Allgemeine Berichte | 09.05.2017

Jahreskonzert des Akkordeon-Clubs Koblenz

Große Gefühle und tanzende Finger

Ein mitreißendes Konzert präsentierte der Akkordeon-Club Koblenz auf der Horchheimer Höhe.  privat

Koblenz. Ein begeisterndes Jahreskonzert unter dem Titel „Merci Chérie“ präsentierte der Akkordeon-Club Koblenz unter der Leitung des Dirigenten Rolf Donner im großen Saal des Soldatenfreizeitheims „Haus Horchheimer Höhe“ seinen zahlreichen Zuschauern. Mit dem virtuosen Akkordeonisten Matthias Matzke hatte der Akkordeon-Club Koblenz für sein Konzert einen ganz besonderen Gast eingeladen, der zusammen mit dem Orchester und solistisch für einen außergewöhnlichen Abend sorgte.

Entsprechend dem Konzertmotto eröffnete der Akkordeon-Club Koblenz mit dem stimmungsvollen „Udo Jürgens in Concert“ im Arrangement von Wolfgang Russ das Konzert und erinnerte mit dessen größten Erfolgen an den Grandseigneur des Entertainments. Das Publikum dankte mit langanhaltendem Applaus. Es folgte der leidenschaftliche Tango „Anoche“ der Komponistin Mareike Lenz in einer Uraufführung, der südamerikanisches Flair in den Konzertsaal zauberte. Rhythmisch höchst anspruchsvoll stellen die drei Sätze der „Reisebilder vom Balkan“ von Hans Boll für jedes Akkordeon-Orchester eine große Herausforderung dar. Diese wurde vom Akkordeon-Club Koblenz in herausragender Weise gemeistert.

Mit Matthias Matzke betrat dann ein 24-jähriger Akkordeonist die Bühne, der trotz seines jungen Alters bereits mit zahlreichen Preisen bei internationalen Wettbewerben ausgezeichnet wurde. Ausgesprochen locker und sympathisch nahm er auf der Bühne Platz und überzeugte das Publikum anschließend als Solist zusammen mit dem Akkordeon-Club Koblenz bei „La Campanella“ von Rudolf Würthner. Es handelt sich dabei um die bereits von 200 Jahren komponierten virtuosen Variationen von Nicolai Paganini in einer Bearbeitung für Solo-Akkorde und Akkordeon-Orchester. Begeistert verabschiedete das Publikum die Protagonisten in die Pause.

Die ganze Bandbreite der Akkordeon-Musik

Nach der Pause erlebten die Zuhörer eine unglaubliche halbstündige Solo-Aufführung von Matthias Matzke, der die Vielfalt und Entwicklung der Akkordeon-Musik darstellte. Mit „Pokémon“ von Junichi Masuda im Arrangement von ihm selbst erinnerte sich Matthias Matzke an seine Jugend und die Leidenschaft für Videospiele. Dabei zeigte er bei den rasanten Läufen und Bassfolgen eine bemerkenswerte Fingerfertigkeit. Mit viel Gefühl bot er anschließend den Joe-Cocker-Hit „You can leave your hat on“ dar, bei dem viele im Publikum mitsummten oder leise mitsangen. Die Weiterentwicklung in der Akkordeon-Musik präsentierte Matzke dann mit seinem Instrumentenwechsel zu einem Digital-Akkordeon, als dessen Fürsprecher er sich sieht. Dank seines digitalen Instruments kann er, so scheint es, jeden Klang erzeugen, den er will. Zu „After you’ve gone“ von Henry Creamer im Arrangement von Luciano Fancelli spielte er zunächst mit der Loop-Technik seine eigene Begleitung ein und schaltete anschließend Schlagzeugbegleitung dazu. Bei der hymnischen Filmmusik „El Dorado“ von Thomas Bergersen zeigte Matzke dann die komplette Bandbreite der Möglichkeiten des Digital-Akkordeons. Schloss das Publikum die Augen, wähnte man eine komplette Band oder ein klassisches Orchester auf der Bühne.

Begeistertes Publikum dankte mit stehenden Ovationen

Dass er auch leise und gefühlvolle Töne anschlagen kann, bewies Matthias Matzke bei der Eigenkomposition „Wie im Himmel“, die er normalerweise mit seiner Band und der Sängerin Leonie Kratz aufführt. Seiner Leidenschaft für extrem schnelle Melodien, die seine unglaubliche Virtuosität zur Geltung bringen, frönte Matthias Matzke auf seinem schwarzen Digital-Akkordeon anschließend mit zwei weiteren Digital-Melodien „The secret place“ und „Super Smash Bros Melee“. Das Publikum reagierte teils mit ungläubigen Kopfschütteln, teils mit ekstatischem Applaus, und so kam Matthias Matzke nicht um eine Zugabe herum. Mit dem allseits bekannten „Erinnerungen an Zirkus Renz“ sorgte er für beim mitklatschenden Publikum für Standing Ovations.

Zum Abschluss des Konzerts präsentierte der Akkordeon-Club Koblenz mit einem Medley der bekanntesten Melodien der „West Side Story“ von Leonard Bernstein im Arrangement von Heinz Ehme noch einmal sein ganzes Können und die komplette Bandbreite der Gefühle.

Das tolle Publikum verdiente sich mit dem „Rojo Tango“ von Pablo Ziegler im Arrangement von Hans-Günther Kölz sowie „Aber bitte mit Sahne“ und „Merci Chérie“ aus dem Medley „Udo Jürgens in concert“ weitere Zugaben, bevor das abwechslungsreiche und qualitativ hochklassige Konzert seinen Abschluss fand.

Ehrennadel in Gold an verdiente Musiker verliehen

Von Gerhard Steinhöfel, Ehrenvorsitzender des Akkordeon-Clubs Koblenz und Vorstandsmitglied des Landesverbands Rheinland-Pfalz des Deutschen Harmonikaverbandes (DHV), wurden während des Konzerts die Spielerinnen Sylvia Wäger und Karin Quirmbach für 30 Jahre musikalisches Engagement in verschiedenen Orchestern und Ensembles mit der Ehrennadel des DHV in Gold ausgezeichnet. Für 20 Jahre musikalisches Engagement wurde die Spielerin Eva Wallstab mit der Ehrennadel des DHV in Silber geehrt.

Große Gefühle und tanzende Finger

Ein mitreißendes Konzert präsentierte der Akkordeon-Club Koblenz auf der Horchheimer Höhe. Fotos: privat

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