Pferdesportverband in Rheinland-Pfalz.

240 Reiter mit 500 Pferden

Da verwundert es nicht, wenn an den Meisterschaftswettbewerben auf dem viertägigen Turnier 240 Reiter mit über 500 Pferden teilnehmen. 1.100 Starts in den verschiedenen Prüfungen wurden gemeldet. Zwar gehört Rheinland-Pfalz nicht zu den führenden Bundesländern, was den Pferdesport angeht. Dennoch hat, betont Gaby Wegerhoff, der Verband Rheinland-Nassau doch schon einige Namen von Reitern vorzuweisen, die sogar bis auf internationales Niveau zu Ruhm und Ehren gekommen sind. Dazu gehört zum Beispiel die Dressurreiterin Susanne Lebeck aus Braubach im Rhein-Lahn-Kreis, die in London schon einen Podestplatz (Bronze) bei den Europameisterschaften errang. Ebenso hat sich international einen Namen gemacht der Springreiter Ralf Runge aus Montabaur, der noch in diesem Jahr, darauf weist Klaus Blässing, der Geschäftsführer des Landesverbands Rheinland-Pfalz hin, internationale Springen in Spanien gewonnen hat. Außerdem, so Blässing, gibt es im Verband noch „eine ganze Reihe sehr talentierter und guter Jugendlicher, die nachkommen, also die Altersklassen Junioren und Junge Reiter. Da waren am letzten Wochenende bei einem großen internationalen Turnier in Hagen ein Dressurreiter hier aus dem nördlichen Landesteil, der Christian Ahlsdorf, sehr erfolgreich mit seinem Pferd. Christian startet für den Reiterverein Neuwied. Dann war in Hagen vom heute gastgebenden Verein Kurtscheid die Isabell Gerfer im Springreiten sehr erfolgreich. Sie gewann zwei Prüfungen in Hagen. Genauso wie Cedric Wolf vom Reiterverein Montabaur-Horressen mit sehr guten Ergebnissen zurückkehrte. Unsere gesamte Mannschaft hat in Hagen den Wettbewerb LVM-Masters vor dem Team aus Westfalen gewonnen. Das war ein großer Erfolg für ein Team aus Rheinland-Pfalz.“

Mit dem Verlauf der Verbandsmeisterschaften in Kurtscheid sind Geschäftsführer Blässing und Präsidentin Wegerhoff sehr zufrieden.

Lob für den Ausrichter

Ein großes Lob richten sie an den Ausrichter, den Reitverein Kurtscheid sowie an Turnierleiter Helmut Ewenz und sein Team vom Birkenhof. Wegerhoff: „Das ist ein sehr versierter Ausrichter hier. Es gibt viele engagierte Helfer. Das Richterkollegium harmoniert sehr gut untereinander. Der Reiterverein Kurtscheid in Verbindung mit dem Helmut Ewenz und dem Gut Birkenhof, die machen das schon sehr professionell.“ Die Verbandsmeisterschaft ist bereits eine Vorschau auf die vier Wochen später stattfindende Landesmeisterschaft, die vom Reitverein Koblenz-Metternich ausgetragen wird. Der viele Regen, unter dem das Kurtscheider Turnier wie viele andere Veranstaltungen auch litten, wirkte sich auf die sportlichen Leistungen nicht aus, versichert der Pferdemann Klaus Blässing: „Die Böden auf den Reitplätzen hier sind sehr gut, die können viel Wasser vertragen. Und den Pferden macht der Regen bei den Prüfungen nichts aus. Im Gegenteil, es gibt sogar welche, die im Regen noch etwas pfiffiger springen als sonst. Die Pferde in der Natur müssen ja auch mit Regenschauern zurechtkommen. Denen macht das Wetter weniger aus als vielleicht dem einen oder anderen Reiter.“ Nicht unter dem Regen gelitten haben zum Beispiel Springreiter Edgar Langen von der Reitsportgemeinschaft Hubertushof Remagen und sein Hengst Chanteur de Noir. Seine Bilanz: „Sehr gut! Oft geritten, oft platziert! Die Bedingungen waren trotz des Regens gut. Kleine Abstriche muss man machen, aber die Familie Ewenz managt das alles sehr gut.“

Ausbildung junger Pferde

Die Ausbildung junger Pferde und ihr Vorstellen in Aufbauprüfungen ist, sagt Edgar Langen, sein Steckenpferd, darauf hat er sich - sehr erfolgreich - spezialisiert. Im Anschluss an die Ausbildung auf dem Hubertushof werden die von Edgar Langen ausgebildeten Sportpferde an gute Turnierreiter verkauft. Einzige Ausnahme: der schwarze Hengst Chanteur de Noir. Langen: „Hier habe ich Glück, dass die Besitzerfamilie Schumacher noch etwas mehr als andere Besitzer die Nerven behält und mir das Pferd weiter zur Verfügung stellt.“ Chanteur gehört Sabine Schumacher aus Altenkirchen. So hatte Langen Gelegenheit, den jetzt achtjährigen Chanteur weiter bis zur schweren Klasse S auszubilden und in diesen Prüfungen zu starten. In Kurtscheid schaffte es das Pferd - obwohl in dieser Klasse noch recht unerfahren - bereits auf den dritten Platz. Mit seinem Ritt und dem von Willi Schaffner kreierten Parcours war Edgar Langen sehr zufrieden: „Der Herr Schaffner macht wirklich reitbare, super Parcours. Hier kommt man, wie die Reiter sagen, gut in Gang und kriegt direkt einen Rhythmus rein. Chanteur kam hier auch gut zurecht. Das Pferd ist sehr erfolgreich. Er ist von zehn Prüfungen, die er geht, immer mindestens in neun platziert.“ Auch für die Zucht hat der Hengst schon seine Qualitäten bewiesen und gute Nachkommen gezeugt. Eigentlich hatte Edgar Langen gar keine Ambitionen gehabt, um den Titel des Verbandsmeisters zu reiten. Nach dem guten Erfolg mit Chanteur im S-Springen am Samstag wollte er darüber aber noch mal nachdenken und vielleicht doch noch für die Abschlussprüfung am Sonntag nachmelden.

Auf der Starterliste für das schwere S-Springen mit Siegerrunde am Sonntagnachmittag standen die beiden am Sonntagmorgen jedenfalls. Sieger bei den Dressurreiter-Senioren wurde am Ende Marcel Kanz vom Gestüt Rosenhof, Sieger bei den Springreiter-Senioren Ralf Jünger aus Mayen. Alle Ergebnisse des Turniers findet man auf der Internetseite www.fnverlag.de/fn-erfolgsdaten, die Ergebnisse der Meisterschaftswertungen auf psvrn.jimdo.com.

Bernd Wilmsmann vom gastgebenden Reitverein Kurtscheid startete in den schwersten Springprüfungen mit jeweils guten Ergebnissen.

Bernd Wilmsmann vom gastgebenden Reitverein Kurtscheid startete in den schwersten Springprüfungen mit jeweils guten Ergebnissen.

Letzte Anweisungen von der Trainerin Christine Schmitz vor dem Start im Prix St. Georges.

Letzte Anweisungen von der Trainerin Christine Schmitz vor dem Start im Prix St. Georges.

Ralf Jünger, ein seit vielen Jahren bereits erfolgreicher Springreiter aus Mayen, gewann in diesem Jahr den Meistertitel im Verband Rheinland-Nassau.

Ralf Jünger, ein seit vielen Jahren bereits erfolgreicher Springreiter aus Mayen, gewann in diesem Jahr den Meistertitel im Verband Rheinland-Nassau.

In der Prüfung gaben Sibylle von Bomhard und Le Prince dann ein gutes Bild ab.

In der Prüfung gaben Sibylle von Bomhard und Le Prince dann ein gutes Bild ab.

Großes Lob gab es von den Springreitern für die fair gebauten Parcours von Willi Schaffner. Fotos: KER

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